Kürzungen bei Med Uni Graz treffen direkt die Patienten

Das LKH-Universitätsklinikum Graz ist die einzige Maximalversorgungseinrichtung der Steiermark. Es versorgt schwerste Fälle, seltene Erkrankungen und komplexe Notfälle, für die kein anderes Spital im Land die Kapazitäten oder die Kompetenz hat. Eine Ausweichoption gibt es nicht. Die Med Uni Graz ist kein akademischer Überbau, sie ist ein strukturell unverzichtbarer Teil dieses Systems. Kürzungen bei der Universität treffen deshalb die Patientenversorgung auf allen Ebenen: im Spital, in der Ordination und in der Versorgung im gesamten Bundesland.

Rund 600 Ärztinnen und Ärzte der Med Uni Graz sind am LKH tätig, 480 davon in der klinischen Patientenversorgung: in der Notaufnahme, auf den Stationen, im OP. Sie sind kein akademischer Overhead, sie sind ein tragender Teil der Akutversorgung.

„Wer jetzt den Rotstift bei der Medizinischen Universität ansetzt, beschädigt die Akutversorgung von heute und gefährdet die Versorgung von morgen“, betont Dr. Michael Sacherer, Präsident der Ärztekammer für Steiermark. „Wenn wir heute die Ausbildungsplätze kürzen, haben wir morgen keine Ärzte. Das ist keine Warnung, das ist Mathematik“, bringt er es auf den Punkt.

Kürzung der Versorgung

Auch Dr. Gerhard Posch, Obmann der Kurie Angestellte Ärzte, sieht die Situation äußerst kritisch. Der Dienstbetrieb an Universitätskliniken ist bereits jetzt angespannt, weitere Kürzungen gefährden seine Aufrechterhaltung.

„Die Kolleginnen und Kollegen am LKH arbeiten an der Belastungsgrenze. Wer jetzt Stellen kürzt, kürzt nicht abstrakt, er kürzt die Versorgung am Bett, in der Nacht, im Notfall“, so Posch.

Auswirkungen im niedergelassenen Bereich

Die Steiermark hat in den letzten Jahren erheblich investiert, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken: Stipendienmodelle, Lehrpraxenförderung, Ausbildungskooperationen zwischen Med Uni Graz und KAGes. Diese Maßnahmen verlieren ihre Wirkung, wenn gleichzeitig die Universität, die den Nachwuchs ausbildet, ausgehöhlt wird. Was an der Uniklinik nicht ausgebildet wird, fehlt später in den Ordinationen und in der Versorgung im gesamten Bundesland.

„Wer glaubt, diese Kürzungen treffen nur die Uniklinik, hat das System nicht verstanden. Was dort nicht ausgebildet wird, fehlt morgen in jeder Ordination, in jedem Dorf, bei jedem Patienten, der einen Arzt braucht“, zeichnet Prof. Dr. Dietmar Bayer, Obmann der Kurie Niedergelassene Ärzte ein dramatisches Bild.
 

Die Ärztekammer für Steiermark erkennt die budgetpolitische Notwendigkeit zu sparen an. Klar ist aber: Universitätsmedizin ist keine reine Budgetposition, sondern Daseinsvorsorge. Einsparungen müssen zu Ende gedacht sein und dürfen nicht dort ansetzen, wo sie direkt die Patientinnen und Patienten treffen.