AERZTE Steiermark 09/2026
Starker Standort: Vorteile der Ausbildung auf der Stolzalpe
Die Abteilung für Anästhesiologie und Intensivtherapie des LKH Murtal am Standort Stolzalpe versorgt jährlich über 3.000 Patient:innen, von Neugeborenen über Erwachsene bis hin zu Hochbetagten. Für Turnus-/Assistenzärzt:innen, Studierende im KPJ und Famulant:innen ein idealer Ort, um viel zu lernen.
„Wir werden gern übersehen. Dabei gibt es mehr als nur die Ausbildungsmöglichkeiten in der Stadt“, sagt Michael Rainer, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Standort Stolzalpe. Der Primar wünscht sich mehr Studierende im KPJ, Famulant:innen und Assistenzärzt:innen, die zur Ausbildung auf die Stolzalpe kommen – und er räumt gleich zu Beginn mit einem Vorurteil auf: „Da wir eine spezialisierte Orthopädie sind, denken viele, dass wir ein zu kleines anästhesiologisches Spektrum haben und sie hier zu wenig sehen. Aber das stimmt einfach nicht. Wir führen auch große Operationen durch, haben unter den Patient:innen Kinder ebenso wie sehr alte Menschen.“
Solide Basis
Eine gute Ausbildung beginnt mit einer soliden Basis, weiß Rainer, und genau die könne man bei uns bestens schaffen. Die Regionalanästhesie ist hier ein großes Thema: „Wir machen das bei fast jeder Operation, daher lässt sich das bei uns gut lernen. Diese Möglichkeit findet man nicht überall und bei uns gehört es zum Alltag, dass man Blöcke stechen muss und es deshalb sehr gut beherrscht.“
Schmerztherapie
Die invasive Schmerztherapie ist ein weiterer Fokus, auf den Michael Rainer hinweist. „Schulter, Hüfte, Knie, chronische Schmerzen nach Operationen, die fast nicht behandelbar sind, sind ein wesentlicher Part in unserem Haus, weswegen man in der Schmerztherapie hier viel lernen kann. Nicht zuletzt erleben wir als Anästhesist:innen hier mit unseren Patient:innen viele glückliche Momente, wenn sie mit oft großen Schmerzen zu uns kommen und schmerzgelindert oder bestenfalls schmerzfrei wieder nach Hause gehen.“ Das ist – ebenso wie das große Spektrum – oft eine positive Überraschung für die Neuen im Team.
Die Lage als Herausforderung
Eine Herausforderung ist vielleicht die geografische Lage, das ist Rainer bewusst: „Mit den Öffis kommt man schlecht zu uns, so ehrlich muss man sein. Ein Auto braucht man, aber dann hat man gute Möglichkeiten – Klagenfurt und Salzburg sind jeweils nur eine Stunde entfernt. Und die besondere Lage auf 1.300 Metern Seehöhe hat auch ihre Vorteile: Rundherum stehen Sportmöglichkeiten en masse zur Verfügung.“ Gerade für Naturliebhaber:innen und Sportbegeisterte bietet die Region damit einen hohen Freizeitwert. Und den Schnee im Winter muss man nicht fürchten, weil die Zufahrt zum Standort stets gut gewährleistet ist.
Famulatur-Ranking: Sehr gute Ratings
In der Abteilung für Anästhesie setzt man vor allem auf eine sehr individuelle Betreuung und Förderung der jungen Kolleg:innen. „Das kommt bestens an und wird geschätzt, was uns auch in diversen Portalen bestätigt wird. Da haben wir sehr gute Ratings. Wer unsere Arbeit unterstützt und den guten Teamspirit mitträgt, der wird auch merken, dass wir darauf achten, unseren Kolleg:innen eine möglichst gute Work-Life-Balance zu bieten“, so Primar Rainer.
Kostenfrei wohnen
Zusätzliche Benefits vor Ort sind, dass Studierende auf der Stolzalpe sogar kostenfrei wohnen können. Assistenzärzt:innen zahlen in den ersten 5 Jahren nur die Hälfte des Mietpreises. Bis auf den Strom werden auch einige Betriebskosten übernommen.
Wer sich die Abteilung für Anästhesie auf der Stolzalpe vor der Entscheidung einmal anschauen möchte, möge einfach im Sekretariat anrufen, meint Michael Rainer.
Sein Appell: „Es ist extrem wichtig, dass sich die jungen Kolleg:innen trauen, über die Stadtgrenzen hinauszuschauen und erkennen, dass es im peripheren Bereich hervorragende Möglichkeiten gibt, eine gute Ausbildung zu bekommen. Wir freuen uns über engagierte Menschen, die zu uns kommen.“
Gerade in Ausbildung
Clemens Hausreither ist derzeit als Famulant auf der Stolzalpe: „Dass ich hierher gekommen bin, war ein glücklicher Zufall. Meine Tutorin hat mir von der Stolzalpe, von der Arbeit mit einem kleinen, engagierten Team und der Natur hier erzählt. Das hat mich angesprochen, denn Wien wollte ich mir bewusst nicht antun.“
Aktive Rolle statt Beobachter
Die Erwartungen haben sich für Hausreither voll erfüllt: „Es ist wirklich ein angenehmes, tolles Team und man lernt die Leute gleich viel besser kennen als in einem großen Haus. Die Erwartung vor Ort ist allerdings auch, dass man sich einbringt und nicht nur beobachtet. Man wird gut eingebunden, ist beim Stechen eines Nervenkanalblocks gleich dabei und wenn man sagt, was man lernen will, dann bekommt man auch schnell die Möglichkeit dazu.“ Natürlich sei es interessant, im Wiener AKH eine ECMO zu sehen, meint er, aber das sei beobachten anstatt es selbst zu tun. Und die aktive Rolle hier auf der Stolzalpe schätzt er sehr.
Ohne Auto, das sieht auch der Famulant so, ist man auf der Stolzalpe aufgeschmissen, doch auf der anderen Seite sind die sportlichen Möglichkeiten zur Erholung vor Ort perfekt. Als begeisterter Wanderer nutzt Clemens Hausreither gemeinsam mit einem Freund gerne die Möglichkeit, nach dem Dienst auf die Stolzalpe zu wandern oder auf dem Sölkpass im Bergsee zu schwimmen.
Für ihn gibt es auf jeden Fall viele gute Gründe, sich für die Stolzalpe zu entscheiden.
Foto: LKH Murtal, privat