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22. Juni 2017

Ärztekammer Steiermark: „Zwei Jahre Lehrpraxis gegen den Landärztemangel“

„Zwei Jahre voll finanzierte Lehrpraxis“ verlangte der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner am Donnerstag „um die Begeisterung junger Ärztinnen und Ärzte für den Landarztberuf wieder zu wecken“.

Am Rande des Österreichischen Ärztekammertages forderte der steirische Ärztekammerpräsident, die Möglichkeit der Ärzteausbildung in Lehrpraxen mutig weiterzuentwickeln. Bis zu zwei Jahre Lehrpraxis sollten möglich werden und diese seien auch voll zu finanzieren: „Nur mit einer starken Lehrpraxis werden wir junge Ärztinnen und Ärzte wieder für den Landarztberuf begeistern.“

Es sei ein Irrglaube, dass ein kompliziertes und teils lebensfernes Primärversorgungs- bzw. Gesundheitsreformumsetzungsgesetz tatsächlich einen Beitrag zur Stärkung der ärztlichen Primärversorgung leisten könne, sagte Lindner: „Länder, deren Primärversorgung unsere so genannten Experten bewundern, haben eine Lehrpraxis von bis zu drei Jahren.“

Eine glaubwürdige österreichische Gesundheitspolitik müsse diese Ausbildung in Arztpraxen gesetzlich und finanziell absichern. Eine voll finanzierte, zweijährige Lehrpraxis sei nicht nur wirkungsvoller, sondern auch finanziell weit günstiger als 1.000 Studienplätze an Medizinischen Universitäten, die von Gesundheitspolitikern in letzter Zeit immer wieder ins Gespräch gebracht wurden. Die Lehrpraxis solle auch auf den fachärztlichen Bereich ausgedehnt werden, um die Entlastung der Spitalsambulanzen voranzubringen.

Dass die Anstellung von Ärztinnen und Ärzten im Gesundheitsreformumsetzungsgesetz nicht wie von der Ärztekammer gefordert verankert wurde, bedauere er, sagte Lindner. Das Problem sei aber lösbar: "Gesetzlich ist die Anstellung in Arztpraxen mit Einzelkassenverträgen zwar möglich, verhindert wird sie aber durch die Kassenverträge. Es muss dieses Verbot nur von den Krankenkassen herausgenommen werden." Mit der Ermöglichung dieser Anstellung von Ärztinnen und Ärzten in Kassenpraxen "können die Krankenkassen ihre Reformfähigkeit beweisen, von der sie immer sprechen, die sie aber nie zeigen", so der steirische Ärztekammerpräsident.




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