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25. Februar 2019


Österreicher halten Impfungen für sehr wichtig

91 Prozent der Österreicherinnen und Österreich denken, dass möglichst viele Menschen gegen gefährliche Krankheiten durch Impfen geschützt werden sollten. Und nur ein Prozent der österreichischen Bevölkerung ist davon überzeugt, dass Impfungen nichts bringen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Linzer Market Instituts im Auftrag der steirischen Ärztekammer. 1.005 Österreicherinnen wurden dafür von 7. bis 9. Februar online befragt, die maximale statistische Schwankungsbreite beträgt +/-3,15 %. Die Umfrage ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.
 

Masernausbruch bewegt die Österreicherinnen und Österreicher

84 Prozent haben nach dem Masernausbruch die Diskussion um Impfen und Impfpflicht verfolgt. „Die Österreichische Bevölkerung präsentiert sich beim Thema Impfpflicht sensibilisiert – eine klare Mehrheit hat die aktuelle Diskussion verfolgt“, stellen die Meinungsforscher fest. Es gibt jedoch ein Altersgefälle: Ältere haben die Diskussion zu einem höheren Anteil wahrgenommen als Junge. Und selbst Eltern von Kindern bis 6 Jahren, die stark betroffen sind, liegen klar unter dem Bevölkerungsschnitt.
 

Impfungen wichtig und wirkungsvoll

Wenn sich viele nicht impfen lassen, werden Krankheiten, die eigentlich kaum noch aufgetreten sind, wieder häufiger vorkommen – dieser Aussage stimmen 88 Prozent voll oder eher zu. 2 Prozent stimmen gar nicht zu, 7 Prozent eher nicht. Dass die Nebenwirkungen der Impfung gefährlicher als die Krankheit sind, die eine Impfung verhindert, glauben 5 Prozent, 12 Prozent glauben es eher schon.
Die Zustimmung zu Impfungen steigt mit dem Alter, in Landeshauptstädten ist sie größer als in kleineren Gemeinden, in Ost- und Südösterreich (Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark und Kärnten) ist sie höher als im Westen.
Eltern kleiner Kinder sind bei den meisten Fragen zustimmender als die Gesamtbevölkerung. Das gilt besonders für die Sätze „Dass möglichst viele Menschen gegen gefährliche Krankheiten geimpft sind, ist sinnvoll, damit z.B. Babys nicht so leicht angesteckt werden können“ und „Wenn sich viele nicht impfen lassen, werden Krankheiten, die eigentlich kaum noch aufgetreten sind, wieder häufiger vorkommen“.
79 Prozent deklarieren sich als Impfbefürworter, 13 Prozent als Impfgegner (8 Prozent keine Antwort/weiß nicht). Männer sind eher Impfbefürworter als Frauen (aber noch innerhalb der Schwankungsbreite), die Zustimmung bei Älteren (82 Prozent) ist höher als bei Jüngeren. In den Landeshauptstädten gibt es die meisten Impfbefürworter – 84 Prozent.
Die allerstärkste Gruppe der Impfbefürworter sind aber jene mit Kindern bis zu 6 Jahren im Haushalt. Da sind es 86 Prozent.


Mehrheit für Bindung der Familienbeihilfe ans Impfen

Eine „Impfpflicht“ in Form der teilweisen Koppelung von Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld an die Beteiligung beim Gratis-Impfprogramm befürworten knapp zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher (63 Prozent). Männer und die Einwohnerinnen von Wien, Niederösterreich und dem Burgenland stimmen am stärksten zu (72 bzw. 68 Prozent).
Sollte es zu einer Volksbefragung über die Koppelung kommen, wollen 72 Prozent auf jeden Fall oder eher daran teilnehmen. Hier gibt es die höchste Bereitschaft bei den Jungen: 76 Prozent der 16- bis 29-Jähren würden laut Umfrage teilnehmen, 47 Prozent „auf jeden Fall“, 29 Prozent „eher“. Bei Menschen in Haushalten mit Kindern bis zu 14 Jahren sind es sogar 84 Prozent, die „auf jeden Fall“ oder eher teilnehmen würden.
Von den 72 Prozent, die auf jeden Fall oder eher teilnehmen wollen, würden sogar 72 Prozent für eine teilweise Koppelung von Familienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld an die Beteiligung beim Gratis-Impfprogramm stimmen – fast drei Viertel. Eltern von Kindern bis zu 6 Jahren zeigen eine besonders hohe Bereitschaft zur Zustimmung.

Der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Linder sieht in den Umfrageergebnissen eine Bestätigung und einen Auftrag: „Die überwältigende Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher weiß ganz genau, wie wichtig Impfungen für die Gesundheit sind. Auf dieser Grundlage können wir aufbauen und verhindern, dass bereits als verschwunden geltende Krankheiten wiederkommen, weil auf das Impfen vergessen wird. Wir brauchen noch mehr an Impfinformation, eine Bindung der Familienbeihilfe und des Kinderbetreuungsgeldes an das Impfen kann aber zusätzlich helfen. Darüber brauchen wir eine breite gesellschaftspolitische Debatte, vielleicht sogar eine Volksbefragung. Denn die Bevölkerung ist ja mit großer Mehrheit dafür.“

Eine Minimalanforderung für Lindner ist ein gesicherter Impfschutz für alle, die viele Sozialkontakte haben. Vor allem sind das alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- Pflege-, Sozial- und Bildungsbereich. Dazu zählen aber auch Teile von Gastronomie und Tourismus oder des Handels. Lindner: „Wer täglich mit vielen, vor allem kranken und schwachen, Menschen zu tun hat, darf nicht ohne Impfschutz sein. Nur so kann die Gefahr der Weiterverbreitung hoch ansteckender Krankheiten eingedämmt werden.“ 

Ergebnisse der Blitzumfrage "Einstellung zur Impfpflicht" - Market Institut




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