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23.05.2018, 19:00 Uhr

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GKK: „Es geht um echte Veränderungen“

Substanzielle Verbesserungen statt simpler, prozentueller Honorarerhöhungen. Das ist der Weg, um den Kassenvertrag auch für junge Ärztinnen und Ärzte wieder attraktiv zu machen.

Kassenärztemangel – ein österreichweites Phänomen. 65 allgemeinmedizinische Stellen waren Anfang Jänner nicht besetzt, 10 davon in der Steiermark. Dazu kommen noch 5 fachärztliche Stellen für Kinder- und Jugendheilkunde, Gynäkologie und Psychiatrie. So wie in der jüngeren Vergangenheit üblich, nur von Landärztemangel zu sprechen, greift zu kurz. Denn es geht auch um Stellen in Bezirkshauptstädten, bei denen es hakt.

Noch ist es kein Massenphänomen, wenn man die 960 GKK-Stellen in der Steiermark zum Maßstab nimmt. Setzt man die vergeblich ausgeschriebenen Stellen aber in Relation zu den neu zu besetzenden, dann gibt es auch quantitativ gewaltige Probleme – bei einem zweistelligen Prozentsatz gelingt die Nachbesetzung nicht oder nur nach mühevoller Suche.

Problem anerkennen

Für den Obmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in der Steiermark, Ärztekammervizepräsident Norbert Meindl, ist der erste und wichtigste Schritt, „dass auch die Steiermärkische Gebietskrankenkasse das Problem anerkennt“. Denn nur für ein Problem, das akzeptiert werde, sei es möglich, eine Lösung zu suchen. An der Akzeptanz für den Kassenärztemangel scheint es aber derzeit an der Spitze der steirischen Gebietskrankenkasse noch zu mangeln.

Von einem Ärztemangel könne keine Rede sein, wird die amtierende GKK-Obfrau und Nationalratsabgeordnete Verena Nussbaum in der Kronenzeitung zitiert. Viele andere in Österreich, auch in den Gebietskrankenkassen, überlegen dagegen Maßnahmen gegen den – spezifischen – Ärztemangel im Kassensystem. „Die Systemverantwortlichen müssen alles unternehmen, um die Differenz zwischen dem Nachbesetzungsbedarf im Sachleistungssystem und dem Angebot an Ärzten, die bereit sind, im Sachleistungssystem zu arbeiten, zu beseitigen.“ So formulierte es etwa Franz Kiesl , Ressortdirektor Vertragspartner in der oberösterreichischen GKK, bereits im Jahr 2015.

Um das Problem in der Steiermark zumindest zu lindern, verlangt die Ärztekammer strukturelle Maßnahmen. Erster Schritt: die Beseitigung von unverständlichen Degressionen und Limiten. „Ärztliche Leistungen sind das Resultat einer medizinischen Indikation, die zumeist auch in den entsprechenden Richtlinien festgelegt ist“, sagt Meindl. Daher könnten Ärztinnen und Ärzte nicht verstehen, warum viele Leistungen kontingentiert sind.

Das ist nur ein Beispiel von vielen. Für die aufwändige Visite gibt es etwa ein Gesamtlimit über alle Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin. Dazu kommen individuelle und Fachgebietsdegressionen, die letztendlich zu wirtschaftlich nicht mehr tragfähigen Tarifen führen.

Weitere Gründe dafür, dass sich immer weniger Kassenvertragsärztinnen und -ärzte finden: überhaupt fehlende Leistungen, von denen aus dem Spital kommende Ärztinnen und Ärzte überhaupt nicht verstehen können, warum sie im Kassenkatalog fehlen, Leistungen (Beispiel Verbandswechsel), die schlicht nicht kostendeckend sind und natürlich die massive Bürokratie, fehlende Zusammenarbeitsformen (Job-Sharing, Anstellung von Ärztinnen und Ärzten in kassenärztlichen Praxen …)

„Honorarkosmetik ist keine akzeptable Lösung, wir brauchen mutige strukturelle Veränderungen im Kassensystem und drängen darauf, dass sie endlich realisiert werden“, so Meindl.

 

Fotos: Fotolia, Meister




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