25. März 2026
Laimburggasse:
Wenn Fahrräder wichtiger werden als kranke Menschen
Die steirische Ärzteschaft kritisiert die geplante Fahrradstraße in der Grazer Laimburggasse scharf. Im besonders sensiblen Bereich zwischen Wickenburggasse und Muchargasse werden im direkten Umfeld der dort ansässigen Ordination 23 Parkplätze wegfallen. Die vorgesehenen drei Behindertenparkplätze sind aus Sicht der steirischen Ärzteschaft kein ausreichender Ersatz
„Wer Parkplätze vor Ordinationen streicht, trifft nicht Autos, sondern kranke Menschen“, bringt es Prof. Dietmar Bayer, Vizepräsident der Ärztekammer für Steiermark und Obmann der Kurie Niedergelasse Ärzte auf den Punkt. Gerade ältere, körperlich eingeschränkte und akut erkrankte Patientinnen und Patienten seien auf eine möglichst nahe Zufahrt angewiesen. Auch Begleitpersonen, Hol- und Bringdienste sowie kurzfristige Arztbesuche bräuchten praktikable Haltemöglichkeiten. Die drei Behindertenparkplätze bieten dafür keinen ausreichenden Ersatz, weil viele kranke oder krankheitsbedingt eingeschränkte Menschen keinen Behindertenausweis besitzen und dennoch auf eine wohnortnahe Anfahrt zur Ordination angewiesen sind.
Die steirische Ärzteschaft betont, dass sie ihre massiven Bedenken gegenüber der zuständigen Vizebürgermeisterin Schwentner mit Nachdruck und mit Verweis auf die konkreten Folgen für Patientinnen und Patienten vorgebracht hat. Umso unverständlicher sei es, dass diese Einwände bislang offenbar ungehört verhallt sind. „Der Eindruck drängt sich auf, dass bei diesem Thema der Hausverstand endet und die Ideologie beginnt“, so Bayer.
Die steirische Ärzteschaft fordert die Stadt Graz daher auf, die Planung zu überarbeiten und ausreichend patientennahe Parkplätze sowie funktionierende Kurzhalte- und Zubringermöglichkeiten sicherzustellen. „Für die Stadtregierung muss das Wohl und die Gesundheit der Menschen über verkehrspolitischen Maßnahmen stehen“, betont Bayer.