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29. Juni 2016

Gerechte Rückersätze für Wahlarztpatienten: Initiative GePad kämpft für mehr Patientengerechtigkeit

Ärztekammerpräsident Herwig Lindner, Arbeiterkammer-Vizepräsident Franz Gosch und ÄK-Vizepräsident Martin Georg Millauer fordern uneingeschränkten 80prozentigen Rückersatz auch für steirische
GKK-Versicherte.

Zunehmend gehen Menschen heute zu so genannten Wahlärztinnen und Wahlärzten, obwohl sie dort die medizinische Behandlung zuerst selbst bezahlen müssen und dann einen Teil des Kassentarifs von ihrer Krankenversicherung rückerstattet bekommen können. Bei einem gemeinsamen Pressegespräch der Initiative „Gerechtigkeit für Patienten durchsetzen“ (www.GePad.at) prangerten der Präsident der Ärztekammer Steiermark, Herwig Lindner, der Vizepräsident der steirischen Arbeiterkammer, Franz Gosch und Ärztekammer-Vizepräsident Martin Georg Millauer die Schlechterstellung dieser Patientinnen und Patienten durch unterschiedlich hohe Rückersätze an.

Steirische GKK-Versicherte werden deutlich schlechter gestellt als Wiener und Versicherte anderer Kassen

Ein signifikantes Beispiel nannte Millauer: Der GKK-Tarif für das „ärztliche Gespräch“ (ausführliche diagnostisch-therapeutische Aussprache) in der Steiermark beträgt 13,37 Euro. Weil die Leistung aber limitiert ist – Kassenärzte dürfen sie nur bei einem bestimmten Prozentsatz der Patienten verrechnen – beträgt der Rückersatz nicht 80 Prozent dieser 13,37 Euro, sondern zum Beispiel in der Allgemeinmedizin nur 1,92 Euro. 11,45 Euro müssen steirische GKK-Versicherte selbst bezahlen. Für Wiener GKK-Versicherte sind es aber nur 2,64 Euro – auch wenn sie in der Steiermark zum Arzt gehen – und für SVA-Versicherte 3,49 Euro.

Steirische GKK-Versicherte zahlen also mehr als das Vierfache von Wiener GKK-Versicherten. „Wir wollen gleiche Rechte für alle und damit Gerechtigkeit. Das ist nämlich die Zwei-Klassen-Medizin, von der die Krankenkassen behaupten, dass es sie nicht geben darf“, sagte Millauer.


Steirische GKK hat bisher nicht reagiert

Dazu Arbeiterkammer-Vizepräsident Franz Gosch: Unser Wahlspruch heißt - „Gerechtigkeit muss sein. Dem fühle ich mich verpflichtet. Das gilt natürlich auch, wenn Menschen krank sind. Als ich es zuerst gehört habe, wollte ich es ja gar nicht glauben, dass diese Ungerechtigkeit gibt, dass Versicherte verschiedener Krankenkassen unterschiedliche und teils erbärmlich schlechte Rückersätze bekommen, die weit von 80 Prozent entfernt sind“.

Darum habe er sich mit seiner ÖAAB-FCG Fraktion in der Arbeiterkammer der Sache angenommen und einen Antrag eingebracht der die GKK auffordert die Rückerstattung der Wahlarztkosten auf ASVG-Basis von 80% zu gewährleisten. Der Antrag wurde 2015 vom sozialpolitischen Ausschuss der Arbeiterkammer Steiermark einstimmig, also mit den Stimmen aller Fraktionen, beschlossen. Eine Reaktion der GKK auf diese Initiative blieb jedoch bislang aus. "Mit "GePad" wollen wir einen neuen Anlauf für mehr Fairness für Patienten von Wahlärzten schaffen und die Kostenrückerstattung verbessern", so Gosch.

Versorgung für Steirer in den letzten Jahren schlechter geworden

Der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner wies darauf hin, dass Wahlärzte gemeinsam mit den Kassenärzten heute die medizinische Grundversorgung sicherstellen: Im Jahr 2000 kamen auf eine Kassenärztin bzw. einen Kassenarzt in der Steiermark 585 GKK-Versicherte, mittlerweile sind es rund 720 Versicherte. Diese Entwicklung werde durch Wahlärztinnen und Wahlärzte bis zu einem gewissen Grad ausgeglichen. Wir haben in der Steiermark nämlich auch 641 hauptberufliche Wahlärztinnen und Wahlärzte.

Lindner weiter: „Die Gesundheitsreform wird nur funktionieren, wenn auch die GKK ihre Hausaufgaben macht. Aber so lange es solche Limitierungen gibt, die ja nicht die Ärzte treffen, sondern die Patienten, hat sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht.“


Derzeit läuft eine Unterschriftenaktion in den steirischen Wahlarztpraxen und über das Internet (www.GePad.at), die der Initiative Nachdruck verleihen soll. An die 10.000 Unterstützungserklärungen gibt es bereits. Als Initiative werde man an die GKK Steiermark herantreten und die Erfüllung der Forderung nach mehr Patientengerechtigkeit verlangen, sagten Lindner, Gosch und Millauer. Sollte das nichts fruchten, stünden auch weitere Maßnahmen im Raum.

 

Fotocredit: Schiffer / Ärztekammer Steiermark

Symbolbild 1
 



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