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Simulationstraining: Routine im Unerwarteten

In puncto medizinischer Simulation zählt die Steiermark zu den Spitzenreitern: mit nunmehr zwei Zentren, die hochqualitative Trainings vom ersten Ausbildungssemester an bis zur Pensionierung bieten.

Ein Frühgeborenes reanimieren, eine Lungenspiegelung durchführen oder nach jahrelanger Pause die Fingerfertigkeit bei der Gastroskopie wiedergewinnen. Es gibt Situationen, die besser am Simulator geübt werden: ÄrztInnen fühlen sich sicherer, die Eingriffe laufen rascher ab – zum Wohle der PatientInnen.
In der Steiermark hat das medizinische Simulationstraining durch das Clinical Skills Center (CSC) der Meduni Graz bereits jahrelange Tradition. Es startete im Jahr 2008 – zunächst in Containern auf dem Gelände des Universitätsklinikums. Ausgangspunkt war eine optimale Vorbereitung auf die OSCE-Prüfung (Objective Structured Clinical Examination). Kurz darauf kam die obligatorische Famulaturlizenz hinzu, aber auch das Interesse an postgradualem Training wurde immer stärker. Zudem bildete sich während der lehrveranstaltungsfreien Zeit das Pflegepersonal des Universitätsklinikums im CSC fort.

Zwei Institutionen und ein Ziel

Um den Trainingsbedarf der eigenen Teams abdecken zu können, gründete auch die KAGes ein Simulationszentrum (SIMZ), das kürzlich nach einjährigem Probebetrieb eröffnet wurde. Das CSC der Meduni Graz war für diesen Testbetrieb in das Zentrum der KAGes übersiedelt. Beide Institutionen werden zukünftig eng miteinander zusammenarbeiten, auch wenn das CSC mit kommendem Wintersemester im MED CAMPUS Graz wieder eigene Räumlichkeiten erhalten wird. Auch in Zukunft sollen Synergien genutzt werden, die Details sind in Ausarbeitung.
Für den Testbetrieb brachte die Meduni Graz eine Vielzahl an Simulationsobjekten ein – vom Frühgeborenen bis zum Greis. Die KAGes errichtete realitätsgetreue Kulissen für einen OP, zwei Schockräume, Intensiv- und Aufwachbereich sowie zwei Krankenzimmer. In den kommenden Jahren werden Simulatoren in allen weiteren Fachbereichen der Medizin angeschafft werden, um eine möglichst breite Ausbildung zu gewährleisten, kündigte KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg an.

Was den Grazer Standort im Vergleich zu anderen Simulationszentren auszeichnet, ist das breite Angebotsspektrum: Studierende lernen zu Beginn der Ausbildung Basics wie das Legen einer Verweilkanüle. Ärzte, die in die EBA oder auf eine Intensivstation rotieren, absolvieren zuvor ein umfassendes Notfallstraining. Auch Reaktionen auf äußerst seltene Komplikationen können hier bis zur Routine geübt werden. In Zukunft sollen auch komplexe OPs vorab durchgespielt werden.

Auf allen Ebenen gefördert

Erst die rasante technische Entwicklung hat derart ausgefeilte Simulationstrainings ermöglicht; vonnöten geworden sind sie aber auch durch neue Arbeitszeitgesetze. „Wer heute in Ausbildung steht, verbringt weniger Zeit im Krankenhaus und kann folglich seltener direkt am Patienten lernen“, erklärt Thomas Wegscheider, von der ersten Stunde weg am CSC engagiert. Die Simulation kompensiert diesen Ausfall.
Das CSC wurde bereits mehrfach preisgekrönt; nationale und internationale Delegationen haben sich vor Ort ein Bild gemacht. Dass in Graz so umfassend in die medizinische Simulation investiert wird, ist der Unterstützung aller wichtigen Player, allen voran KAGes-Vorstandsvorsitzendem Karlheinz Tscheliessnigg und Meduni-Rektor Hellmut Samonigg, zu verdanken.

 

Foto: Meduni Graz

Symbolbild 1
 



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