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AERZTE Steiermark 01/2022

 

Ist die Krankenversorgung in den Spitälern dem Land egal?

Hunderte Ärztinnen und Ärzte haben in den letzten Jahren die KAGes verlassen. Mehr als 80 Ärztestellen waren zuletzt unbesetzt. Faktum ist auch, dass in anderen (benachbarten) Bundesländern die Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte weit besser sind als in der Steiermark. Dennoch rührt das Land kaum einen Finger.

Vor sieben Jahren war das Land Steiermark stolz, in Verhandlungen mit der Ärztekammer eine gute arbeitszeitgesetzkonforme Lösung für die Ärztinnen und Ärzte in den steirischen Landeskrankenhäusern gefunden zu haben. Aber sieben Jahre sind eine lange Zeit und seither ist kaum etwas geschehen. Weswegen auch benachbarte Bundesländer – Niederösterreich, Burgenland und Wien – in vielen Belangen längst an der Steiermark vorbeigezogen sind. Bemühungen der Ärztekammer, die Rahmenbedingungen (finanziell und nicht finanziell) wieder konkurrenzfähig zu machen, fanden beim Land keinen Widerhall.

Das Ergebnis: Hunderte Ärztinnen und Ärzte haben die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft KAGes in den letzten Jahren verlassen. Mehr als 80 Stellen für Ärztinnen und Ärzte sind aktuell nicht besetzt.

Das bedeutet – gerade in Coronazeiten – auch eine zusätzliche schwere Belastung für diejenigen, die da sind. Denn sie müssen die Arbeit der Fehlenden mitmachen, so weit sie das noch können.

Die Leidtragenden sind neben den Ärztinnen und Ärzten alle Steirerinnen und Steirer, die ärztliche Hilfe in den Landeskrankenhäusern dringend suchen und brauchen. Offiziell ist zwar alles super, aber im Gebälk knirscht es gewaltig.

Jeder kennt bald jemanden, dessen Spitalstermin sich verzögert, weil die Ressourcen nicht ausreichen. Mit dem vorhandenen Personal stabile Dienstpläne zu gestalten, wird immer mehr zur Kunst, die kaum mehr zu machen ist.

„Das Land Steiermark muss der Wirklichkeit endlich ins Auge schauen und die Gegenwart planen, statt nur vage Zukunftsvisionen zu spinnen“, warnt Ärztekammer-Vizepräsident Eiko Meister, Obmann der angestellten Ärztinnen und Ärzte.

Aber, sagt er weiter, „offenbar geht es nicht ohne eine Medienkampagne“. Und genau die gibt es jetzt. Positives Motto: „Fair zu den Ärztinnen und Ärzten. Gut für die Steirerinnen und Steirer.“ Er hoffe sehr, dass dieser positive Zugang reiche, um endlich ernsthafte Gespräche und Verhandlungen aufnehmen zu können, die bisher vom Land verweigert wurden. Sollte das aber nicht ausreichen, werde man noch deutlicher werden müssen. „Wir sind dazu bereit, aber ich hoffe doch sehr, dass diese harten Maßnahmen nicht nötig sein werden.“

Die – vorerst noch – ziemlich sanfte Medienkampagne in den steirischen Tageszeitungen, im Radio und in den sozialen Medien ist dieser Tage jedenfalls angelaufen.

Das Ziel sind substanzielle Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen der Ärztinnen und Ärzte in den steirischen Landeskrankenhäusern. Die lassen sich nämlich nicht mehr länger hinhalten.

 

Illus: Adobe Stock




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