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Ausbildung nach Noten

Die Zufriedenheit mit der ärztlichen Ausbildung steigt. Aber es bleibt noch einiges zu tun. Alarmierend ist die universitäre Drop-out-Quote.

Wie zufrieden sind Österreichs Ärztinnen und Ärzte mit ihrer Ausbildung? Das wird regelmäßig per Fragebogen erhoben. Am zufriedensten sind jene, die eine Facharztausbildung machen. Die Durchschnittsnote 2,29 ist ein fast sicheres „Gut“. Die Schwankungsbreite innerhalb der Bundesländer ist gering: Den besten Wert gibt es in Tirol mit 2,07, den schlechtesten im Burgenland mit 2,57. Die Steiermark liegt mit 2,36 im Mittelfeld. Erfreulich: In fünf Bundesländern hat sich die Beurteilung seit der letzten Befragung 2015 verbessert: in Niederösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol und Wien.

Eine kontinuierliche Verbesserung gibt es auch in der Allgemeinmedizin-Ausbildung. Das Bundesland mit den zufriedensten Turnusärztinnen und -ärzten ist Vorarlberg (Note 2,18), am unzufriedensten sind die Wienerinnen und Wiener mit der Note 2,81. Auch hier liegt die Steiermark mit 2,59 im mittleren Bereich.

Auffällig ist die starke Streuung nach zu absolvierenden Fächern. Während Anästhesie, Kinder- und Jugendheilkunde sowie Psychiatrie signifikant besser bewertet wurden als der Schnitt, stellen Frauenheilkunde und Geburtshilfe die Schlusslichter in der Zufriedenheitsbewertung dar.

In der Basisausbildung schwankt die Note zwischen 2,19 (Tirol) und 2,66 (Wien). Die steirische Ausbildung kommt auf 2,47. Der Österreichschnitt liegt bei 2,49.

Was aber macht gute Ausbildung aus? Entscheidende Faktoren sind laut Umfrage des Ärztlichen Qualitätszentrums Qualität und Umsetzung eines guten Ausbildungskonzepts, die Rahmenbedingungen für den Ausbildner: genügend Unterstützung durch die Leitung sowie ausreichend Zeit für die Ausbildungsaufgabe, gute Rotationsmöglichkeiten, Bemühen des Ausbildungsverantwortlichen für die Ausbildung, oftmaliges Feedback durch den Vorgesetzten, Unterstützung durch die Stammmannschaft, didaktische Kompetenz des Ausbildners, Vermittlung von Leitlinien, häufige Evaluierungsgespräche sowie eine gute Work-Life-Balance.

In der Basisausbildung zählen vor allem gute Ausbildung/Betreuung an sich, gute Integration, angenehmes Arbeitsklima, eigenständiges Arbeiten, dann gute praktische Erfahrung und viel Patientenkontakt sowie viele Herausforderungen.

„Wir sehen, dass die Qualität und Umsetzung eines guten Ausbildungskonzepts das Um und Auf ist. Darüber hinaus müssen gute Rahmenbedingungen für den Ausbildner geschaffen werden: Das bedeutet genügend Unterstützung durch die Leitung sowie ausreichend Zeit für die Ausbildungsaufgabe“, sagte Karlheinz Kornhäusl als Turnusärzteobmann bei der Präsentation der Studienergebnisse in Wien.

Achtung Drop-out

Auch erhoben wurde, wie viele der Medizinstudentinnen und -studenten überhaupt bis zur postpromotionellen Ausbildung kommen. Beunruhigende Antwort: weniger als zwei Drittel. 38,8 Prozent steigen vorzeitig aus oder machen ihre ärztliche Karriere außerhalb von Österreich. Im Studienjahr 2015/2016 erreichte die Drop-out-Quote dabei ihren höchsten Wert.

Oder, um es anders zu formulieren: Von jenen 1.218 österreichischen Absolventinnen und Absolventen der drei öffentlichen Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck, die im Zeitraum 2015/2016 ihr Medizinstudium abschlossen, waren im Oktober 2017 nur 745 in der österreichischen Ärzteliste eingetragen. 473 hatten das Land oder den Beruf verlassen.

Da stellt sich dann die Frage, wie sinnvoll die immer wieder gehörte Forderung nach mehr Studienplätzen ist. Volkswirtschaftlich logischer wäre es wohl, sich zu überlegen, wie man diese fast 500 jungen Medizinerinnen und Mediziner in das österreichische Gesundheitssystem bringt.

Kornhäusl hofft darauf, dass die neue Ausbildungsordnung , die die praktische Ausbildung an moderne Gegebenheiten anpasst und sie auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau hebt, entsprechende Verbesserungen bringt.

Sein Appell an die Gesundheitspolitik: „Arbeitsplätze sowohl im Spital als auch in der Niederlassung müssen wieder attraktiv gemacht und Bürokratie abgebaut werden.“

 

Fotos: Felix Vratny, Shutterstock, Grafik: Conclusio




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