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KulturSommerNacht
30.06.2017, ab 19:00 Uhr

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Ohren auf!

Andreas Acham ist HNO-Arzt und „Impromusiker“. Seit 17 Jahren motivieren ihn das Interesse an den menschlichen Sinnen und der Spaß an der Arbeit. Instrumental untermalt er Szenen im Improvisationstheater und verstärkt binnen Sekunden Emotionen, die nicht vorhersehbar sind. Was für ein Gefühl, vor 100 Menschen auf eine Bühne zu treten, ohne zu wissen, was die nächsten Stunden bringen werden...

Den ersten Anstoß für eine Handlung gibt immer das Publikum: „Was ist dein Vater von Beruf?“ –„Weinbauer“. Eine der in der Szene handelnden Personen wird dann ein Weinbauer sein, oder eine Weintraube, die gerade gepflückt wird. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. „Improtheater ist Bühnentheater, das nicht geprobt ist. Die beteiligten Schauspieler und Musiker improvisieren alle Szenen, nicht einmal Texte sind vorbereitet“, erklärt Acham.

Auch die Spielarten sind verschieden. Es kann ein einzelner Schauspieler auftreten, es kann aber auch eine Gruppe auf der Bühne stehen – meist sind das zwischen zwei und fünf Darsteller und zumindest ein Musiker. Die Performance kann lose Regeln haben, über die das Publikum vorher informiert wird. So kann zum Beispiel vorgegeben werden, dass eine Szene eine Heldin hervorbringen soll. Die Zuschauer können über das zu bedienende Genre oder Fremdsprachen abgefragt werden, genauso kann entschieden werden, ob Lieder oder gar ganze Musicals aus dem Stegreif entstehen sollen. Meist besteht ein Abend aus mehreren unterschiedlichen Teilen. Es gibt jedoch auch spezielle Formate, die einen durchgehenden Handlungsstrang über die gesamte Aufführung erarbeiten.

Genauso ungeplant wie das Theater selbst, ist die Geschichte, wie Andreas Acham dazu gekommen ist: Bereits als Student hat er nebenher als Barpianist gearbeitet. Im Zuge dessen erhielt er das Angebot, Stummfilme am Klavier zu begleiten – eine gute Vorbereitung auf das Improtheater. Denn auch hier ist es sehr wichtig, sich stark auf die Akteure zu konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren.

Bei einer Filmaufführung im Grazer Paradeishof hörte er erstmals vom Improvisationstheater und bekam das Angebot, es doch einmal zu versuchen. Bereits eine Woche später war es dann soweit.

Seit 1997 hat Acham nun als Impromusiker und Ensemble-Mitglied beim Theater im Bahnhof (TiB) die schwierige Aufgabe, Szenen akustisch zu untermalen bzw. durch die Musik gewisse Stimmungen zu vermitteln und Akzente zu setzen, die für die jeweilige Handlung hilfreich sind. Andererseits müssen spontan Lieder und Musikstücke entstehen. Die Melodien kommen meist vom Musiker, es kann aber auch umgekehrt sein und jemand fängt auf der Bühne zu singen an. Binnen Sekunden steigt der Musiker instrumental ein – eine Spitzenleistung des Gehirns, die mehr als zwei Stunden lang andauern muss.

Ausgleich zum Brotberuf
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Einspielen von Geräuschen: Einmal wird ein Klingelton benötigt, ein anderes Mal eine Hupe, ein Zusammenstoß, eine Explosion,… Stressen lässt sich Acham aber nicht mehr: „Nach den vielen Jahren ist schon eine gewisse Gelassenheit vorhanden, aber ich freue mich jedes Mal auf das, was da kommen mag. Es ist ein super Ausgleich zum Brotberuf.“

Obwohl nichts geplant, kontrollierbar und vorhersehbar ist, setzt sich das Ensemble zum Ziel, am Ende eine schlüssige, oftmals lustige, aber manchmal durchaus ergreifende und ernste Geschichte entstehen zu lassen – was meistens gelingt: „Schwere Patzer passieren erfreulicherweise selten. Und wenn doch, weiß das Publikum ja, worauf es sich eingelassen hat.“

Ein aktuelles Projekt, an dem Acham beteiligt ist, feierte am 8. Dezember im Cafe „Stockwerk“ am Jakominiplatz Premiere: die Musik beim sogenannten „Jazz and Poetry Slam“. Autoren tragen dabei ihre Texte vor, diese werden direkt während des Vorlesens musikalisch ergänzt. Drei Musiker befinden sich auf der Bühne, erhalten eine kurze Anweisung worum es im jeweiligen Text geht – und dann geht’s los!

Der nächste Slam wird im Jänner 2015 stattfinden.


Improvisationstheater in Graz

Montag – die improvisierte Show
jeden Montag im Grazer Orpheum

Game of Death
Solo-Performance in englischer Sprache, mit dem Schauspieler Jacob Banigan und einem Musiker. Einmal pro Monat im Theater im Bahnhof in der Elisabethinergasse

Karten:
Einzelkarte: € 16,00
Es gibt Ermäßigungen für Schüler, Studenten und Gruppen

Reservierungen:
grazer@spielstaetten.at oder +43 316 8008 – 9000

 

Fotocredit: Gubisch

Symbolbild 1
 



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