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23. November 2016

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Statt kassenärztlicher Versorgung „Kniefall vor der Gebietskrankenkasse“

Als einziges österreichisches Bundesland außer dem Burgenland hat die Steiermark keine kassenärztlichen Stellen für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Statt diese beschämende Situation zu ändern, wurden jetzt nur punktuelle Strukturen mit Ambulatoriumscharakter angekündigt. Der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner kritisiert das als „Alibi-Aktion“ und „Kniefall vor der Gebietskrankenkasse“. 

Seit Jahren übt die Ärztekammer Steiermark heftige Kritik an der fehlenden Versorgung von steirischen Kindern und Jugendlichen durch Kassenärztinnen und -ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zuletzt hatte auch die österreichische Volksanwaltschaft die Finger auf die Wunde gelegt.

Die steirische Gebietskrankenkasse weigert sich aber stur diese Kassenstellen zu schaffen, die es in allen anderen Bundesländern außer dem Burgenland gibt, insgesamt 31 in Österreich. Statt einer entschlossenen Lösung mit den zehn, niedergelassenen steirischen Fachärztinnen und Fachärzten für Kinder- und Jugendpsychiatrie gibt es jetzt nur die An-kündigung, Strukturen mit Ambulatoriumscharakter zu schaffen – ein Großteil soll vom Land bezahlt werden.

Für den steirischen Ärztekammerpräsidenten Herwig Lindner sind das eine „Alibi-Aktion“ und ein „Kniefall vor der Gebietskrankenkasse“, die sich so „offenbar billig aus ihrer Verantwortung für die Versorgung herauswinden will“.

Die steirische Fachgruppe für Kinder- und Jugendpsychiatrie hatte sich bereits Anfang November über die Weigerung der GKK, Kassenplanstellen zu schaffen, „zutiefst empört“ gezeigt und darauf hingewiesen, dass sich dieser Trend grundlegend von der Entwicklung in anderen Bundesländern unterscheide.

Auch im Österreichischen Strukturplan Gesundheit ist festgehalten, dass niedergelassene Fachärztinnen und Fachärzte ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung sind.

„Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte gibt es, sie werden nur schlicht ignoriert“, sagt Lindner. Auf diese Wahlärztinnen und -ärzte zu verzichten, obwohl sie bereit seien, Kassenverträge zu übernehmen, sei auch deswegen völlig abwegig, weil die Kinder und- und Jugendpsychiatrie als Mangelfach gilt und die Situation in den Spitälern deswegen jetzt schon belastet ist.




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