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Ärztekammer „betroffen und entsetzt“ über Aussagen des steirischen KAGes-Chefs:„Unerträgliche Belastung von Spitalsärzten beenden“

Ärztliche Arbeitszeit

20. Dezember 2013


In einem ORF-Interview (Journal Panorama, Ö1) hat der Vorstandsvorsitzende der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft, Karlheinz Tscheliessnigg, das Problem überlanger Arbeitszeiten von Spitalsärzten als unlösbar bezeichnet. 

Reguläre Wochenarbeitszeiten von 60 Stunden, dazu immer wieder Überschreitungen, die von den Arbeitsinspektoraten abgestraft werden. Durchgehende Nachtdienste von 28 oder gar 32 Stunden sowie Wochenenddienste von durchgehend 49 Stunden, oft praktisch ohne Ruhepausen. Die Belastung von Spitalsärztinnen und Spitalsärzten wird von den Be-troffenen als unerträglich empfunden und auch die Patientinnen und Patienten leiden darunter: Denn solche Arbeitsbedingungen schränken die Leistungsfähigkeit auch der besten Ärztinnen und Ärzte ein und erhöhen das Fehlerrisiko beträchtlich.

Genau diesen Zustand hat der steirische Spitalschef, KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg in einem Interview verteidigt und wortwörtlich gemeint, ihm seien „der müde Profi lieber, als der ausgeruhte Dilettant". Außerdem gebe es nicht genügend Personal, um die Verhältnisse zu verbessern.

„Ich bin betroffen und entsetzt, dass der oberste Repräsentant der steirischen Landeskran-kenhäuser diesen für Ärzte und Patienten unerträglichen Zustand verteidigt“, sagte dazu der Präsident der steirischen Ärztekammer, Herwig Lindner. Vielmehr müssten alle Anstrengungen unternommen werden, „die unerträgliche Belastung von Spitalsärzten zu beenden“. Ein erster Schritt sei es, die durchgehenden Nachtdienste auf zumindest 25 Stunden zu beschränken, „wie es das AKH Wien und andere bereits geschafft haben“. Die Spitalsärztinnen und Spitalsärzte seien die einzige Berufsgruppe in Österreich, „für die ein durchgehender Dienst von 25 Stunden bereits eine Verbesserung darstellt“, so Lindner.

Kein Verständnis zeigt Lindner auch für den Spruch vom ‚müden Profi’: „Es gibt keine Dilettanten an den steirischen Spitälern, es gibt nur übermüdete und oft schon verzweifelte Profis, die unter diesen Bedingungen nicht mehr gut arbeiten können. Weil sie professionell und hoch kompetent sind, wissen sie das auch.“

Der Obmann der Angestellten Ärzte, Vizepräsident Martin Wehrschütz, zeigte sich empört, dass diese Belastungen mit dem Ärztemangel verteidigt werden: „Der Ärztemangel ist eine Folge dieser Arbeitsbedingungen“, sagte Wehrschütz. Ganz im Gegenteil müsse man die Bedingungen verbessern, um dem Ärztemangel entgegenzutreten.

Lindner und Wehrschütz weisen darauf hin, dass erst kürzlich Reformverhandlungen zwischen KAGes und Ärztekammer begonnen haben, um die Bedingungen gesamtheitlich zu verbessern. Es sei das „völlig falsche Signal, wenn der KAGes-Chef die Probleme jetzt als unlösbar bezeichnet“.

 

Ö1, Journal Panorama, 19.12.2013: http://oe1.orf.at/programm/358136




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