AERZTE Steiermark 09 2026

NEWS Herzenssache Aufklärung Die Krebsgefahr des Rauchens ist weithin bekannt. Bei den Folgen für Herz und Gefäße sieht es anders aus. Eine im August 2026 in BMJ Open veröffentlichte Studie von Chung-Hall et al. analysierte Daten von mehr als 240.000 erwachsenen Raucher:innen aus insgesamt 46 Ländern über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten – damit ist das die bislang größte Untersuchung dieser Art. Das Ergebnis dieser Untersuchung: Über 90 Prozent der Raucher:innen kennen das Lungenkrebsrisiko. Dass Rauchen Herzkrankheiten oder Herzinfarkte verursacht, wissen nur rund 80 Prozent, beim Schlaganfall sind es rund 70 Prozent. Noch größer sind die Wissenslücken bei den kardiovaskulären Folgen des Passivrauchens. Bemerkenswert ist, dass sich daran über viele Jahre kaum etwas verbessert hat. Dabei verursacht Rauchen weltweit mehr als zwei Millionen kardiovaskuläre Todesfälle pro Jahr. Für Österreich liefert die Studie keine eigenen Zahlen zum Wissensstand der rauchenden Menschen. Die Botschaft der Untersuchung ist dennoch auch hierzulande ebenso relevant: Die Krebsgefahr des Rauchens ist präsent, das Herz-Kreislauf-Risiko weit weniger. Auch an diesem Punkt muss Aufklärung deshalb ansetzen – konkret, wiederholt und unmissverständlich. Neue Notaufnahme in Graz fertiggestellt Med Uni Graz warnt vor Finanzlücke Am LKH-Uniklinikum Graz ist die größte Notaufnahme der Steiermark fertiggestellt worden. Die modernisierte Struktur ist darauf ausgelegt, künftig rund 300 Patientinnen und Patienten innerhalb von 24 Stunden zu versorgen. Ziel des Großprojekts ist eine spürbare Entlastung der Notfallambulanz, optimierte Behandlungsabläufe für die Teams vor Ort sowie eine raschere und strukturiertere Akutversorgung der steirischen Bevölkerung. Zu einem Runden Tisch zur Finanzsituation der Universitäten kamen die Rektor:innen der steirischen Universitäten kürzlich in Graz zusammen. In diesem Rahmen machten sie erneut klar, dass der Standort durch die von der Regierung geplanten Kürzungen in Folge weniger attraktiv werden könnte und dies auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und auf die medizinische Versorgung haben werde. Andrea Kurz, Rektorin der Med Uni Graz, betonte, für die Med Uni bedeuten die Sparpläne eine große Lücke im Budget – konkret zwischen 60 und 90 Millionen Euro für die Jahre 2028 bis 2030. Die Folge könnten daher ein Stellenabbau sein, die Rektorin nennt rund 120 Stellen, die in Gefahr sind. Außerdem geht es auch um Abstriche in vielen weiteren Bereichen. Wie bereits im Interview im letzten AERZTE-Steiermark weist Kurz auch im Rahmen des Runden Tisches darauf hin, dass ein solcher Sparkurs sowohl in der Lehre als auch bei der Ausbildung der jungen Ärzt:innen spürbar sein werde. Spätestens bis Ende Oktober muss die Bundesregierung die endgültigen Entscheidungen treffen. Dann muss das neue Uni-Budget laut Gesetz fixiert sein. ZITAT „Wenn sie mich aufgestellt hätten, etwa als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“ Vor einem Jahr zweifelte der designierte Gesundheitsminister Carsten Linnemann noch an seiner Eignung. zdf heute, 25.7.2026 Foto: LKH-Univ. Klinikum Graz M. Kanizaj ÆRZTE Steiermark || 09|2026 49 AKUT v. li.: Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz, Vizerektor Med Uni Graz, Pflegedirektorin Gabriele Möstl, Dr. Philipp Kreuzer, geschäftsführender Oberarzt ZAM, Nationalratsabgeordnete Mag. Verena Nussbaum, KAGesFinanzvorstand Mag. DDr. Ulf Drabek, Landesrat Dr. Karlheinz Kornhäusl, KAGes-Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Ing. Dr. Dr. h.c. Gerhard Stark, Ärztlicher Direktor Ass.-Prof. Dr. Wolfgang Köle, Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom, Nationalratsabgeordneter Markus Leinfellner und Betriebsdirektor Dr. Bernd Leinich

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