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50% der Erkrankten wissen nicht, dass sie betroffen sind - „herz.leben“ hilft

Volkskrankheit Nr. 1 Bluthochdruck

13. Mai 2009


Die arterielle Hypertionie (Bluthochdruck) ist eine der häufigsten Erkrankungen der westlichen Welt, etwa 22% der erwachsenen Bevölkerung leiden darunter. Im EU Vergleich liegt die Steiermark, wie auch Österreich, in Bezug auf die Herz- Kreislauf Mortalität im europäischen Schlussfeld! Publizierte Daten 2002 bis 2004 zeigen für die Steiermark eine besorgniserregende Ausgangslage – 79% der PatientInnen erreichten trotz häufig angewandter Mehrfachtherapie das Blutdruckziel nicht.

Dr. Wolfgang Routil, Präsident der Ärztekammer für Steiermark: „In der Steiermark wurde mit dem Projekt herz.leben im Laufe der letzten Jahre das österreichweit einzige evaluierte Schulungsprogramm für Hypertoniepatienten eingesetzt und weiterentwickelt, dessen Ziel eine Intensivierung der Therapie unter Miteinbeziehung der PatientInnen in Ihre Behandlung ist. Bisher haben bereits 187 steirische Ärztinnen und Ärzte das Zertifikat zur Durchführung der herz.leben Schulungen erworben“.

Gerade in einer so langwierigen, aber andererseits symptomarmen Erkrankung wie der arteriellen Hypertonie ist es von essentieller Bedeutung, die Patienten mit in die Verantwortung für das Management ihrer Erkrankung einzubeziehen

Dazu Dr. Herbert Ederer / Projektleitung Herz.leben: „Nur wer ausreichend über seine Erkrankung informiert ist und viel darüber weiß, nimmt sie ernst und behandelt sie, obwohl er sie (noch) nicht spürt.“
Die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder COPD steht und fällt mit der Einbindung der betroffenen Patienten und deren Therapietreue (Compliance). Das Wissen der Ärzte und deren Möglichkeiten zur Behandlung sind in der Regel nicht die Ursache für das schlechte „Outcome“ bei der Therapie. Es ist - weltweit, aber besonders in Österreich - eine Katastrophe, dass nur jeder 7. an Bluthochdruck Erkrankte seine Zielwerte auch tatsächlich dauerhaft erreicht.
„Die Erfahrungen mit verschiedenen Schulungsmodellen (Herz.leben, Diabtetes aktiv, Rauchfrei dabei) in meiner Praxis zeigen, dass der Großteil der Patienten (zu) wenig über ihre Erkrankung wissen und einfachste Schulungsinhalte – mitbedingt durch den Erfahrungsaustausch in der Gruppen - nachhaltig zu vermitteln sind. Fazit: In meiner Praxis sind geschulte Patienten besser eingestellt und erreichen häufiger ihre Zielwerte“ schließt Ederer.

Bei über 1.000 Patienten, die bislang in diesem derzeit nur in der Steiermark angebotenen Vorzeigemodell mitgemacht haben, konnte gezeigt werden, dass durch strukturierte Kurse gut informierte Patienten ein Jahr nach absolviertem Kurs ihren Lebensstil verändert haben und auch deutlich niedrige Blutdruckwerte aufweisen. Dadurch wird das absolute Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, um 4% gesenkt (relatives Risiko minus 22%). Prof. Dr. Robert Zweiker von der Universitätsklinik für innere Medizin: „Dem Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen ist mit Sicherheit besser als die Folgen zu heilen, was ja meist nicht vollständig möglich ist."
Erfreulicherweise finden diese Daten auch europaweit reges Interesse. So werden wir das Herz.leben Programm und dessen erste Ergebnisse bei der Jahrestagung der europäischen Gesellschaft für Hochdruckerkrankungen in Mailand vorstellen können. Gerade aufgrund der bislang vorliegenden Ergebnisse ist es sicherlich gerechtfertigt, diese Form der Behandlung von Hochdruckpatienten auch aufgrund des damit erfolgreich transportierten Präventionsgedankens in die Regelversorgung der Krankenkassen aufzunehmen.

Liste der schulenden niedergelassenen Ärzte


 

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