50 ÆRZTE Steiermark || 09|2026 Jeden Herbst zeigt sich ein ähnliches Bild. Mit den steigenden Infektionszahlen steigt die Nachfrage nach medizinischer Versorgung, Ordinationen und Ambulanzen geraten stärker unter Druck. Dieser Effekt ist vorhersehbar. Trotzdem haben sich die Patientenströme in die falsche Richtung entwickelt. Der niedergelassene Bereich bietet eine leistungsfähige Versorgung für akute und chronische Erkrankungen. Bereitschaftsdienste, Gruppenpraxen und neue Versorgungsformen wie Primärversorgungseinheiten (PVE) ergänzen diese Strukturen. PVE sind ein sinnvoller Ansatz, wenn sie bestehende Angebote zeitlich ergänzen. „Volle Ambulanzen sind kein Naturgesetz“, betont Gerhard Posch, Obmann der Kurie Angestellte Ärzte. „Wir können nicht jeden Herbst dieselbe Überlastung diskutieren und zugleich akzeptieren, dass sich die Patientenwege nicht verändern. Für alle Patient:innen, die die Möglichkeiten eines Krankenhauses brauchen, sind wir Ärzt:innen in den Ambulanzen selbstverständlich da. Alle anderen Fälle sollten im niedergelassenen Bereich versorgt werden.“ Information schafft Orientierung Der erste Schritt ist Information. Wer weiß, welche Angebote bestehen, wann sie erreichbar sind und welche Anlaufstelle für welche Anliegen geeignet ist, kann selbst den passenden Weg wählen. Mit „Zuerst zur Hausärztin, zum Hausarzt“, „Wohin mit welcher Krankheit?“ und „Bin ich ein Notfall?“ informiert die Ärztekammer bereits über unterschiedliche Versorgungswege. Aktuell wird dieser Ansatz erweitert: Gemeinsam mit dem Land Steiermark und dem Österreichischen Integrationsfonds sollen diese Informationen in mehreren Sprachen noch mehr Menschen erreichen. „Patientenlenkung beginnt mit Gesundheitskompetenz“, sagt Ärztekammer-Präsident Michael Sacherer. „Wir investieren seit Jahren in verständliche Information für Patient:innen. Jetzt machen wir wichtige Inhalte auch mehrsprachig zugänglich. Unser Ziel ist, dass möglichst viele Die steirischen Spitalsambulanzen verzeichnen so viele Patient:innen wie nie zuvor. 2025 wurden in den Fondskrankenanstalten rund 1,305 Millionen ambulante Fälle gezählt, bei rund 2,45 Millionen ambulanten Frequenzen. Auch in den KAGes-Spitälern setzte sich der Anstieg 2025 fort. Mit der beginnenden Infektsaison ist zusätzlicher Druck absehbar. ANGESTELLTE ÄRZTINNEN & ÄRZTE Fotos: Furgler, Schiffer, envato/AnnaStills „Die Ambulanzen müssen für Notfälle zur Verfügung stehen. Wer im niedergelassenen Bereich versorgt werden kann, blockiert hier sonst unnötig Ressourcen.“ Gerhard Posch Obmann der Kurie Angestellte Ärzte Volle Ambulanzen sind kein Naturgesetz „Der erste Weg für Patient:innen muss − abgesehen von Notfällen − in den niedergelassenen Bereich führen, wo sie die passende Versorgung finden.“ Gerhard Postl Kurienobmann-Stellvertreter
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