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22. August 2017

e-Health: Nur mit Hochgeschwindigkeits-Internet sind ärztliche Video-Hausbesuche möglich – öffentliche Hand muss rasch die Infrastruktur schaffen

In vielen ländlichen Regionen fehlen Glasfaserkabeln für die schnelle Kommunikation, digitale Hausbesuche sind in den Leistungskatalogen der Krankenkassen nicht vorgesehen.  

„Digitale Technologie kann die persönliche Kommunikation zwischen Arzt und Patient zwar nicht ersetzen, aber unterstützen“, begrüßen die Vizepräsidenten der Ärztekammer Steiermark, Norbert Meindl als Sprecher der niedergelassenen Ärzte und e-Health-Experte Dietmar Bayer, diesbezügliche Vorschläge aus der Politik.

Allerdings, so Meindl und Bayer, fehle es derzeit noch vielfach an der Möglichkeit, dass ein niedergelassener Arzt den Hausbesuch bei einem chronisch kranken Patienten auch einmal per Video-Chat macht. Und das habe einfache Gründe: Gerade in vielen ländlichen Regionen der Steiermark mangelt es an der Infrastruktur. Glasfaserkabeln, wie sie für die Übermittlung großer Datenmengen und Video-Anwendungen benötigt werden, sind einfach nicht vorhanden. In manchen Regionen haben die Hälfte oder sogar zwei Drittel der Praxen mit dieser Bürde zu kämpfen.

Dazu kommt, dass Internet-Anbindungen, die die nötigen Sicherheitsstandards für sensible medizinische Anwendungen erfüllen, nicht erschwinglich sind. Ganz zu schweigen davon, dass Video-Hausbesuche in den Leistungskatalogen der Krankenkassen nicht vorgesehen sind.

„Die öffentliche Hand muss ihre Hausaufgaben machen und die Grundlagen für die digitale Arzt-Patienten-Kommunikation zur Verfügung stellen“, verlangt Meindl.

So lange das nicht geschehe, wäre die e-Health-Debatte sinnlos: „Das ist so wie eine Diskussion darüber, ob auf Autobahnen 100 oder 130 gefahren werden darf, obwohl es nur unbefestigte Forststraßen gibt“, zieht Bayer einen Vergleich mit dem Straßenverkehr. Er weist darauf hin, das Hochgeschwindigkeitsinternet in ländlichen Regionen kürzlich in Kanada zur Grundlage der Lebensqualität für die Menschen erklärt wurde: „Schnelles Internet muss auch in Österreich zum Menschenrecht werden“.

 




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