ÆRZTE Steiermark || 06|2026 15 Foto: Werner Stieber HANTA-VIRUS dort auf, wo diese Tiere heimisch sind. „Weltweit gibt es geschätzt bis zu 200.000 Fälle von Hanta-VirusInfektionen pro Jahr, dabei fand – anders als beim Andes-Virus auf dem Kreuzschiff und davor bei Einzelfällen in Südamerika – noch nie eine Übertragung von Mensch zu Mensch durch andere Hanta-Viren als Andes statt“, betont der Infektiologe, dass die Angst vor Ansteckung durch Kontakt mit einer am Puumala-Virus erkrankten Person nicht begründet ist. Ein schwerer Verlauf ist bei einer Erkrankung mit dem Puumala-Virus sehr selten, die Todesrate liegt bei rund 0,5 %. „Von den Patient:innen, die wir bei uns auf der Klinik vorgestellt bekommen und die wir stationär aufnehmen, müssen rund 10 % auf der Intensivstation behandelt werden“, sagt Krause. Künstliche Beatmung, Dialyse und ECMO-Verfahren kommen zum Einsatz, um unterstützend zu therapieren, doch eine direkte Behandlung der Viren gibt es nicht. Langfristige Folgen „Die Betroffenen fühlen sich sehr krank, aber üblicherweise heilt die Puumala-VirusInfektion folgenlos aus. Teilweise dauert die völlige Ausheilung und Wiederlangung des Gesundheitszustandes aber sehr lange“, weiß der Infektiologe. Langfristige seltene Auswirkungen sind teils Missempfindungen bei Haut und Haaren, Schwächezustände, Organschäden und eine Beeinträchtigung der Hypophyse, die einer langfristigen Medikation bedürfen. Forschung und Meldepflicht Virostatische Medikamente für Hanta-Virus-Infektionen, die übrigens meldepflichtig sind, gibt es derzeit nicht. „Gearbeitet wird an Antikörper-Präparaten gegen verschiedene Hanta-Varianten und wir forschen hier auch gemeinsam mit Florian Krammer und seinem Team in New York und Wien.“ Derzeit gibt es auch Impfstoffentwicklungen gegen HantaViren, jedoch ist die klinische Erforschung beispielsweise aufgrund der geringen Fallzahl von Andes-Virus-Infektionen schwierig. Prävention Schützen kann man sich daher derzeit vor dem Hanta-Virus nur, indem man zum Beispiel beim Arbeiten auf Dachböden, in Kellern, Gartenhütten oder im Wald eine FFP2-Maske trägt, da die Übertragung meist durch getrockneten virushaltigen Kot oder Urin der Rötelmaus erfolgt, die als Aerosole inhaliert werden. „Prinzipiell kann es jedem passieren, der Kontakt zur Natur hat – Waldarbeiter, Förster und auch Sportler:innen, die im Wald unterwegs sind. Gefährlich sind alle Tätigkeiten, die Staub aufwirbeln, vor allem wenn bekannt ist oder durch sichtbare Mausausscheidungen vermutet werden kann, dass in bestimmten Räumen Mäuse vorhanden sind“, führt Robert Krause aus. Empfohlen werden außerdem Handschuhe sowie das Besprühen der Flächen mit Wasser oder chlorhaltigen Lösungen zur Staubminimierung. Alkoholische Handdesinfektionsmittel töten HantaViren sehr gut ab und sollten nach den Tätigkeiten mit Risiko für eine Hanta-Virus-Infektion verwendet werden. „Von den Patient:innen, die wir bei uns auf der Klinik vorgestellt bekommen und die wir stationär aufnehmen, müssen rund 10 % auf der Intensivstation behandelt werden.“ Robert Krause Infektiologe
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