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Zuhören ist die beste Medizin

Ärztekammer Steiermark lud Experten zur Diskussion

14. Mai 2009

Gestern Abend kamen steirische Ärztinnen und Ärzte ebenso wie interessierte Patienten in das Haus der Medizin der Ärztekammer Steiermark in der Grazer Kaiserfeldstraße, um mit Experten Wissenswertes und Heilsames über das Hören und gehört werden zu diskutieren.

Gastgeber Präsident Wolfgang Routil stellte eingangs die Motivation hinter dem Themenschwerpunkt ‚gesundes hören’ klar: „Ziel der Initiative ist es, den Menschen das Hören mit allen seinen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden umfassend näher zu bringen. Denn die Ärztekammer Steiermark begreift sich nicht nur als Standesvertretung der Ärztinnen und Ärzte im Land, sondern trägt auch eine Verantwortung für die Gesundheit der Menschen. Eine wesentliche Aufgabe liegt dabei neben der Sensibilisierung unserer Mediziner auf der verstärkten Aufklärung unserer Patienten.“

Zeit zum Zuhören ist für den Therapie-Erfolg entscheidend

Der Themenschwerpunkt „gesundes hören“ widmet sich jedoch nicht nur der Lärm-Prävention angesichts der stark zunehmenden Gehörschädigungen, vor allem bei Jugendlichen. Ganz wesentlich geht es der Ärztekammer Steiermark als Initiator darum, das Zuhören im medizinischen Alltag zu forcieren. Präsident Routil dazu: „Gerade auch in der Therapie ist die Fähigkeit zuhören zu können aber auch die Zeit dafür zu bekommen von ganz entscheidender Bedeutung. Für ein echtes Verstehen zwischen Arzt und Patient, für die reibungslose Kommunikation zwischen den verschiedenen Partnern im Gesundheitssystem und nicht zuletzt für den therapeutischen Erfolg. Da können wir Ärzte allesamt noch einiges über Methoden des Zuhörens lernen.“

Kommunikation bedingt Verstehen – Verstehen bedingt Zuhören

Unter diesem Gesichtspunkt war Kommunikationsexperte und Buchautor („Hör mir zu“) Helmut Brandstätter eingeladen, Impulse zur einer erfolgreichen Kommunikation – auch im medizinischen Alltag zu geben. Bezug nehmend auf den griechischen Philosophen Demokrit von dem der Satz „Es ist eine Art Habsucht, alles zu sagen, aber nichts hören zu wollen.“ stammt, stellte der Medienprofi dem Auditorium die Grundregeln des Zuhörens im Sinne eines echten Verstehens und aufeinander Reflektierens dar.

In der anschließenden Expertendiskussion brachte Sprachwissenschaftlerin Ruth Wodak ihre spannenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Bedingungen einer funktionierenden Arzt-Patienten-Kommunikation ein. In diesem Zusammenhang wies sie auch auf den Einfluss kultureller oder sozialer Unterschiede sowie auch der unterschiedlichen Beschreibung von Schmerz zwischen Männern und Frauen hin. „Dass Frauen dem Arzt ihre Symptome weniger detailliert verbal darstellen hat nachgewiesenermaßen Einfluss auf die Früherkennung von Krankheiten“, appelliert die Wissenschafterin an die Mediziner, sich auf derartige Unterschiede im Kommunikationsverhalten einzustellen.

Dass dies in einem großen Ausmaß bereits gelebt wird und mittlerweile auch in der medizinischen Ausbildung die Schulung in Techniken des Zuhörens und Kommunizierens Eingang gefunden hat, betonte der steirische HNO-Facharzt Wolfgang Luxenberger, der sich in seinem Berufsbild für alle Sinne des Menschen zuständig empfindet. Dass gesundes Hören in der Therapie nicht nur verbale Kommunikation umfasst, bestätigte die Ärztin und Musiktherapeutin Monika Glawischnig Goschnik: „Musik ist tägliche Medizin.“

Lärm als Umweltproblem Nummer 1

Dem Kampf gegen den Stressfaktor Lärm hat sich die Grazer ARGE Zuhören verschrieben, deren Mitbegründer Bernd Chibici im Rahmen der Veranstaltung die Politik einmal mehr aufforderte, bessere akustische Rahmenbedingungen zu schaffen – im öffentlichen Raum aber vor allem auch in Bildungseinrichtungen, in denen die Organisation sehr aktiv ist. „Ich bin froh darüber, dass sich die Ärztekammer Steiermark dieses wichtigen Themas annimmt, bei dem wir in Österreich einen echten Nachholbedarf gegenüber anderen Ländern haben, in denen der Schutz des Hörens als dem sozialsten Sinn des Menschen deutlich höhere öffentliche Aufmerksamkeit genießt“, lobt Chibici die Initiative.

Die in Studien nachgewiesene Sehnsucht der Menschen nach Stille verspürt auch Ö1-Wissenschaftsredakteur Johannes Kaup bei seiner täglichen Arbeit. Auch für den Radiomacher ist es zur Konzentration wesentlich, akustische Störfaktoren auszuschalten um sich darauf besinnen zu können, welche Bilder eine Botschaft bei den Empfängern – den Medienkonsumenten – auslösen soll. Für ihn ist es „Ziel eines Dialogs, dass alle Beteiligten neue Erkenntnisse und tiefere Einsichten in einem bestimmten Bereich gewinnen.“

So war die Schaffung von Zonen der Stille auch eine der wesentlichsten Forderungen der Veranstaltungsbesucher in der an die Podiumsrunde anschließenden Publikumsdiskussion.


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