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Hautärztliche Hilfe per Klick

International bedeutendes Telemedizinprojekt startet im Bezirk Liezen.

Bis zu 30 Prozent der Hausarztbesuche haben mit Hautproblemen zu tun, von Ausschlägen über Wunden bis zu Besorgnis erregenden Hautveränderungen, die Krebs befürchten lassen.

Bis es zu einer verlässlichen hautärztlichen Diagnose kommt, kann es aber dauern. Es gibt einfach nicht genug niedergelassene Hautärztinnen und Hautärzte dafür, im Bezirk Liezen sind es nur drei. Auch die Zahl der Krankenhäuser mit dermatologischen Abteilungen und Ambulanzen ist begrenzt.

In der Steiermark soll das nun dank des Projekts Teledermatologie anders werden. Dabei erstellt die Hausärztin oder der Hausarzt eine Erstdiagnose. Diese Verdachtsdiagnose, eine detaillierte Fragestellung und professionelle Bilder werden über ein sicheres Portal zu den beteiligten Hautärztinnen und Hautärzten geschickt. Die Antwort erfolgt innerhalb von 48 Stunden und wird von der Hausärztin oder dem Hausarzt an die Patientinnen und Patienten weitergegeben. Lange Wege und Wartezeiten bleiben dadurch erspart.

Finanziert wird das Projekt über den Gesundheitsfonds Steiermark und die Steiermärkische Gebietskrankenkasse. Entwickelt haben es PD Dr. Edith Arzberger und Univ.-Prof. Dr. Rainer Hofmann-Wellenhof als dermatologische Experten von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie der Medizinischen Universität Graz, mit Unterstützung von e-derm-consult GmbH. Diese stellt die IT-Infrastruktur zur Verfügung.

Echte Verbesserungen

Koordiniert wird das Projekt von der Ärztekammer für Steiermark. „Telemedizin ist sinnvoll, wenn sie den Bedürfnissen der Ärzte und Patienten gerecht wird und echte Verbesserungen bringt“, streut der Vizepräsident der Ärztekammer für Steiermark und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Telemedizin, Prof. Dr. Dietmar Bayer, dem Projekt Rosen.

Der Kurienobmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Ärztekammer-Steiermark-Vizepräsident Norbert Meindl, betonte, „dass die Ärztekammer voll hinter dem Teledermatologie-Projekt steht“.

Resonanz und Akzeptanz in der Region sind groß: Weit mehr Liezener Ärztinnen und Ärzte als ursprünglich kalkuliert, interessierten sich für das Projekt.

International beachtet

Furore, auch internationale, hat dieses Teledermatologie-Projekt bereits im Vorfeld gemacht. Arzberger konnte es bei einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Teledermatologie und bei der Jahrestagung des Berufsverbandes Österreichischer Dermatologen vorstellen.

Angelegt ist das Projekt auf zwei Jahre. Dabei wird es auch streng evaluiert. Gemessen werden die Inanspruchnahme, die Zufriedenheit der beteiligten Patientinnen und Patienten, aber natürlich auch der Ärztinnen und Ärzte. Weiters wird untersucht, wie groß die Zeitersparnis ist und wie sehr die Patiententransporte sowie Ambulanzbesuche reduziert werden können. Als Projekt läuft die „Teledermatologie“ nach bisheriger Planung bis Ende 2021. Ein von Arzberger erstellter vorläufiger Endbericht soll bis Mitte 2021 vorliegen, danach erfolgt die wissenschaftliche Bearbeitung mit deskriptiver Auswertung und Publikation der Daten.

Wenn die Erwartungen sich erfüllen, soll dieses „Pionierprojekt für Österreich“, wie es Arzberger nennt, dann in den Regelbetrieb gehen, und das natürlich nicht nur in Liezen.

AERZTE Steiermark 01/2020
 

Fotos: Martin Huber




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