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Hausärztliche Versorgung in Zukunft gefährdet

Gesundheit/Steiermark/ärztliche Versorgung

2. September 2010

93 % der österreichischen Bevölkerung haben eine Hausärztin bzw. einen Hausarzt, 80% davon haben ihre Hausärztin/ihren Hausarzt über 5 Jahre und länger.

Gerade dieser wichtige Faktor der „Kontinuität“ ermöglicht es den Allgemeinmedizinern im Gesundheitssystem wichtige Lotsenfunktionen zu übernehmen, unnötige Einweisungen ins Krankenhaus zu vermeiden und auch die Zahl der Fehldiagnosen und Fehlbehandlungen so gering wie möglich zu halten. Dies ist auch erforderlich um die Spitäler und Spitalsambulanzen für die spitzenmedizinischen Leistungen freizuhalten.

Die Vorteile einer abgestuften Versorgung sind nicht allein Einsparungen im Gesundheitssystem, sondern für jeden einzelnen Patienten, jede einzelne Patientin spürbar. Chronische Krankheiten können dadurch günstig beeinflusst werden und auch entscheidende Änderungen im Lebensstil werden durch eine kontinuierliche ambulante Versorgung ermöglicht.

Auch das Gesundheitsbarometer 2010 des Bundesministeriums zeigte höchste Zufriedenheitswerte der Bevölkerung mit den Hausärztinnen und -ärzten.

In einer Arbeit zur Allgemeinmedizin wurden von der Paracelsusuniversität in Salzburg die Kosten für 1,5 Jahre Lehrpraxis für alle künftigen Allgemeinmediziner mit 3-10 Millionen Euro pro Jahr beziffert. Dieser Summe wurden die Kosten gegenübergestellt, die eine hochwertige Primärversorgung durch Allgemeinmediziner jährlich vermeiden kann. Das Einsparungspotenzial1 ist beachtlich.



„Diese Werte gilt es auch für die Zukunft zu sichern. Dazu sind zwei wesentliche Schritte notwendig:
Einerseits die Einführung des „Facharztes für Allgemeinmedizin“ – dazu wurden alle vorbereitenden Schritte von der Ärztekammer gesetzt, so wurde bereits 2006 ein umfassendes Konzept zur Einführung des Facharztes für Allgemeinmedizin übergeben, das die Ausbildung in Lehrpraxen beinhaltet. Nun ist es am Gesundheitsminister, diese Angelegenheit endlich zu einem guten Ende zu bringen und sowohl die Förderung der Lehrpraxis sicherzustellen, als auch die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin zu ermöglichen.
Und andererseits die Finanzierung der Lehrpraxen, diese muss von Bund und Land gefördert werden. Es kann nicht sein, dass in 2/3 der europäischen Länder die Lehrpraxis von öffentlicher Hand bezahlt wird und sich Österreich in dieser Angelegenheit jeder vernünftigen Regelung widersetzt!“, fordert Dr. Wolfgang Routil, Präsident der Ärztekammer Steiermark.

Die aktuelle Situation in der Steiermark zeigt aber alles andere als Tendenzen in diese Richtung: im Gegenteil in der Steiermark ist für die nächsten Jahre ein eklatanter Mangel an Allgemeinmedizinern zu erwarten, denn 40 % der Hausärztinnen und Hausärzte in der Steiermark sind über 55 Jahre alt (von insgesamt 960 niedergelassenen Allgemein-medizinern sind 368 über 55 Jahre alt).

1) Einsparungspotential gem. Studie der PMU Salzburg

Es handelt sich dabei um Kosten durch Kardiale Überdiagnostik von 5 Mio/Jahr, Kosten und Folgekosten durch falsche kardiovaskuläre Prävention von 20 Mio/Jahr, Kosten des Disease Management Programms Diabetes von 17 Mio/Jahr, Kosten für präoperative Überdiagnostik von 20 Mio/Jahr, nicht bezifferten Kosten für radiologische Überdiagnostik, unnötige Laboruntersuchungen und nicht evidenzbasierte Medikamentenverschreibung.

 

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