AERZTE Steiermark 10/2026

 

Ärzteausbildung in der Steiermark erneut verbessert

Die Ausbildungsevaluierung zeigt Wirkung, wie die Ergebnisse 2026 beweisen: Wir verzeichnen die höchste Beteiligung und auch die beste Gesamtbewertung seit der Einführung. Mit einem Kennwert von 4,87 erzielte die Steiermark österreichweit den 2. Platz.

Für Gerhard Posch, Obmann der Kurie Angestellte Ärzte ist die jährliche Evaluierung weit mehr als eine jährliche Momentaufnahme: „Die Ausbildungsevaluierung ist für uns ein bewährtes und wirksames Tool, um die Ausbildungsqualität in der Steiermark weiter zu steigern. Wir sehen, dass die Rückmeldungen ernst genommen werden. Genau so entsteht Veränderung: Die Abteilungen erhalten ein Feedback und können gezielt nachschärfen – die Ausbildung wird weiter verbessert.“

Mit dem Ergebnis könne man zufrieden sein: „Wir konnten uns erneut steigern, haben den besten Kennwert seit Einführung der Ausbildungsevaluierung erreicht und liegen österreichweit auf Platz zwei – nur hauchdünn hinter dem Burgenland“, betont er.

Dass der Mechanismus funktioniert, zeigt sich besonders deutlich beim Thema Evidence based Medicine. Dort bestand Aufholbedarf – nun wurde in diesem Bereich die stärkste Verbesserung erreicht. „Entscheidend ist es, zu analysieren und aus den Ergebnissen der Ausbildungsevaluierung Konsequenzen zu ziehen und das ist in diesem Bereich gelungen“, so Posch.

Qualität braucht Personal

Auch ein weiterer Befund zieht sich deutlich durch die Ergebnisse: Kleine Ausbildungsstätten schneiden besonders gut ab. Sie erreichen mit einem Wert von 5,10 unverändert ein hohes Niveau. Die mittleren Ausbildungsstätten konnten sich leicht verbessern und auch bei großen Einrichtungen stiegt die Qualität.

Für Michael Sacherer, Präsident der Ärztekammer für Steiermark, lässt sich daraus eine klare Schlussfolgerung ziehen: „Gute Ausbildung passiert nicht nebenbei. Sie braucht Struktur, Zeit, persönliche Betreuung und vor allem ausreichend ärztliches Personal.“ Angesichts des steigenden Spardrucks müsse man den Personalschlüssel besonders im Auge haben – nicht nur für den laufenden Betrieb, sondern auch in Hinblick auf die nächste Ärztegeneration.

Weniger schlechte Bewertungen

Auch in der Breite zeigt die Entwicklungskurve klar nach oben: „Das etablierte Tool der Ausbildungsevaluierung wirkt: Der Anteil negativ bewerteter Abteilungen ist auf 4,7 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig werden insgesamt 52,4 Prozent der Abteilungen mit gut oder sehr gut beurteilt“, erklärt Michael Sereinigg, Obmann der Sektion Turnusärzte.

Lehrpraxen an der Spitze

Besonders stark schneiden erneut die Lehrpraxen ab. Zu den am besten bewerteten Fächern zählen die Allgemeinmedizin in Lehrpraxen, die plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie sowie die klinische Mikrobiologie und Hygiene.

Am unteren Ende der Bewertung liegen Kinder- und Jugendchirurgie, die Basisausbildung sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie. Auffällig bleibt vor allem die Basisausbildung: Sie wird weiterhin schlechter beurteilt als die Ausbildung in Allgemeinmedizin und die Facharztausbildung.

Gerade darin liegt aber auch die Stärke der Evaluierung: Sie zeigt nicht nur, was gut funktioniert, sondern macht sichtbar, wo weiter nachgebessert werden muss. Kurienobmann-Stellvertreter Gerhard Postl bringt es auf den Punkt: „Die Ausbildung der Ärz:tinnen ist ein enorm wichtiger Faktor für das Gesundheitssystem, weshalb wir kontinuierlich an der Verbesserung weiterarbeiten. Gute Ergebnisse sind kein Grund, sich zurückzulehnen.“

 

Foto: Furgler, Schiffer, beigstellt