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Spitalsärzteversammlung LKH Knittelfeld
26.03.2019, 14:00 Uhr

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Durchgemacht!

Dank der Impfungen haben Masern & Co. viel von ihrem Schrecken verloren. Das dürfte mit ein Grund sein, warum manche auf den Schutz vor „vergessenen“ Krankheiten vergessen. Es ist aber noch nicht so lange her, dass auch heutige Ärztinnen und Ärzte diese Infektionskrankheiten „durchmachen“ mussten. Wir haben Erfahrungen gesammelt.

Dr. Herwig Lindner, Facharzt für Innere Medizin, Infektiologe und Präsident der Ärztekammer Steiermark : „Als ich die Masern bekam, hatte ich wegen eines gebrochenen Beines nach einem Skiunfall gleichzeitig einen Gips. Ich erinnere mich immer noch an das unerträgliche Jucken unter dem Verband und an den blutig gekratzten Ausschlag … als Kind spürt man einfach nur die Hilflosigkeit.“

Dr. Christoph Schweighofer, Arzt für Allgemeinmedizin, stv. Kurienobmann Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte : „Anfang der 1960er-Jahre machte ich Mumps, Masern und Röteln durch. Eine Impfung hat es damals nicht gegeben. An meine Mumps-Erkrankung kann ich mich noch genau erinnern. Ich hatte hohes Fieber und geschwollene Backen. Beim Essen verursachte mir jeder Bissen starke Schmerzen. Besonders gut kann ich mich noch an die Behandlung durch meine Großmutter erinnern, die versuchte, ein Kirschkernsackerl auf die Schwellungen zu legen, was die Schmerzen nur noch stärker werden ließ. Nach einigen Tagen gingen die Schwellungen und das Fieber wieder zurück und ich hatte die Krankheit ohne Komplikationen überstanden.“

Dr. Gudrun Zweiker, Ärztin für Allgemeinmedizin, Straden, Bezirksärztevertreterin Südoststeiermark : „Ich gehöre noch zu der Generation, die Masern durchmachen musste, in Ermangelung einer Impfung. Und ich kann mich noch sehr gut an die drei Wochen mit hohem Fieber, das ich jedem ersparen möchte, und an die Alpträume erinnern. Es traten zum Glück keine langfristigen Komplikationen auf.“

Prim. Dir. Univ.-Prof. Dr. Ingomar Mutz, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, St. Marein im Mürztal : „Ich habe als Kinderarzt – seit 1967 – fünf Kinder an Masern sterben gesehen: einmal Enzephalitis, einmal Pneumonie (bei Onko-Patient), dreimal SSPE. Meine Einstellung zur Impfung und Impfpflicht ist klar.“

OA Dr. Eiko Meister, Facharzt für Innere Medizin, stv. Leiter der internistischen EBA am LKH-Univ.-Klinikum Graz, Vizepräsident und Kurienobmann Angestellte Ärztinnen und Ärzte der Ärztekammer Steiermark : „Ich hatte Masern im Vollbild, 14 Tage, wir waren einigermaßen fertig, dann kam neben einer Gehirnerschütterung noch Scharlach dazu. Fünf Wochen konnte ich in der dritten Klasse Mittelschule nicht in die Schule. Besonders die Masern waren mühsam.“

Em. Univ.-Prof. Dr. Ronald Kurz, ehemaliger Leiter der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am LKH-Univ.-Klinikum Graz : „An der Kinderklinik in Graz wurden 1986 256 Kinder und 1995 82 Kinder mit Masern – dies bedeutet mit schwerwiegenden Komplikationen – stationär aufgenommen. 8 davon mussten wegen Pneumonie oder Enzephalitis an der Intensivstation behandelt werden.“

Hans Jürgen Dornbusch, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde, Fachgruppenobmann : „Ich erinnere mich noch genau: Meine Familie ist an einem schönen Sommertag zu einer Hochzeit gefahren, aber ich musste mit Masern als Kind allein im Bett bleiben, die Augen und der Kopf haben wehgetan …“
 

Fotos: Oliver Wolf, Harry Schiffer, beigestellt, Elke Meister, Mediendienst/Wilke, beigestellt

AERZTE Steiermark 03/2019




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