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Vertragsarztpraxen ein gefährdetes Auslaufmodell?

ÄK fordert den Erhalt der wohnortnahen Versorgung und mehr Spielraum für neue Zusammenarbeitsformen

23. Juni 2009

Die niedergelassenen Kassenvertragsärztinnen und -ärzte in der Steiermark hatten im Jahr 2008 knapp 10,2 Millionen PatientInnen – Kontakte. Die erbrachten Leistungen decken weitgehend die Basisversorgung der Bevölkerung ab. Auch die allgemeinmedizinische Notfallversorgung funktioniert in der Steiermark rund um die Uhr.

„Ähnliches im fachärztlichen Bereich zu fordern ist allerdings unrealistisch. Wenn es in einem Bezirk nur zwei Kinderärzte gibt, kann es keine rund um die Uhr Versorgung geben.“ erläutert Dr. Wolfgang Routil, Präsident der Ärztekammer für Steiermark. In der Terminkoordination gäbe es aber schon beachtliche Fortschritte, trotzdem „sind Gruppenpraxen und ähnliche Organisationsformen eine notwendige Basis, um die Praxisöffnungszeiten substantiell erweitern zu können“ so Routil weiter.
Im Zuge der Gesundheitsreform sollten daher der Raum und die Finanzierung von „Ärzte-Ges.m.b.H´s“ zur Spitalsentlastung gesichert werden. Wie eine Studie (Hajek) unlängst klar ausgewiesen hat, wollen 80% der Bevölkerung eine niedergelassene Ärztin bzw. einen niedergelassenen Arzt als erste Anlaufstelle in allen Gesundheitsfragen.

Dass viele PatientInnen ohne Überweisung zunehmend direkt eine Spitalsambulanz auch ohne Vorliegen eines tatsächlichen Notfalles aufsuchen, kann derzeit kaum verhindert werden. Eine „Umleitung“ der PatientInnnen ist für Dr. Jörg Garzarolli, Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und Vizepräsident, „primär durch Stärkung der Versorgung außerhalb von Spitälern erreichbar. Zudem könnte man an Steuermechanismen denken, wie z.B. einen Ambulanzbeitrag in nicht indizierten Fällen (kein Notfall, keine Überweisung)“.
Medizinisch und ökonomisch wünschenswert wäre auch eine Abfederung durch eine breitere, insbesonders fachärztliche Versorgung im niedergelassenen Bereich.
Eine Verbesserung könnte es vor allem dann geben, wenn ärztliche Zusammenarbeitungsformen gefördert würden. Gruppenpraxen, Job Sharing bis zur Anstellung von Ärztinnen und Ärzten in Praxen wären Lösungsansätze. Die Ärztekammer bemüht sich im Rahmen der bestehenden Strukturen Kooperationsformen zu etablieren. So wurde im Bereich der Fachärzte bereits voriges Jahr begonnen, die Abstimmung von Urlaubs- und Ordinationszeiten im Rahmen der Möglichkeiten effizienter zu koordinieren. Bei den Allgemeinmedizinern funktioniert dies traditionell schon immer besser.
Neben der Koordination von Öffnungszeiten ist auch die Etablierung regionaler Ärzteverbünde eine weitere Maßnahme, die heuer in den steirischen Bezirken Hartberg und Leibnitz als Pilotprojekt „styriamed.net – Ihr regionaler Ärzteverbund“ begonnen wurde.
Um den veränderten Erwartungen der PatintInnen gerecht werden zu können,“ bedarf es einer „großen“ Lösung mit mehr Spielraum für Zusammenarbeitsformen“ schließt Garzarolli..



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