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Einmal Mond und retour

Der Anästhesist Dr. Stefan Mager ist ein lebendes Lexikon, was Flugzeuge anbelangt. Für sein Hobby Plane-Spotting sammelt er Flüge und Flugzeuge und hält sie in Daten und Fotografien fest.

Walter Hoch

Manchmal wird die Entscheidung für ein Lebens-Hobby vor der zu einem bestimmten Beruf gefällt. Stefan Mager, 1972 in Lienz geboren, packte im zarten Alter von 8 Jahren die Faszination für Flugzeuge. Doch erst einige Zeit später – mit 16 – kristallisierte sich dann die Liebe zum Arztberuf heraus – erleichtert durch Vorbilder in der Familie: sein Vater und sein Onkel waren Ärzte.
Nach Schulzeit und Universität in Graz durchlief Mager die üblichen Turnus-Stationen, wählte aber aus eigenen Stücken zusätzlich noch eine Turnusstelle in Rottenmann auf der Anästhesie. Diese führte 2005 zu seiner Facharzt-Ausbildung im Fach Anästhesie. Seit 2011 ist Mager mit Leib und Seele Oberarzt der Anästhesie im LKH Hochsteiermark in Bruck/Mur. „Ich genieße das kleinere Haus, hier hat man zwar nicht so viele Kollegen, dafür lernt man die aber viel besser kennen und wird vertraulicher als in einem großen Spital“, so Mager.

„Ich gehe dann spotten …

Es war der erste Flug mit dem Vater in den Urlaub nach Griechenland 1980, der so nachhaltig wirkte. In einem Alter, in dem andere 8-Jährige dem Lederball nachhetzen, ging der kleine Stefan zum Flughafen Graz-Thalerhof „Flugzeug schauen“. Mit 13 wurde er zum klassischen Spotter.
Ein Planespotter erfasst von den Flugzeugen am Flughafen vier markante Merkmale: Zu welcher Fluglinie gehört der Flieger, welches Flugzeug ist es (eine Boeing 777, eine Fokker 100, ein Airbus 320 oder welches sonst?), welches Kennzeichen hat es (jeder Flieger hat eines), ist es speziell bemalt?
Mit 15 kam zu den schriftlichen Aufzeichnungen das Fotografieren hinzu. Und seit er 20 war, genehmigt sich Mager zusätzlich zu den Urlaubsflügen 1 bis 3 Flüge jährlich nur für sich allein. Diese dienen der Flugstatistik, die jeder Anhänger dieses Hobbys führt. Mager fliegt dann mit Flugzeugen oder mit Fluglinien, mit denen er bisher noch nicht geflogen ist. Meist sind das Kurzflüge.

Seine Flugstatistik bis Stichtag 20. 1. 2017 ist beachtlich: 343 Flüge, 47 verschiedene Fluglinien mit 52 Flugzeugtypen, auf 61 Flughäfen in 24 Ländern, Flugstrecke insgesamt: 700.000 km. Das ist großzügig gerechnet: einmal zum Mond und wieder retour.
Neben mehreren anderen Aspekten sind es vor allem zwei Dinge, die Mager am Planespotting faszinieren: Das Schweben in und über den Wolken, das Fliegen an sich, empfindet er noch immer als Genuss. Und dann interessiert ihn die Technik dahinter. Etwa die Frage: Welche Kräfte sind notwendig, damit ein Jumbo-Jet mit immerhin 400 Tonnen Gewicht in die Luft gebracht wird? Ein Großraumflugzeug verleiht ein eher behäbiges Fluggefühl, die Steig- und Sinkraten sind weit weniger zu merken als bei einer kleinen Piper.

… und bringe tolle Fotos mit!“

Für ein gelungenes Spotter-Foto sollte außer dem Flugzeug nichts anderes im Bild sein, also keine Plattform oder Ähnliches. Das Wetter muss klar sein, deswegen dominiert der Zeitraum April bis Oktober. Meist wird vom Boden aus, vom Rand des Rollfeldes fotografiert.
Eine Stehleiter, um über den Absperrzaun zu reichen, ist oft unentbehrlich für eine gute Sicht auf den Anflugbereich. Immerhin bauen aber manche Flughäfen, z. B. Zürich, eigens Löcher in die Zäune – nur für die Spotter. Stimmt alles, dann wird das Foto in einem Spotter-Forum im Internet veröffentlicht. Durch den Vergleich eigener Fotos und der eigenen Flugstatistik mit jenen von anderen Spottern eignet man sich auch ein großes Fachwissen über das Fliegen an.
Kleinere Sportflieger sind auf einem Foto erst in ihren Details erkennbar, wo sie doch sonst für das menschliche Auge viel zu schnell unterwegs sind. Die Schärfe des Fliegers im Vordergrund und der verschwommene, wie verwischte Foto-Hintergrund lässt ein Geschwindigkeitsgefühl entstehen, das beim Betrachten viel bewusster wird als im TV oder bei Air-Races.

Mit der Tochter ins Freie

Zwar sieht Mager keine direkte Verbindung zwischen dem Spotten und der Anästhesie. Aber weil das Spotten ja im Freien stattfindet, ist es für ihn der ideale Ausgleich zur Tätigkeit in den geschlossenen Räumen im Spital.
Seine Frau hat sein – doch etwas zeitaufwendiges Hobby – gleichsam mitgeheiratet. Inzwischen begleitet ihn auch die 5-jährige Tochter gerne, wenn er das Flughafen-Areal in der frischen Luft entlanggeht. 2016 war Mager 84 Mal am Flughafen Graz-Thalerhof zum Spotten. Vieles dort ist ihm seit langem bekannt, weil er in Schul- und Studienzeiten in der Frachtabteilung im Rahmen von mehreren Ferienjobs gearbeitet hat. Darüber hinaus ist er auch gerne gesehen, nützt doch vorwiegend das Bodenpersonal gelegentlich seine Fotos und seine spezifischen Kenntnisse. So kommt er auch ganz nahe an einen weiteren Punkt seines Interesses heran: „Es fasziniert einen, wenn man Schritt für Schritt miterlebt, wie hier aus den 140.000 Fluggästen im Jahr 1980 ein Gäste-Volumen von beinahe über einer Million entstanden ist. Was hier alles in der Flughafen-Gestaltung und vor allem in der Fluglogistik in Bewegung gekommen ist …“, gerät Mager ins Schwärmen.

 

Fotos: Mager, beigestellt




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