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AERZTE Steiermark 06/2021

 

Schutzausrüstung: steirische Ärztinnen und Ärzte first

Die Lager mit Schutzausrüstung für die niedergelassenen steirischen Ärztinnen und Ärzte sind reich gefüllt. So reich, dass es sogar möglich wäre, einen Teil an andere Länder abzutreten. Dazu gibt es sogar eine konkrete Anfrage aus der Generaldirektion für Öffentliche Sicherheit (Innenministerium) für eines der von der Corona-Pandemie meistbetroffenen Länder Europas. Zuerst sollen aber jedenfalls die Bedürfnisse der Niedergelassenen in der Steiermark gedeckt werden. Und es ist zu klären, wer die Weitergabe der in der Steiermark nicht benötigten Mengen genehmigen muss.

Am Anfang war die Schutzausrüstung rar und die zuständigen öffentlichen Stellen zeigten wenig sichtbares Engagement. Dann aber kam die Beschaffungsmaschinerie ins Laufen. Wobei sich die Ärztekammer Steiermark immer um die Lagerlogistik und die Verteilung bemühte. Mit Erfolg: Obwohl im Laufe des Jahres 2020 unzählige Mengen an die steirischen Ärztinnen und Ärzte verteilt wurden, ist immer noch viel auf Lager, genauer gesagt in zwei Auslieferungslagern, die von einem Partner(-unternehmen) geführt werden.


„Ketchup-Effekt“

Dort befinden sich 2.381.000 Einmalschürzen, 2.167.300 Stück Schutzmäntel, 45.000 OP-Schutzmasken. 24.540 Liter Flächendesinfektionsmittel, 23.900 Schutzbrillen, 18.800 Hygieneschutzsets und 20.2250 Gesichtsvisiere. Die große Menge erklärt sich auch dadurch, dass vom Bund  nach langem Warten mit einem Schwung große Mengen kamen. Quasi ein „Ketchup-Effekt“, aber nicht beim Impfstoff, sondern bei der Schutzausrüstung.

„Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind aktuell gut versorgt, manche der Schutzutensilien haben auf Grund der rechtlichen Änderungen auch an Bedeutung verloren. Aber selbstverständlich wollen wir den steirischen Ärztinnen und Ärzten all das, was sie benötigen, auch vorrangig anbieten“, sagt Ärztekammer-Vizepräsident Christoph Schweighofer, Obmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte.


Ärztinnen und Ärzte können laufend bestellen

Einmal pro Monat verschickt die Kurie deshalb auch ein E-Mail an alle niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, in dem sie zum Bestellen über die Bestellplattform (Link im E-Mail) einlädt. Dann werden unterschiedliche Standardpakete verschickt – die Bestellerinnen und Besteller entscheiden, welches Paket sie wollen.
 

Lange Haltbarkeiten

Die meisten der zu bestellenden Produkte haben sehr langfristige Mindesthaltbarkeiten. Selbst die am kürzesten haltbaren OP-Masken sind zumindest bis 2022 haltbar, die meisten der anderen verfügbaren Produkte halten aber noch viel länger – bis 2025 oder länger. Auch die verhältnismäßig empfindlichen Flächendesinfektionsmittel (zwei Sorten) haben eine angegebene Mindesthaltbarkeit von März und November 2023.

„Wer hier bestellt, kann sicher sein, langfristig nützliche Produkte zu bekommen. Es ist aber auch klar, dass die Schutzmaterialien nicht ewig halten. Dessen müssen sich auch diejenigen bewusst sein, die gemeint haben, Ärztinnen und Ärzte hätten überhaupt kein Problem, sich Schutzausrüstung auf Lager zu legen“, so Schweighofer.

Da aber vermutlich nicht die gesamte Schutzausrüstung in der Steiermark benötigt wird, gibt es auch die Möglichkeit eines der von der Corona-Krise meistbetroffenen europäischen Länder – die Ukraine – mit den Restbeständen zu versorgen. Eine Anfrage über das Bundesministerium für Inneres, das auch bereit ist, den Transport zu übernehmen, gibt es bereits.

„In Ermangelung adäquater Behandlungsmöglichkeiten, fehlender Impfstoffe sowie einer unzureichenden Ausstattung der Intensivstationen, kann die Lage ohne entsprechende internationale Unterstützung nur schwer bewältigt werden“, heißt es aus der Ukraine. Unter anderem benötigt das Land OP-Masken, Schutzhandschuhe, Schürzen und Schutzoveralls sowie Schutzbrillen und Gesichtsschilde.

Einziges Problem: Zwar ist im ASVG festgelegt, dass der Bund die gesamten Kosten für die Schutzausrüstung zu tragen hat. Aber es fehlt eine klare Aussage darüber, wer über sie verfügen darf. Es gibt also den dringenden Wunsch aus dem Innenministerium, im Rahmen einer europäischen Initiative überzählige Schutzmaterialien nach Kiew zu spenden, aber es gab zumindest bis Redaktionsschluss keine Antwort aus dem Gesundheitsministerium dazu.


Helfen statt warten

Schweighofer: „Wir wollen helfen und nicht die in der Steiermark nicht mehr gebrauchten Materialen bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag aufbewahren.“ Selbstverständlich würde genug in der Steiermark im Lager behalten, um die steirischen Ärztinnen und Ärzte versorgen zu können, betont Schweighofer. Es sei aber nicht vernünftig, die Lagerhaltung und später vielleicht sogar die Entsorgung von Schutzmaterialien in der Steiermark für teures Geld zu bewältigen, obwohl die Produkte anderswo dringend benötigt würden.

 

Fotos: Adobe Stock




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