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„Wünsche erkennen und reagieren“

Das wirkungsvollste Mittel gegen den Ärztemangel sind bessere Rahmenbedingungen für die ärztliche Arbeit. Grundtenor der Diskussionsveranstaltung „Arzt verzweifelt gesucht“, zu der die Ärztekammer Andreas Botzlar vom deutschen Marburger Bund nach Graz eingeladen hat: Man darf die Wünsche der jungen Ärztinnen und Ärzte nicht ignorieren.

„Arzt verzweifelt gesucht. Der reale Ärztemangel“. Zu diesem Thema referierte der Unfallchirurg Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des deutschen Marburger Bundes, in den offenen Räumen der Ärztekammer für Steiermark. Seine Grundaussage: „Man muss die Wünsche der jungen Ärzte erkennen, darauf reagieren und diese Wünsche auch erfüllen. Denn: Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.“ Konkret spricht Botzlar dabei den Wunsch nach besserer Ausbildung und familienfreundlichere Arbeitszeiten an. Für Botzlar ist es durchaus denkbar, „dass ein leichter Mangel besteht“, es dürfen am Ende des Prozesses jedoch keine freien Stellen unbesetzt bleiben: „Wir wären sehr schlecht beraten, wenn der Mangel in einen Überfluss an Ärzten führt.“ Beim Thema des demographischen Wandels in der Ärzteschaft, Deutschland importiert z. B. eine Menge an Ärztinnen und Ärzten aus den östlichen Nachbarländern, hebt Botzlar warnend den Zeigefinger: „Es gilt aufzupassen, dass der Mangel nicht immer weiter nach Osten wandert, denn dann werden dort die Ärzte in Zukunft fehlen.“

Genau diese Punkte waren auch Hauptthema in der folgenden, von AERZTE Steiermark-Chefredakteur Martin Novak moderierten, Diskussion. Dieser stellten sich am Podium Gesundheitsplanerin Ines Czasný (GÖG), der Obmann der Kurie Angestellte Ärzte, Vizepräsident Martin Wehrschütz, der Obmann der Sektion Allgemeinmedizin, Peter Topolovec, und Referent Botzlar.

Für Wehrschütz ist klar, wo der Schuh drückt: „Die junge Generation lässt sich diese Bedingungen nicht mehr gefallen. Sie wird immer mobiler und geht dorthin, wo die Bedingungen besser sind. Die Ausbildung in Österreich lässt zu wünschen übrig.“

Diese Einschätzung teilte auch der im Publikum anwesende Rektor der Meduni Graz, Josef Smolle: „Ich war schon oft hier im Haus und war selten so sehr der gleichen Meinung wie heute. Es wäre ein großer Fehler, die Wünsche der jungen Ärzte zu ignorieren. Eine Verkürzung der Dauerdienstzeit und dabei darauf zu schauen, dass auch wirkliche ärztliche Tätigkeiten im Vordergrund stehen, ist für die Zukunft ein absolutes Muss.“ Geht es nach Czasný, handelt es sich beim Ärztemangel um ein „Verteilungsproblem“. Denn: „Ein Mangel ergibt sich aus Angebot und Bedarf.“

Für Topolovec ist der Ärztemangel bereits Realität: „Wenn jemand behauptet, dass es den nicht gibt, dann tue ich mir damit schwer. Während eine Pensionswelle auf uns zurollt, fehlt in den landärztlichen Praxen der Nachwuchs, der diese auffängt.“

Für ihn, aber auch für alle anderen Diskutant¬Innen, führt dieser Weg nur über die Reformierung der Ausbildung (Stichwort Lehrpraxis) und über attraktivere Modelle, wie zum Beispiel die Anstellung von Ärztinnen und Ärzten bei deren KollegInnen.

Im Publikum diskutieren auch die Landtagsabgeordneten Barbara Riener (VP) und Ingrid Lechner-Sonnek (Grüne) mit. Beide wollen sich in Zukunft verstärkt für die zwölfmonatige Lehrpraxis einsetzen.

 

Fotocredit: Ärztekammer Steiermark / Schiffer




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