krobieller Peptide als topische Therapieoption wird an der Med Uni Graz bereits erprobt. Zielgerichtete Therapien Kaum ein Bereich der Dermatologie hat sich in den letzten zehn Jahren so rasant verändert wie die Neurodermitis-Behandlung. Früher dominierten Glukokortikoide, UV-Therapie und klassische Immunsuppressiva – heute stehen zahlreiche zielgerichtete Medikamente zur Verfügung. Dazu zählen Biologika wie Dupilumab: gentechnologisch hergestellte Antikörper, die punktgenau einzelne Entzündungsbotenstoffe blockieren und die Behandlung mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis grundlegend erweitert haben. Eine weitere Entwicklung sind orale JAK-Hemmer wie Baricitinib, Upadacitinib und Abrocitinib. Sie greifen gezielt in Entzündungsprozesse ein und können Juckreiz oft rasch lindern. Wegen möglicher Nebenwirkungen erfordern sie eine sorgfältige Auswahl und engmaschige ärztliche Überwachung. Der Mensch im Mittelpunkt „Für mich liegt die eigentliche Revolution nicht allein in neuen Wirkstoffen, sondern in einem grundlegenden Perspektivwechsel, den wir durch eine zunehmende Individualisierung der Therapie eingenommen haben“, so Wolfs Resümee. Beim sogenannten Treat-to-TargetAnsatz fließen Schweregrad und Verlauf ebenso in die Behandlung ein wie Alter, betroffene Körperregionen, Begleiterkrankungen – etwa Asthma oder Heuschnupfen – und die persönlichen Ziele der Patient:innen. Gemeinsam wird festgelegt, welches Behandlungsergebnis erreicht werden soll. Seit einigen Jahren orientiert man sich dabei an einem internationalen Konsens: Als zentrale Messgrößen dienen der Eczema Area and Severity Index (EASI) für den Hautbefund und die Peak-Pruritus-Numerical-Rating-Scale (pp-NRS) für den Juckreiz. Je nach Therapieziel reicht die Bandbreite von Verbesserungen wie EASI-50/75 oder einer deutlichen pp-NRS-Reduktion bis zu EASI-90 oder einem ppNRS-Wert von höchstens 1. Neue Therapien, neue Perspektiven Neurodermitis bleibt eine höchst individuelle Erkrankung – auch Stress kann Schübe befeuern. Umso wichtiger ist eine Behandlung, die eng mit den Patient:innen abgestimmt wird, statt nach Schema F zu verlaufen. „Was vor wenigen Jahren noch nach einer begrenzten Auswahl an Möglichkeiten aussah, ist heute ein differenziertes Spektrum moderner Therapien. Da kann man schon von einer Therapierevolution sprechen“, so Wolf. Eine Botschaft, die Betroffenen zum Welt-Neurodermitis-Tag am 14. September Mut macht: „Die Erkrankung ist zwar (noch) nicht heilbar, aber sie lässt sich heute besser und individueller kontrollieren als je zuvor.“ Foto: envato/MarishkaTR NEURODERMITIS ÆRZTE Steiermark || 09|2026 19
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