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Der Arzt der Ringe

Arzt Klaus Pribitzer holte mit seinen  AthletInnen Gold und Bronze bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

Von Robert Ernst-Kaiser

Bei den SportlerInnen herrschen beinharte Qualifikationskriterien, um sich für olympische Spiele zu qualifizieren. Maximal vier StarterInnen pro Nation dürfen bei den diversen Wettkämpfen am Start stehen. Gleiches gilt für Ärztinnen und Ärzte bei einem solchen Großereignis, wie es die Winterspiele im russischen Sotschi waren. Lediglich zehn Ärztinnen und Ärzte entsandte das Österreichische Olympische Komitee, um vor Ort die optimale Versorgung der eigenen Olympioniken sicher zu stellen. Einer davon war der Steirer Klaus Pribitzer. Er kümmerte sich in Russland um die rot-weiß-roten SportlerInnen im alpinen Snowboard, Boardercross und Skicross. „Ich bin seit 2010 im Österreichischen Schiverband als Teamarzt tätig. Angefangen hat es mit der Betreuung der alpinen Speed-Damen und Herren. Auch beim Schladminger Nightrace bin ich regelmäßig im Einsatz, und auch die Weltmeisterschaften in Schladming durfte ich begleiten“, blickt Pribitzer bereits auf eine längere Tätigkeit innerhalb des ÖSV zurück.

Nach der Angelobung bei Bundespräsident Heinz Fischer ging es für Pribitzer am 11. Februar Richtung Russland. Dort angekommen dauerte es rund sechs Stunden, bis das Hotelzimmer bezogen werden konnte. Pribitzer: „Akkreditierung abholen, Sicherheitscheck und eine Fahrt im versiegelten Bus dauerten ihre Zeit.“ Waren alle Passagiere in den Bussen, wurden diese versiegelt und erst am vorgesehenen Ankunftsort wieder entsiegelt. So wurde sichergestellt, dass während der Anreise keine Personen oder Gegenstände den Bus verlassen. Das Hotelzimmer im „Mountain Village“ war laut Pribitzer „neutral spartanisch“. „Ich lebte die knapp zwei Wochen aus dem Koffer. An einem Kasten hat es leider gefehlt.“ Rund 3.000 Sportlerinnen und Sportler beherbergte das Olympische Dorf, das ca. 60 Kilometer außerhalb von Sotschi errichtet wurde.

Aus medizinischer Sicht hatte sich Pribitzer vor Ort vor allem um drei Personen zu kümmern: Die Snowboarder Markus Schairer (Schulter-OP sechs Wochen vor Olympia) und Alessandro Hämmerle (Platte im Mittelfußknochen) sowie die Snowboardcrosserin Susanne Moll, die sich vor Ort nach einem Sturz eine Gehirnerschütterung und eine Beckenringverletzung zugezogen hat. „Abgesehen davon, war ich für alle in unserem Quartier Anlaufstelle, wenn es physische Probleme gab, aber auch wenn es darum ging, abseits vom Sportlichen ein wenig zu plaudern. Im Laufe der Zeit hat sich auch ein hartnäckiger Virus im olympischen Dorf festgesetzt.“ Während der Bewerbe war Pribitzer im Startbereich positioniert. Dort kümmerte er sich mit den restlichen BetreuerInnen um die Startvorbereitungen und war jederzeit bereit, auf die Piste zu fahren, falls die TrainerInnen ihn nach einem Sturz anfordern sollten. Auch des Themas Doping musste sich Pribitzer vor und während der Spiele annehmen. „Im Vorfeld bekommt man eine Liste mit erlaubten Medikamenten. Danach stellt der Arzt seine Apotheke zusammen. Während der Spiele darf  – ohne ein Protokoll zu führen – keine Nadel gesetzt werden. Es gilt eine ‚No Needle Policy‘ und die Protokolle müssen dem IOC übergeben werden.“

Gold und Bronze
Um aktiv an einer Medaillenfeier teilzunehmen, musste Pribitzer mit seinen Schützlingen Geduld aufwenden. Erst am vorletzten Tag konnten sich die Snowboarder¬Innen mit Gold und Bronze am Medaillenspiegel ver¬ewigen. „Die Medaillenübergabe am ‚Medal Placa‘ war unglaublich. Auch die Feier danach werde ich so schnell nicht vergessen“, schmunzelt Pribitzer. So auch die Abschlussfeier: „Dort mit allen Österreichern einzumarschieren, war ein Traum. Genau wie die gesamte Zeit in Sotschi.“

Zu Hause angekommen, setzt Pribitzer seine Kraft wieder in den Aufbau seiner Privatordination in den Räumlichkeiten von Dr. Peter Wasler in Graz. „Ich werde die Ordination in Kürze übernehmen und dort vor allem Sport- und Allgemeinmedizin sowie Orthomolekulare Medizin anbieten.“ Auch seine SportlerInnen müssen in der kommenden Saison nicht auf den 35-Jährigen verzichten: Schon im Mai findet die Einteilung für die Trainingslager und die Rennen der kommenden Saison statt. Wenn es am Berg zu langsam wird, macht Pribitzer wieder einen Abstecher zur Formel 1. Dort kümmerte er sich bereits in der Vergangenheit um die MitarbeiterInnen des Caterers Do&Co. Rund 800 Personen umfasst dieser Stab pro Rennen – in Indien und Abu Dhabi war Pribitzer im Vorjahr für den Caterer tätig. „Das Rennen in Spielberg würde ich in diesem Jahr auch gerne machen. Der Aufbau meiner Ordination darf in den nächsten Monaten jedoch nicht zu kurz kommen.“

 

Foto: beigestellt




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