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Über Stock und Stein

Jakob Nimpf genießt im Moment im Rahmen seines Turnus die Ausbildung in einer Lehrpraxis und darf sich seit September Mountainbike-Marathon-Weltmeister nennen.

Von Robert Ernst-Kaiser
Rund 1.000 Mountainbiker waren bei den „Mountainbike Marathon World Games“ in Saalbach am Start. 80 Kilometer und 3.678 Höhenmeter (fünf hohe und weniger hohe Berggipfel wurden überquert) hatten sie vor sich, und alle gemeinsam hatten ein Ziel: sich am Ende der Strecke als Amateur-Weltmeister feiern zu lassen. Gelungen ist das im heurigen September Jakob Nimpf, der im Moment in Semriach bei Gerhard Brodnig im Rahmen seines Turnus in der Lehrpraxis arbeitet. „Es ist ein wirklich schönes Gefühl zu wissen, der beste Amateur der Welt in diesem Sport zu sein. Viele Kollegen sagen nun Weltmeister zu mir. Ich sehe mich jedoch als einen guten Amateur“, freut sich Nimpf über diesen Erfolg. Ein kleiner Vergleich zur Veranschaulichung: Die Königsetappe der Tour de France führt die Radfahrer jährlich auf das berühmt berüchtigte Alp d´Huez. Nimpf absolvierte diese Höhenmeter, welche die Straßenradfahrer auf dieser Etappe zurücklegen, in Saalbach drei Mal.

Sein Weg auf den Mountainbike-Sattel war früh vorgezeichnet. Seine Eltern absolvierten schon Marathon-Rennen auf dem Mountainbike, so war es für Sohn Jakob selbstverständlich, dieser Leidenschaft ebenfalls zu folgen. „Mit 13 Jahren habe ich intensiver mit diesem Sport begonnen, und ich war während dem Medizin-Studium auch als ‚Profi‘ in diesem Sport unterwegs.“ Der Tagesablauf aus dieser Zeit: Training, Lernen, Uni. „Was anderes ist sich damals nicht ausgegangen.“ Dass Nimpf, der in Graz geboren wurde und über die Stationen Baden bei Wien und Kanada wieder den Weg in die Steiermark gefunden hat, das Zeug zur absoluten Weltspitze hat, zeigen die Ergebnisse aus dieser Zeit: Er befand  sich unter den Top-10 der Welt, musste dann jedoch die Entscheidung treffen, wohin sein Weg führen soll. „Ich habe gesehen, dass es in diesem Sport leider nicht möglich ist, genügend Geld zu verdienen, obwohl Geld nie die Antriebsfeder war. So habe ich mich entschlossen, den Fokus auf die Medizin zu legen. Ich sehe den Sport nun als Ausgleich zum Beruf und nicht mehr als eine Sache, die unbedingt sein muss. Ich sehe mich als Amateur, der aber wie ein Profi trainiert“, so der 27-Jährige, der vom Gratweiner Radgeschäft „2-Rad-Janger“ tatkräftig unterstützt wird.

Das Training beginnt schon sehr oft zeitig am Morgen um 5 Uhr. Im Grazer Süden in  Liebenau wohnhaft strampelt Nimpf regelmäßig auf seinem Mountainbike in die Ordination nach Semriach. Rund 80 Minuten dauert sein Weg durch die Stadt in Richtung Norden. Zusätzlich zu den Fahrten in die Ordination trainiert Nimpf wöchentlich bis zu 25 Stunden. Abwechslung im Trainingsalltag findet Nimpf bei Kletter- und Schitouren sowie Bergläufen. „Die Abwechslung, die ich nun zwischen der Medizin und den Sport habe, ist für mich genau richtig, denn sich nur auf den Sport zu konzentrieren, war auf die Dauer unglaublich schwierig.“

In der Lehrpraxis von Dr. Brodnig befindet sich Nimpf seit Mai dieses Jahres, zuvor arbeitete er im Rahmen des Turnus im LKH Schladming. „Ich würde gerne länger als sechs Monate in der Lehrpraxis bleiben. Hier lerne ich Dinge aus dem Leben und die Arzt-Patient-Beziehung ist um einiges intensiver als im Krankenhaus. Auch die Kommunikation mit dem Arzt ist mit einem Turnus in einem Krankenhaus nicht vergleichbar. Alleine die gemeinsamen Fahrten zu den Visiten und die Gespräche bei der Anfahrt sind Goldes wert“, schwärmt Nimpf über die Lehrpraxis-Ausbildung bei Dr. Brodnig, der seinen Schützling auch bei seinen Mountainbike-Unternehmungen tatkräftig unterstützt, und schickt auch gleich eine Forderung in Richtung Politik: „Die 12-monatige-garantierte Lehrpraxis ist ein Muss und gehört so schnell wie möglich eingeführt.“

Der berufliche Plan für die Zeit nach der Turnus-Ausbildung steht für Nimpf auch schon fest. „Ich kann mir vorstellen, als Allgemeinmediziner tätig zu sein, will aber auch in Richtung Sportmedizin gehen. Eine weitere Ausbildung am Institut für Präventiv- und Angewandte Sportmedizin in Krems strebe ich daher noch an.“ Auch sportlich hat der junge Mediziner bereits neue Ziele definiert. Den nächsten Event hat sich Nimpf schon fett und rot im Kalender eingetragen. „In Wels stehen im kommenden Juni die Medigames am Programm. Dort will ich im Mountainbike-Bewerb Gold holen und Ärzte-Weltmeister werden. Das wäre ein sehr cooler Titel.“ Die „Medigames“ gehen im Juni 2014 im oberösterreichischen Wels über die Bühne. 

Weitere Informationen dazu:  www.medigames.com

 

Fotocredit: beigestellt

Symbolbild 1
 



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