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Aus der „Sportpension“ zum Weltmeistertitel

Über Hawaii, Klagenfurt und San Francisco nach Wels. Der Grazer Allgemeinchirurg Alexander Szyszkowitz krönte sich in Oberösterreich bei den „Medigames“ zum Triathlon-Weltmeister.

Von Robert Ernst-Kaiser


Im Juni traf sich in Wels die Elite der internationalen Sportszene aus dem Bereich Medizin und Gesundheit zu den Sportweltspielen medizinischer und gesundheitlicher Berufe – kurz „Medigames“. Mittendrin der Grazer Allgemeinchirurg Alexander Szyszkowitz, der im Kurzdistanz-Triathlon an den Start ging. „Ich habe mich erst einen Tag vor dem Bewerb dazu entschlossen, an den Start zu gehen. 24 Stunden später war ich erstmals Weltmeister“, schmunzelt Szyszkowitz. Zu absolvieren waren in Wels 750 Meter schwimmend, 25 Kilometer am Rad und fünf Kilometer waren laufend zurückzulegen. Die Strecke absolvierte Szyszkowitz in einer Zeit von 1 Stunde und neun Minuten. Damit überquerte er in seiner Altersgruppe als Erster die Ziellinie – insgesamt musste er sich nur einem Schweizer geschlagen geben. „Dabei ist der Sprint gar nicht meine Lieblingsdistanz. Viel wohler fühle ich mich auf den langen Strecken“, so der Chirurg, der die Liebe zum Triathlon 2002 entdeckte.

„Ich habe mir damals ein Video vom Ironman auf Hawaii angesehen und mir gedacht, dass ich dort einmal am Start stehen muss.“ Den Gedanken noch nicht fertig gesponnen, hat der Chirurg mit dem Training begonnen und ist 2004 erstmals bei der „Mutter aller Ironman-Schlachten“ auf Hawaii angetreten. Er bewältigte die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer am Rad und den abschließenden Marathon in einer Zeit von 10 Stunden und 39 Minuten. Ein Jahr später nahm der 38-Jährige auf der Urlaubsinsel ein weiteres Mal die Strapazen auf sich und bewältigte die Strecke um rund 30 Minuten schneller. „Die Bewerbe auf Hawaii sind etwas ganz besonderes. Beim ersten Antreten war ich ein wenig unsicher, das hatte sich beim zweiten Mal jedoch schon wieder gelegt.“ Zu dieser Zeit richtete der Chirurg, der seit 2002 in der Grazer Marschallgasse bei den Barmherzigen Brüdern tätig und auf minimal-invasive Eingriffe spezialisiert ist, seine Uhr noch nach Dienst- und Trainingszeiten. „Bis zu 30 Stunden pro Woche habe ich damals in das Training investiert.“ Doch nicht nur auf Hawaii war Szyszkowitz mehr als erfolgreich unterwegs.

Seine Triathlon-Sternstunde erlebte er 2007 in Klagenfurt. Dort finishte der Grazer in einer Zeit von 9 Stunden 52 Sekunden. 56,34 Minuten benötigte er für das Schwimmen, 4:52,30 Stunden für die Raddistanz und zum darüber streuen lief Szyszkowitz den abschließenden Marathon in einer Zeit von 3:07,33 Stunden. Diese Zeit bedeutete auch den mehr als beachtlichen 20. Gesamtrang am Wörthersee. Auch in der Steiermark ist der dreifache Familienvater kein unbeschriebenes Blatt in der Szene: 2006  und 2007 krönte er sich zum Steirischen Meister im Triathlon. In seiner Lieblingsdisziplin, dem Laufen, hat Szyszkowitz eine mehr als respektable Bestzeit stehen: 2006 absolvierte er den Graz Marathon in einer Zeit von 2:46,46 Stunden.

Mittlerweile hat sich der Chirurg in seine „Sportpension“ zurückgezogen, ohne sich dabei auf die faule Haut zu legen: „Ich bin einfach immer noch ein Wettkampftyp und möchte in jedem Jahr einen ‚exotischen‘ Bewerb absolvieren.“ So nahm er in diesem Jahr bereits den Triathlon „Escape from Alcatraz“ in Angriff. Diese alljährliche Veranstaltung startet auf der ehemals berühmt-berüchtigten Gefängnisinsel vor San Francisco. „Die Strömungen beim Schwimmen im Meer waren dort enorm. Da hat sich ein leichtes Angstgefühl während des Schwimmens angeschlichen“, so Szyszkowitz. Weiters stehen der „Laguna Phuket Triathlon“ in Thailand und die „Challenge Roth“ in Bayern auf der Liste. Dieser Triathlon wird seit 1988 veranstaltet und gilt als einer der ältesten Contests der „Eisernen Männer“. Und damit ist dem Sportler Szyszkowitz nicht ganz langweilig wird, radelt er einmal im Jahr mit Freunden von Graz nach Grado. 11,5 Stunden benötigt er für diesen gemütlichen „Ausflug“ – als Ein-Tages-Etappe natürlich.

Was einen echten „Racer“, wie sich Szyszkowitz selbst bezeichnet, ausmacht, ist der Ehrgeiz. Dieser hat den Chirurgen noch nicht verlassen und so schmerzt ihn ein Resultat seiner Ironman-Historie noch ein wenig: „Am Ende der Karriere muss der Achter bei der Endzeit vorne stehen, dieses Ziel habe ich in Klagenfurt um 52 Sekunden verpasst. Eine Verbesserung dieser Zeit schwebt noch in meinem Hinterkopf.“ Im Moment geht sich ein gezieltes „Muss-Training“ für dieses Ziel jedoch nicht aus, dennoch kann Szyszkowitz aus seiner sportlichen Karriere etwas sehr wichtiges in den Klinikalltag einbringen: „Der Ausdauersport hat mein Durchhaltevermögen gestärkt. Das kommt mir heute während der Arbeit sehr zu Gute.“



Fotocredit: beigestellt




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