31. Juli 2026

 

Hitze im Spital: 30 Grad plus erschweren den Klinikalltag

Die aktuelle Umfrage der Ärztekammer für Steiermark zeigt eine massive Hitzebelastung in Spitälern. Mehr als 86 % der Ärztinnen und Ärzte halten bisherige Maßnahmen für unzureichend.

Die Hitzebelastung in steirischen Spitälern ist ein drängendes Problem, auf das endlich reagiert werden muss, so die Ärztekammer für Steiermark. Gerhard Posch, Obmann der Kurie Angestellte Ärzte: „Hitze im Spital ist nicht einfach nur lästig, sondern eine massive Belastung in der Behandlung unserer Patientinnen und Patienten. Die Spitalsträger sind daher gefordert, gezielte und effektive Hitzeschutzmaßnahmen umzusetzen.“

Die aktuelle Umfrage unter angestellten Ärztinnen und Ärzte zeichnet schließlich ein deutliches Bild: Rund drei Viertel (74 %) der Befragten geben an, dass sie durch immer häufigere und längere Hitzeperioden im Berufsalltag stark oder sehr stark beeinträchtigt werden. Besonders betroffen sind Dienstzimmer und Stationen. Und auch die gemessenen Temperaturen sprechen eine klare Sprache: Mehr als 28 % der Ärztinnen und Ärzte berichten, dass es zum Zeitpunkt der Umfrage in ihrem Dienstzimmer über 30 Grad hatte. Bei einigen waren es sogar über 35 Grad.

Die Rückmeldungen aus dem Spitalsalltag zeigen zudem, dass die Hitze die Patientensicherheit gefährdet und den Genesungsprozess erschwert. Genannt werden unter anderem Patientenzimmer und Wartebereiche mit Temperaturen von teils über 30 Grad. „Besonders betroffen sind ältere, schwer kranke und immobilisierte Patientinnen und Patienten. Die Ärztinnen und Ärzte berichten in unserer Umfrage von Dehydrierung, Kreislaufproblemen, Schlafstörungen und einer insgesamt deutlich höheren Belastung der Patientinnen und Patienten“, verweist Michael Sacherer, Präsident der Ärztekammer für Steiermark, auf die Auswirkungen der Hitzebelastung auf die Patientensicherheit.

Der Klimawandel ist in den Spitälern dramatisch spürbar und das wird von den Dienstgebern nicht ausreichend ernst genommen. Besonders kritisch sehen es viele Ärztinnen und Ärzte, dass – obwohl die Problematik seit Jahren bekannt ist – oft nur Ventilatoren eingesetzt werden. Und das reicht definitiv nicht aus: Rund 86 % der Befragten sagen, dass die bisherigen Maßnahmen nicht genügen.

Auch die Ärztinnen und Ärzte selbst leiden darunter und berichten von Auswirkungen wie Kopfschmerzen, mentaler Erschöpfung und sinkender Belastbarkeit. Die Hitzebelastung wird immer unzumutbarer – aus Sicht der sterischen Ärzte ist der Handlungsbedarf daher klar. Posch hält fest: „Sowohl die Spitalsärztinnen und Spitalsärzte als auch die Patientinnen und Patienten brauchen eine hitzeresistente Umgebung: Jede Investition in moderne Kühlsysteme ist eine Investition in die Patientensicherheit und Versorgungsqualität von heute und daher mehr als dringend gefordert.“

An der Umfrage, die gemeinsam mit dem Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation der Med Uni Graz im Juli 2026 durchgeführt wurde, nahmen unter anderem angestellte Ärztinnen und Ärzte der KAGes, der MUG, der konfessionellen Häuser und Privatkrankenanstalten teil.