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Etappensieg für Chirurgie und Campus

 

Im Abstand von einem Monat werden die Großprojekte am LKH-Universitätsklinikum Graz, die neue Chirurgie und der Campus der Medizinischen Universität, eröffnet. Damit haben KAGes-Vorsitzender Tscheliessnigg und Rektor Samonigg Ziele erreicht, zu denen sie vor Jahren aufgebrochen sind.

 

Help – Hilfe! Mit diesem dramatischen Appell, entwickelt vom Grazer Künstler, Kunst- und Medientheoretiker Richard Kriesche, bekam das Projekt „Chirurgie neu“ die Dynamik, die am 13. September die Eröffnung des 1. Bauabschnitts möglich macht. 116 Millionen Euro Kosten, 16 Operationssäle, davon 2 Hybrid-OPs, sind die Eckpfeiler. Dass Karlheinz Tscheliessnigg den Bau, den er als Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie aus tiefer Überzeugung und mit großer Vehemenz betrieben hatte, nun als Vorstandsvorsitzender der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft miteröffnen kann (siehe Interview), ist eine der freundlichen Pointen, die das Leben auch schreibt.

 

Gebaut wird aber weiter: Dass der Neubau nun in Betrieb gehen kann, ist die Voraussetzung dafür, dass das „alte“, in den sechziger Jahren errichtete Chirurgiehochhaus umfassend saniert werden kann. Dessen schlechter Bauzustand, der immer wieder zu massiven Pannen geführt hatte, war ja der Anlass für den Neubau. Aber auch diese Bauetappe B mit Kosten von rund 60 Millionen Euro ist noch nicht der endgültige Abschluss. Es folgen dann noch der B- und der A-Trakt als dritte und vierte Bauetappe. Erst dann wird das Großprojekt endgültig abgeschlossen sein. Insgesamt sind Errichtungskosten von rund 250 Millionen Euro (auf Preisbasis 2012) kalkuliert. Die Bruttogeschoßfläche beträgt rund 70.000 Quadratmeter.

 

Der Schriftzug „HELP“ prangt auch über dem fertiggestellten Bau, allerdings nicht mehr als Hilferuf in dramatischem Rot, sondern als freundliches Motto in bunten Farben.

 

Vier Hektar Campus

Nur vier Wochen nach der Chirurgie-Eröffnung, am 13. Oktober, wird der Campus der Medizinischen Universität, am anderen Ende des Klinikums, offiziell eröffnet. Als treibende Kraft hinter diesem Vorhaben gilt der Rektor der Meduni, Hellmut Samonigg. Als er und Tscheliessnigg noch Vizerektoren waren, wurden die beiden Projekte gelegentlich sogar in Beziehung gestellt, obwohl sie natürlich völlig unterschiedliche Aufgaben haben. Die Kosten sind allerdings ähnlich: 180 Millionen Euro hat die Bundesimmobiliengesellschaft in das Modul 1 investiert, gemessen wird in Hektar. 4,3 sind es. Wenn von einem Modul 1 die Rede ist, kann man daraus ableiten, dass auch dieser Bau weitergehen soll. Tatsächlich ist ein Modul 2 in Vorbereitung, dafür fehlt aber noch eine definitive Finanzierungsabsicherung durch das Finanzministerium. Durch den Campus wird jedenfalls eine Bündelung der Institute in Zentren und gemeinsamen Core Facilities möglich. Damit, so Samonigg, „wird die Konzentration auf die Stärkefelder der Meduni Graz durch die neuen Strukturen vereinfacht, was wiederum Betriebsansiedelungen zufolge hat und die Attraktivität als Kooperationspartner für die Wirtschaft erhöht.“

 

„Auf der Höhe der Zeit“

KAGes-Vorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg im Interview.

 

Herr Professor Tscheliessnig, Sie gelten als Spiritus Rector dieses Chirurgieneubaus und als jener, der ihn durchgesetzt hat. Warum dieser jahrzehntelange Kampf um die neue Chirurgie?

 

Einfach erklärt: Weil die alte kaputt war. Als ich Anfang der 70er-Jahre ein junger Arzt war, waren wir alle hellauf begeistert von der damaligen „neuen Chirurgie“. Statt Sälen mit 28 Betten oder mehr, gab es plötzlich moderne Krankenzimmer mit zwei, vier oder höchstens sechs Betten und eigenen Sauerstoff- und Vakuumleitungen für jedes Bett. Und die Dienstzimmer für das Personal verdienten diesen Namen und waren nicht irgendwelche Winkel von Gängen. Dieser Name „neue Chirurgie“ war aber später wohl auch Teil des Problems, als das Paket LKH 2000 zwischen dem Land Steiermark und dem Bund geschnürt wurde. Denn obwohl sowohl die tragende Struktur außen wie auch die Systeme innen am Ende waren, wurde nur über andere Projekte verhandelt.

 

Wie haben Sie es dann geschafft, die Chirurgie auf die Verhandlungsagenda zu bekommen?

 

Da gebührt ganz sicher auch Prof. Richard Kriesche Dank, der mit mir gemeinsam die – im wahrsten Wortsinn – „Dachmarke HELP“ entwickelt hat. Erst als auf dem Chirurgiehochhaus diese vier Lettern prangten, kam wirklich Bewegung in die Sache.

 

Und jetzt sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

 

Mit dem Teilergebnis, genau gesagt, sehr. Denn es ist ja erst der erste Bauabschnitt, den wir jetzt in Betrieb nehmen dürfen. Aber der ist mit modernen Patientenzimmern, zeitgemäßen Bereichen für das Personal und – was mein Chirurgenherz natürlich besonders erfreut – modernsten OPs bis hin zu zwei  Hybrid-Operationssälen schon auf der Höhe der Zeit. Ich getraue mich zu sagen, dass wir da den aktuell wohl modernsten Chirurgiebau Österreichs, wenn nicht Mitteleuropas haben. Bis halt woanders ein wiederum modernerer in Betrieb geht, wie es ja auch sein muss.

 

Fotos: Meduni Graz, Conclusio




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