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30. August 2016

Gesundheitsreform braucht Dialog und Mitwirkung

Hubschrauber statt Krankenhaus?
„Unglücklicher Beitrag zur Reformdiskussion“

In einem TV-Interview erweckte Landeshauptmannstellvertreter Michael Schickhofer den Eindruck, er wolle regionale Krankenhäuser durch Hubschraubertransporte ersetzen. Der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner nannte diesen Vorschlag „einen unglücklichen Beitrag zur Reformdiskussion“, der den Dialog erschwere.

„Hubschraubertransporte sind in lebensbedrohlichen Akutfällen natürlich wichtig“, sagte der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner, „sie können aber natürlich die Grundversorgung durch Spitäler und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen. Das sollte auch Landeshauptmannstellvertreter Michael Schickhofer wissen und sich deswegen um eine Klarstellung bemühen. Die Aussage sei „ein unglücklicher Beitrag zur Diskussion“. Er erschwere den Dialog und gefährde letztlich die Reformbemühungen.

Derzeit, so Lindner, gebe es intensive, gemeinsame Bemühungen, die Notfallversorgung für die Regionen Mariazell und Eisenerz sicherzustellen. Gleichzeitig sei der Dialog über die Gestaltung der künftigen Spitals- und Versorgungsstruktur gerade am Anfang. „Hubschrauber statt Bezirksspital“, wie der Beitrag von LH-Stv. Michael Schickhofer zusammengefasst wurde, sei „keine Lösung, sondern würde nur Verunsicherung schaffen.“

Lindner erinnerte daran, dass eine nachhaltige und stabile Gesundheitsreform ein weit umfassenderes und langfristigeres Vorhaben sei als die Verwaltungsstrukturreform der letzten Jahre: „Gemeinden und Bezirke kann man per Gesetz zusammenlegen, Spitalsstrukturen sind aber nur behutsam und langfristig veränderbar.“

Der steirische Ärztekammerpräsident bekräftigte seine Forderung, die Reform in einem ehrlichen Dialog unter Mitwirkung aller Beteiligten, vor allem den Ärzten und anderen Gesundheitsberufen, zu entwickeln: „Ohne ernsthaften Dialog auf Augenhöhe wird die Reform scheitern“, warnte Lindner. Die wohnortnahe medizinische Versorgung dürfe keinesfalls in Frage gestellt werden.




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