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Bezirksärzteversammlung Südoststeiermark
10.10.2022, 19:30 Uhr

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AERZTE Steiermark 01/2022

 

Im ärztlichen Lichtermeer

4.696 Ärzt*innen unterschrieben die von der Grazer Allgemeinmedizinerin Kristina Köppel-Klepp initiierte Lichtermeer-Erklärung.

„Wir fühlen uns ausschließlich der Wissenschaft verpflichtet, den Erkenntnissen tausender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die seit Beginn der Pandemie mit Leib und Seele unerlässlich daran arbeiten, Gesundheit und Menschenleben zu schützen und zu retten. Eine Impfung ist keine politische Aussage. Sie ist nicht rot, grün, schwarz, pink oder blau. Sie sollte farblos und neutral sein.“

Das ist eine Kernaussage der Lichtermeer-Erklärung, die 4.696 Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte unterzeichneten. Und es hätten auch noch weit mehr werden können, hätten die Initiator*innen (Ärztinnen und Ärzte vs. COVID-19, aerztinnenvscovid.info) um die engagierte Grazer Allgemeinmedizinerin Kristina Köppel-Klepp das Projekt nach starken öffentlichen Auftritten in Wien und Graz nicht Anfang Jänner 2022 abgeschlossen.

Unter den tausenden Unterstützerinnen und Unterstützern waren auch sehr viele aus der Steiermark, allen voran der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner, die Vizepräsidenten Dietmar Bayer und Eiko Meister sowie der Obmann der steirischen Sektion Allgemeinmedizin, Alexander Moussa. Auch der österreichische und Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und die Kärntner Ärztekammerpräsidentin Petra Preiss sowie die Kärntner Kurienobfrau der angestellten Ärztinnen und Ärzte, Vizepräsidentin und Internistin Michaela Lientscher, sind auf der Liste der Unterstützer*innen zu finden. Ebenso mehrere steirische Bezirksärztevertreterinnen und -vertreter, ebenso Spitalsärztevertreterinnen und -vertreter sowie Fachgruppenobleute.
Noch wichtiger war aber die Unterstützung durch tausende Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin sowie Fachärztinnen und Fachärzte vieler Sonderfächer – aus der Niederlassung genauso wie aus einer Vielzahl öffentlicher und auch privater Krankenhäuser.

Die Initiative war explizit keine unmittelbare Antwort auf die impfkritische Erklärung, die zuvor knapp 200 Zustimmungen bekommen hatte, darunter gezählte neun von steirischen Ärztinnen und Ärzten.

 

Klare Verhältnisse

Dennoch bekam die Lichtermeer-Erklärung kaum mehr mediale Wahrnehmung als die „199er-Aktion“, auch wenn sich 24-mal so viele Ärztinnen und Ärzte daran beteiligten.

Ginge es also nur nach der Quantität, müssten auf eine Seite Medienberichterstattung über die impfkritische Erklärung 24 Seiten über die Lichtermeer-Erklärung kommen. Nur funktionieren Medien nicht nach diesem einfachen rechnerischen Modell. Das würde auch den Rahmen sprengen. Was bei flüchtiger Wahrnehmung den falschen Eindruck erweckt, beide würden sich gleichwertig gegenüberstehen.

Ganz ohne Anspielung auf die „Erklärung der Wenigen“ blieb die Lichtermeer-Erklärung dann dennoch nicht: „Wir brauchen unser Gesicht nicht eigens zu zeigen, denn wir sind für all unsere Patientinnen und Patienten in unseren Ordinationen, Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen stets nach bestem Wissen und Gewissen erreichbar. Wir Ärztinnen und Ärzte behandeln alle Menschen, die unsere Hilfe benötigen, gleichermaßen.

Damit brachte die Erklärung etwas sehr Wichtiges zum Ausdruck: Ärztinnen und Ärzte helfen Menschen ohne Ansehen der Person. Gleichzeitig tun sie das – so die Erklärung – immer auf Grundlage der medizinischen Wissenschaft.

„Die Menschen sind extrem verunsichert, das ist neu. Ich arbeite schon lange als Ärztin und kenne die Situation nicht, dass mich ein Patient vor einer Impfung eine halbe Stunde bis Stunde ausfragt, wie die Impfung wirkt“, wird Köppel-Klepp in der Kleinen Zeitung zitiert.

Die Lichtermeer-Erklärung entspringt also auch dem Bemühen, dieser Verunsicherung in der österreichischen und steirischen Bevölkerung entgegenzuwirken.

 

Foto:  Stefan Seelig/ÖÄK




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