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Als Beispielprojekt führte die Ärztekammer Steiermark Mitte Juli einen Ausbildungsgipfel am Landeskrankenhaus Leoben durch. Fazit: Auch im bestehenden rechtlichen und personellen Rahmen lassen sich signifikante Verbesserungen erzielen.


Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Turnusausbildung war das Thema eines sozusagen interdisziplinären Gipfels am LKH Leoben, bei dem ärztliche Leitung, Ausbildner und Pflege mit den Turnusärztinnen und -ärzten diskutierten.

Die Betroffenen zeichneten in der Diskussion, zu der die Ärztekammer Mitte Juli geladen hatte, das bekannt kritische Bild: Überlastet mit administrativen und pflegerischen Aufgaben fehlt die Zeit für die Ausbildung. Strukturmängel und unzureichende Planung führen dazu, dass für die Ausbildung wichtige Teilnahmen an Hauptvisiten oder Falldemonstrationen auf der Strecke bleiben. Im Zentrum der sehr offenen Diskussion stand nicht so sehr der „große Wurf “, sondern das Bemühen, im Rahmen der bestehenden rechtlichen Situation und mit den vorhandenen Ressourcen spürbare Verbesserungen zu erzielen. Die Frage nach Hol- oder Bringschuld wurde dabei sehr pragmatisch mit „sowohl als auch“ beantwortet. Ärztekammerpräsident Wolfgang Routil betonte die Notwendigkeit einer fundierten Ausbildung als Grundlage einer qualitätsvollen medizinischen Versorgung. Das Thema sei nicht nur in Leoben, in der Steiermark oder Österreich in Diskussion. So laufe zurzeit im gesamten deutschsprachigen Raum eine transnationale Ausbildungsevaluierung, um Mängel auszugleichen.

Ein heikles Thema ist die Mitverantwortung der Pflege, die im Rahmen der KAGes abhängig von den personellen Ressourcen zur Zeit sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Wo sich die Pflege unterbesetzt fühlt, überlässt sie vieles den Turnusärztinnen und –ärzten, anderswo funktioniert die Kooperation sehr gut – Unterschiede gibt es nicht nur zwischen Spitälern sondern oft auch zwischen benachbarten Abteilungen. Der ärztliche Direktor des LKH Leoben, Prim. Heinz Luschnik, versprach in seinem Diskussionsbeitrag Verbesserungen: Er werde darauf einwirken, dass die Mitverantwortung, aber auch die Ausbildungsverantwortung, stärker wahrgenommen werden wird. Eine effiziente Organisation steigere sowohl die Patienten- als auch die Mitarbeiterzufriedenheit – und senke die Kosten. Auch Pflegedirektorin Sylvia Noe signalisierte durchaus Bereitschaft, Änderungen der Zusammenarbeit in Angriff zu nehmen, wies aber auch auf ihre Verantwortung gegenüber dem Pflegepersonal hin. Dazu Routil: „Sie schauen auf Ihr Personal, ich schaue auf meine Ärzte.“

Der Obmann der Angestellten Ärztinnen und Ärzte, ÄK-Vizepräsident Martin Wehrschütz, forderte, dass Leoben als wichtiges Schwerpunktkrankenhaus ein Vorzeigeprojekt für die Ausbildung werden müsse. Mängel in der Ausbildung würden pro futuro auch zu Mängeln in der extramuralen Versorgung führen, wenn sich approbierte Ärztinnen und Ärzte mit Lücken bei Wissen, vor allem aber Können und Erfahrung letztlich niederlassen. Er betonte die Notwendigkeit einer konstruktiven und gedeihlichen Zusammenarbeit.

Der Obmann der steirischen Turnusärztinnen und -ärzte, Ronald Otto, sprach sich ebenfalls für ein Miteinander aus. Für Ausbildungsinhalte seien aber eigene Zeiträume fix zu reservieren, damit eine Hauptvisite nicht an Termin vereinbarenden oder Blutröhrchen beklebenden Ärztinnen und Ärzten in Ausbildung vorbeilaufe. Generell sprachen sich die Ärztinnen und Ärzte dafür aus, die Versorgungsverpflichtung der Pflege und das ärztliche Anordnungsrecht deutlicher wahrzunehmen. Eine Regelung, die es der Pflege erlaube, sich der Mitverantwortung partiell zu entziehen, würde letztlich das Ärztegesetz bzw. das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz unterlaufen.



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