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„Abgetaucht“ in den Zweitberuf

Mit „Abgetaucht“ hat Dr. Constanze Dennig, Grazer Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie, ihren ersten Kriminalroman veröffentlicht. Neben einem Therapiezentrum leitet sie zudem das Theater am Lend und produziert erfolgreich eigene Bühnenstücke.

Von Daniel Rebernegg


Eine Ausbildung an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen war ihr eigentliches Ziel. Doch Constanze Dennig folgte dem Wunsch ihrer Eltern, die sich eine „anständige Ausbildung“ für ihre Tochter wünschten. „Dass es dann ausgerechnet ein Medizinstudium wurde, war aber eher Zufall“, gibt sie heute zu. Ein Freund empfahl ihr damals, sich auf der MedUni Wien zu inskribieren, um ihre Eltern vorerst zufriedenzustellen. „Irgendwie fiel ich dann aber von einem ins andere.“ So blieb Dennig bei ihrem Studium, ohne ihren eigentlichen Traum aus den Augen zu verlieren.
Während ihrer Fachausbildung schaffte sie es sogar, beides erfolgreich in einem Theater für Menschen in psychiatrischer Behandlung zu kombinieren. „Die Musik schafft den Zugang zum Patienten und so wird das Ganze zu einer sozialen Begleittherapie“, erklärt sie ihre damalige Methode.

Den Spagat zwischen ihrem Erst- und ihrem Zweitberuf, wie sie selber sagt, meistert die passionierte Schriftstellerin mit Leichtigkeit: „Psychiatrie und Neurologie haben viel mit dem Theater zu tun. Die Menschen, ihre Ausdrücke, ihre Geschichten und die Hintergründe, das passt schon sehr gut zusammen.“ Bis heute hat Dennig an die 20 Bühnenproduktionen geschrieben, die unter anderem im Kunsthaus, im Schauspielhaus oder im Literaturhaus aufgeführt wurden. Seit Oktober 2007 hat Dennig sogar ihre eigene Spielstätte: Zusammen mit Edith Draxl von uniT, dem Verein für Kultur an der Karl-Franzens Universität, gründete sie das Theater am Lend. „Die einen haben einen Porsche in der Garage stehen und ich habe dafür mein eigenes Theater“, schmunzelt Dennig.

Die Dramatikerin schreibt seit einiger Zeit aber auch Romane: „Im Gegensatz zu Büchern werden Theaterstücke x-fach geändert und sind mit hohem organisatorischem und finanziellem Aufwand verbunden. An einem Buch kann ich vollkommen alleine arbeiten, was manchmal auch eine nette Abwechslung ist.“ Es gibt auch einige Gemeinsamkeiten beim Schreiben von Romanen und Theaterproduktionen, vor allem das Finden attraktiver, fesselnder Charaktere ist für beide Seiten entscheidend: „Hat man die Figuren gefunden und so kennengelernt, dass man weiß, wie sie in gewissen Situationen handeln würden, geht das Schreiben leicht von der Hand.“

In ihrem Roman „Abgetaucht“ hat sich die Autorin vorerst in bekannten Milieus bewegt: eine Psychiaterin, die einen Todesfall aufdeckt, indem sie sich in die Wiener Theaterszene begibt. Ähnlichkeiten zum wahren Leben? Geplant! „Natürlich fällt es leichter, wenn man über einen Bereich schreibt, den man praktisch auswendig kennt. Hätte ich einen Roman über einen Rechtsanwalt verfasst, wäre viel mehr Recherche- und Hintergrundarbeit nötig gewesen.“ Neben ihrem Berufsweg haben Dennig und Dr. Liebekind-Spanneck, die Heldin im Roman „Abgetaucht“, allerdings nur wenige Ähnlichkeiten. „Meine Hauptfigur entspricht keinem Klischee, das macht sie sympathisch, denke ich. Ich würde sie als weiblichen Dr. House bezeichnen. Sie ist ehrlich, hat ein großes Herz und ein starkes Gerechtigkeitsgefühl. Ihre Liebesprobleme habe ich aber definitiv nicht“, schmunzelt die zweifache Mutter, die auf all ihre Charaktere, die im Buch vorkommen, sehr stolz ist. Dass sie in ihrer Tätigkeit als Psychiaterin auch auf „schrullige Typen“ trifft, ist demnach bestimmt kein Nachteil, gesteht sie ein.

„Abgetaucht“ ist der erste Kriminalroman von Constanze Dennig. Auf einem Sommerfest, das ihre Bühnenverlegerin veranstaltete, lernte sie die Leiterin des Amalthea Verlages kennen. „Zu dieser Zeit war man dort gerade auf der Suche nach einem Krimi. Ich konnte mit dem Genre allerdings nie etwas anfangen und fühlte mich nicht angesprochen“, erinnert sie sich an das erste Treffen zurück. Trotzdem kam Dennig beim Laufen am Donaukanal – Wien ist noch immer ihr Zweitwohnsitz – eine Idee zu einem passenden Krimi. Das kurze Exzerpt schickte sie an den Verlag, der im Gegenzug sofort das komplette Skript haben wollte. „Zu dem Zeitpunkt gab es aber gerade erst einmal die Idee in meinem Kopf, mehr nicht. Also schrieb ich schnell das erste Kapitel“, erzählt die Autorin, die für den gesamten Kriminalroman gerade einmal vier Monate benötigte.

Ab Herbst beginnt die Promotion-Tour für den ersten Band. Doch Dennig weiß bereits, wie es mit ihrer Figur weitergehen wird: „Eine Idee für ein zweites Buch habe ich schon im Kopf. Wenn sich das erste Buch gut verkauft und der Verlag zustimmt, kann es also weitergehen mit den Fällen von Alma Liebekind-Spanneck.“




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