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Ärztepräsident Bayer fordert Impfstoff- und Medikamentenabgabe bei Ärztinnen und Ärzten – Verbot „patientenfeindlich“

Scharfe Kritik an 10-Minuten-Aktion der Apotheken

11. Oktober 2006

„Gesundheitsvorsorge darf kein Werbegag zur Umsatzankurbelung in den Apotheken sein“, kritisierte der steirische Ärztekammerpräsident Dietmar Bayer am Mittwoch die Aktion, bei der Apothekenmitarbeiter teils sensible Gesundheitswerte messen, obwohl ihnen die Kompetenz zur Diagnose fehlt. „Durch eine solche Alibi-Aktion werden vorsorgewillige Menschen leicht davon abgehalten, eine vollwertige Vorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen – man glaubt leicht, in ein paar Minuten ist alles erledigt“. Durch die 10-Minuten-Aktion werde auch das im Vorjahr umfassend reformierte Vorsorgeprogramm unterwandert.
Das Argument des freien Wettbewerbs, mit dem für die Aktion argumentiert wird, lässt Bayer nicht gelten: „Auch im freien Wettbewerb muss man das können, was man tut.“ Zudem seien die österreichischen Apotheker durchaus keine Freunde des Wettbewerbs, wenn sie etwa verhindern, dass in Arztpraxen der gerade jetzt dringend benötigte Grippe-Impfstoff den Patienten direkt zur Verfügung gestellt wird: „Der Umweg bringt doch nur den Apotheken eine Umsatzsteigerung, für die Patienten aber eine Belastung. Gerade ältere und gebrechliche Menschen werden dadurch doch massiv behindert.“ Dasselbe Problem gebe es nicht nur bei allen Impfstoffen sondern auch bei Medikamenten: „Indem die Apotheken die Abgabe bei Ärzten ablehnen, halten sie ein patientenfeindliches System aufrecht, welches schon längst zugunsten der Patientinnen- und Pateninteressen geändert gehört“, sagte Bayer.
Durch die Beseitigung dieser Hürde, würde der Zugang zur Gesundheitsvorsorge für die Patientinnen und Patienten deutlich erleichtert und dadurch sicher auch die Impfbeteiligung verbessert: „In Österreich gibt es knapp 1200 Apotheken, aber rund 15.000 Arztpraxen – dort Impfstoffe zu bekommen wäre gerade für ältere, weniger mobile Menschen und Eltern mit kleinen Kindern eine große Hilfe.“ Bayer erwarte daher, dass die oder der für den Gesundheitsbereich Verantwortliche in der künftigen Bundesregierung diese Forderung im Sinne der Gesundheit und der Konsumentenfreundlichkeit rasch aufgreifen und umsetzen werde.


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