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26. Juli 2016

Steirischer Ärztekammerpräsident Lindner: „Hauptverband muss endlich zur konstruktiven Partnerschaft zurückkehren“

„Sinnlose Provokationen und Ignoranz gegenüber der Wirklichkeit“ ortet der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner im Hauptverband. Er fordert „eine Rückkehr zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Ärzteschaft“, um die drängenden Probleme der österreichischen Gesundheitsversorgung gemeinsam zu lösen.

„Vertreterinnen und Vertreter des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger und mancher Krankenkassen verhalten sich oft wie Patientinnen und Patienten, die eine Diagnose nicht anerkennen, weil sie die Therapie fürchten“, sagte der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner am Dienstag.

Es sei Tatsache, dass es zunehmend Schwierigkeiten gebe, Kassenärztinnen und Kassenärzte zu finden, dies gelte vor allem für ländliche Regionen und für die Allgemeinmedizin, zunehmend aber auch für den fachärztlichen Bereich und den städtischen Raum. Nur wenn Hauptverband und Krankenkassen diese Probleme anerkennen, können gemeinsam Lösungen gefunden werden. Das Wichtigste, so Lindner, sei „die Beseitigung frustrierender Bürokratie“. Unterschiedliche Möglichkeiten für Teamwork – vom Arbeiten im Netzwerk nach dem Vorbild von Styriamed.net, über Job Sharing und Gruppenpraxen bis zu interdisziplinären Primärversorgungseinrichtungen müssten rasch geschaffen werden. Ein eigenes Primärversorgungsgesetz halte er für reine Energieverschwendung. Die Kraft sollte in reale Lösungen statt in einen Politikstreit fließen.

Ähnliches gelte für die E-Medikation. Die Ärzteschaft habe von Anfang an darauf hingewiesen, dass es technische Probleme und offene Fragen gebe, die beantwortet werden müssten, bevor es zu einer Umsetzung in größerem Umfang komme. Stattdessen hätten der Hauptverband und seine Technikfirma sich über den Pilotversuch in der Weststeiermark nur einen Persil-Schein für ein unzureichendes Konzept besorgen wollen: „Immer mehr Ärztinnen und Ärzte, die der E-Medikation grundsätzlich aufgeschlossen gegenüberstehen, wenden sich von dem Projekt ab, weil es nur schlecht funktioniert.“ So würden Vertrauen und an sich positive Motivation systematisch zerstört, kritisierte Lindner. Er verwies auch auf das seit Jahren in Vorbereitung stehende Telefonberatungsprojekt TeWeb des Hauptverbandes, wo viel angekündigt, aber kaum etwas verwirklicht werde.

Durch praxisferne Projekte, unrealistische Finanzierungsideen und mangelnde Zusammenarbeit mit den tatsächlichen Fachleuten komme es zu einer Technikskepsis, die der berechtigten und immer wieder bestätigten Sorge entspringe, „dass sich der Hauptverband mit Großprojekten übernimmt und dann versucht, der Ärzteschaft und der Ärztekammer den Schwarzen Peter zuzuspielen“. Die Bevölkerung würde diese „Taschenspielertricks“ aber zunehmend durchschauen und insgesamt die Qualität der Gesundheitsversorgung in Zweifel ziehen.

Mit nutzlosen Provokationen wie dem flächendeckenden Mystery Shopping in Arztpraxen oder dem Zwang zur Ausweiskontrolle, stoße der Hauptverband die Ärztinnen und Ärzte zusätzlich vor den Kopf. Dazu komme, dass die Krankenkassen die Versicherten nicht informieren und es den Ärztinnen und Ärzten überlassen, Überbringer schlechter Nachrichten zu sein.

Lindner abschließend: „Ich bin überzeugt, dass es im Hauptverband und den Krankenkassen auch konstruktive und sachverständige Kräfte gibt, die an einer solchen Strategie verzweifeln.“ Es müsse ihnen aber endlich Gehör geschenkt werden.




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