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Mann mit Visionen sucht einen Arzt. Besser gesagt: mehrere.

Ein Gesundheitspark, getragen von kooperierenden Ärztinnen und Ärzten verschiedener Fachrichtungen, mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten und modernster Ausstattung … und das direkt am geplanten Grazer Stadtteil Reininghaus. Primar Hanns Manfred Winkler hat eine Vision. Jetzt sucht er nur noch die Ärzte dafür.

U. Jungmeier-Scholz

Noch bahnen sich nur die ersten Grashalme ihren Weg durch die Erde jener 28.000 Quadratmeter Grund inmitten von Graz – zwischen dem Verkehrsknotenpunkt Don Bosco und dem geplanten Stadtteil Reininghaus.
Später sollen Bagger folgen. Denn Primar Hanns Manfred Winkler hat Visionen für sein Grundstück: „Der Gesundheitspark Reininghaus, der mir vorschwebt, soll eine Art extramuraler Ambulanz werden, die dieselben Möglichkeiten bietet wie eine Spitalsambulanz, aber im niedergelassenen Bereich. Damit wäre eine echte Entlastung der Spitalsambulanzen möglich – und eine optimale Patientenversorgung weiterhin leistbar.“

Sängerknabe gründet Dialysezentrum

Die Idee dazu entstand im Zuge seiner ärztlichen Tätigkeit: Winkler ist Nephrologe und Eigentümer des Dialysezentrums Graz-West. „Als ich vom Klinikum in den niedergelassenen Bereich gewechselt bin, wurde ich zwangsläufig auch Unternehmer. Und je tiefer man in die Materie des Gesundheitswesens eindringt, desto mehr Optimierungsmöglichkeiten fallen einem da ein.“ Von Anfang an vorgezeichnet war Winklers beruflicher Werdegang keineswegs: Das erste außergewöhnliche Talent, das seine Eltern in ihm entdeckten, war nämlich sein Gesang. Und so übersiedelte der gebürtige Kärntner mit zehn Jahren nach Wien, um Sängerknabe zu werden. Es folgten acht bewegte Jahre, die er zur Hälfte auf Reisen verbrachte.

Nach der Matura – da verspürte er schon den Wunsch, Arzt zu werden –, wollten ihn seine Eltern wieder näher bei sich haben und so studierte er in Graz Medizin. Die Wartezeit auf eine Facharztstelle überbrückte er mit ersten Berufserfahrungen im LKH Weiz. Nach neun Monaten dort wurde ihm eine Facharztstelle für Innere Medizin am Grazer Klinikum angeboten. Obwohl sein Förderer, Professor Siegfried Sailer, gerne einen Hämatologen aus ihm gemacht hätte, akzeptierte er Winklers Entscheidung für die Nephrologie. „Ich wollte nicht den Großteil meiner Zeit nur ins Mikroskop schauen“, erklärt Winkler seine Wahl. Das Interesse an den Nieren entstand im Laufe seiner Ausbildung und auch das Kollegium an der Nephrologie sagte ihm sehr zu. Also absolvierte er die entsprechende Zusatz-Facharztausbildung und blieb an der Nephrologie des Grazer Klinikums. Als Ende der 1980er-Jahre in der Steiermark der Engpass bei Dialyseplätzen unübersehbar wurde, fasste Winkler den Entschluss, die Genehmigung für ein privates Ambulatorium einzuholen und sich selbständig zu machen.

Baurechte ab morgen zu vergeben

Am 18. Dezember 1991 eröffnete er sein Dialysezentrum Graz-West in Wetzelsdorf – mit 16 Plätzen. Bis dahin hatte er bereits seine ersten Erfahrungen als Neo-Unternehmer gemacht.
Allein die Suche nach einer entsprechenden barrierefrei zugänglichen Immobilie mit der benötigten Haltemöglichkeit für die zahlreichen Rettungswagen gestaltete sich nicht ganz einfach. „Und diesen Aufwand würde ich anderen Ärztinnen und Ärzten gerne ersparen“, betont Winkler. „Wer sich am Gesundheitspark Reininghaus beteiligt, findet hier die idealen Bedingungen vor, kann seine Immobilie selbst planen, auf ausreichend Tiefgaragenplätze zugreifen – dafür gibt es bereits eine Baugenehmigung – und kann von mir aus schon morgen in das Projekt einsteigen.“ Winkler selbst ist Eigentümer der Liegenschaft und betreibt auf dem Areal seit einem Jahr das übersiedelte Dialysezentrum. Für seinen Grund vergibt er Baurechte, allerdings nur an Betreiber von Gesundheitsinfrastruktur und andere Unternehmen, die zur Ausstattung des Parks passen, also Gastronomie, eventuell eine Kinderbetreuungseinrichtung für die Angestellten und ein Medhotel. „In diesem speziellen Hotel könnten die tagesklinisch oder tageschirurgisch versorgten Patienten am nächsten Tag gleich noch zur Kontrolle gehen, oder wer eine weitere Anreise hat, checkt schon am Vortag ein.“

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Winklers ursprünglicher Traum, als er das Grundstück im Jahr 2005 gekauft hat, war die Schaffung eines zusammenhängenden Zentrums gewesen – mit allem, was auch eine Spitalsambulanz bietet: möglichst viele Fachrichtungen, entsprechende Öffnungszeiten, Betreuung der Patienten durch ein eingespieltes Ärzteteam und modernste Infrastruktur, die durch die gemeinsame Nutzung leichter zu finanzieren wäre.
Für zehn Ambulatorien hatte er bereits vom Land Steiermark eine Genehmigung zugesprochen bekommen. Nach einem Einspruch durch die GKK Steiermark hat jedoch der Verwaltungsgerichtshof die vorläufigen Genehmigungen – wegen Verfahrensfehlern – wieder aufgehoben.

Aus diesem Grund hat Winkler seine Pläne geändert und setzt nun auf eigenständige Ärztinnen und Ärzte, die aber eng miteinander kooperieren sollen. „Idealerweise sollte im Gesundheitspark Reininghaus innerhalb eines Tages die Abklärung einer Krankheit durch verschiedene Fachärzte samt Diagnose und Therapievorschlag machbar sein. Das wäre auch ein super Service für Menschen aus den Regionen, die sonst zu verschiedenen Fachärzten in unterschiedliche Städte fahren müssten.“ Allein, was da an beruflichen Fehlzeiten eingespart werden könnte …
Auch eine ambulante Rehabilitation sähe Winkler gerne integriert. Er selbst will sich in Zukunft jedoch auf die Vergabe der Baurechte auf seinem Grund beschränken. „Ich bin der Garant dafür, dass dieses Areal immer im Dienste der Gesundheit bleiben wird.“

Ein Gesundheitsdorf soll wachsen

„Ja, ich war schon enttäuscht, dass mein ursprünglicher Plan eines umfassenden Ambulatoriums nicht verwirklicht wurde“, gibt er zu. Aber er bezeichnet sich als geduldigen Menschen, der auch abwarten kann, bis sich etwas Neues herauskristallisiert. Nun wird eben kein Großbau auf seinem Grundstück entstehen, sondern der Gesundheitspark wie ein Dorf Stück für Stück wachsen. Letztlich soll hier für den Gesundheitsbereich etwas entstehen, wie es ein Einkaufszentrum für den Handel ist. Ziel bleibt es, dass die Ärztinnen und Ärzte des Gesundheitsparks Reininghaus gemeinsam arbeiten werden, kostenintensive Infrastruktur im Verbund nutzen und Synergien schaffen. „Einzelkämpfer werden es im zukünftigen Gesundheitssystem schwer haben“, ist Winkler überzeugt.

Vor dem Genehmigungsdesaster wollten sich bereits einige InteressentInnen an dem Projekt beteiligen, die sich dann anderweitig orientiert haben. Jetzt, unter den neuen Voraussetzungen, macht sich Winkler neuerlich auf die Suche nach möglichen Kooperationspartnern. „Wenn einmal zwei oder drei zu bauen beginnen, bekommt das Projekt sicher eine Eigendynamik.“
Mit seinem eigenen hochmodernen Dialysezentrum am Standort ist Winkler rundum zufrieden: „Wenn ich gewusst hätte, wie sehr die neuen Räumlichkeiten die Arbeitsabläufe erleichtern würden, hätte ich schon früher mit dem Bau begonnen.“ Jetzt sucht er nur noch Menschen, die in ihren Fächern ähnliche Ideen verwirklichen wollen.

 

Fotos: Harry Schiffer




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