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Hospitation: Schnittstellen zwischen Spitälern und niedergelassenen Ärzten wachsen zusammen

Einzigartiges steirisches Projekt startet im Bezirk Deutschlandsberg

31. August 2005

Nach fast zweijähriger Vorbereitung startet nun die von der Ärztekammer und der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft gemeinsam getragene Fortbildungsinitiative „Hospitation“ vorerst als Pilotprojekt im Bezirk Deutschlandsberg. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte arbeiten im benachbarten Spital mit, Spitalsärztinnen und -ärzte erleben in den Ordinationen den Berufsalltag ihrer niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen.

„Durch diese Form der Wissensvermittlung und des Erfahrungsaustauschs findet ein effizienter Wissenstransfer statt, der zu einer besseren Kooperation und einer Optimierung der Patientenversorgung führt“, sagte der Vizepräsident der Ärztekammer Steiermark, Norbert Meindl, zu diesem Projekt. „Die Umwandlung der Schnittstellen zwischen Spitälern und dem extramuralen Bereich in Nahtstellen ist uns ein wichtiges Anliegen – das wird aber nicht durch Konzepte sondern nur durch konkrete Maßnahmen gelingen“, meinte Meindl. Er erinnerte daran, dass die steirische Ärztekammer bereits seit 1996 über gemeinsame Dialogforen und in einer Projektgruppe zur Optimierung der Einweisungsformalitäten in diesem Bereich tätig sei.

„Die Steiermärkische Krankenanstaltenges.m.b.H. (KAGes) steht der Initiative sehr positiv gegenüber“, sagte der Medizinische Direktor der KAGes, August Gomsi. Die längere Anwesenheit im Arbeitsumfeld des jeweils anderen, quasi live vor Ort, fördere das Verständnis für die Abläufe, aber auch die Schwierigkeiten der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bzw. der Spitalsärztinnen und -ärzte. Letztlich solle es aber wieder den Patientinnen und Patienten nützen, „die sich eine hohe Kontinuität der Behandlung zwischen 'drinnen’ und 'draußen’ auf dem letzten Stand des medizinischen Wissens erwarten“.

„Dieses Projekt ist ärztliche Fortbildung“, betonte der zuständige Referent in der Ärztekammer, Eiko Meister. Neben der Aneignung von Fachwissen und der Verbesserung und Reflexion der eigenen Arbeit diene die Hospitation auch der Förderung des gegenseitigen Verständnisses und Respekts. Sie sei geeignet, um andere Organisationen und Organisationsformen, Arbeitsstile und Arbeitsweisen kennen zu lernen.

„In dieser Form und mit dem Ziel, sie nach Abschluss des Pilotprojekts flächendeckend anzubieten, gibt es die Hospitation nur in der Steiermark“, so Meister. Er sei froh, in der KAGes einen engagierten und konstruktiven Partner gefunden zu haben. In einer weiteren Ausbaustufe sei auch die Einbeziehung der Ordens- und anderer privater Spitäler geplant.

Über erste – auch persönliche – Erfahrungen berichteten der Ärztliche Direktor des LKH Deutschlandsberg, Primarius Gottfried Filzwieser und der Bezirksärztevertreter von Deutschlandsberg Erhard Wipfler – er ist seit 27 Jahren als niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin tätig. „Die Patienten profitieren unmittelbar von der verbesserten Kommunikation, die durch die Hospitation entsteht,“ meinte Filzwieser. Für einen Spitalsarzt sei es auch wesentlich, zu erleben, was Medizin in der Praxis eines niedergelassenen Arztes bedeutet, der an einem Vormittag vom einfachen Fußpilz bis zum Transplant-Patienten das gesamte Spektrum der Medizin zu bewältigen hat: „Das ist Volksmedizin im besten Sinne des Wortes“. Durch die Hospitation komme es zu einem „Zusammenwachsen im Interesse der Patientinnen und Patienten“.

„Das Kennenlernen der Arbeitsweise im stationären Bereich“, nannte der Allgemeinmediziner Erhard Wipfler als wichtige Erfahrung aus der Sicht der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Man bekomme wertvolle Informationen über neue Techniken, Materialien und Arzneimittel, und zwar „viel unmittelbarer als im Rahmen der gewohnten Fortbildungsveranstaltungen“.


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