AERZTE Steiermark 06 2026

Eigentlich wurde in der letzten Zeit, seit dem Ausbruch des Hanta-Virus auf einem Kreuzfahrtschiff, bereits sehr viel über das Virus gesagt und geschrieben, meint Robert Krause, Leiter der Klinischen Abteilung für Infektiologie an der Universitätsklinik Graz. Trotzdem gibt es von Patient:innen weiterhin Fragen und Unsicherheiten bezüglich der bei uns und in anderen Ländern vorkommenden Hanta-Viren. Mit Fällen von HantaVirus-Infektionen hat man es in Gesamt-Österreich schließlich eher selten zu tun: Meist gibt es 25 Fälle jährlich, nur in Ausnahmefällen 200. Die meis- ten Hanta-Virus-Infektionen treten dabei in der Steiermark gefolgt von Oberösterreich auf, wo die Infektionen gut bekannt sind. „In der Steiermark sollten Ärzt:innen an das Hanta-Virus denken, wenn Patient:innen mit grippalen Symptomen kommen, die eine sogenannte Risikoexposition hatten, also im Keller, in einer Waldhütte, im Garten oder auf dem Dachboden gearbeitet haben“, so Krause. Kopfschmerzen treten meist ebenso auf und ein besonders klarer Hinweis ist die temporäre Myopie. Diese Sehstörung dauert einige Tage und kommt bei anderen Infektionskrankheiten nicht vor. Relevante Laborparameter sind unter anderem die Verminderung der Thrombozyten, vermehrte weiße Blutkörperchen, Neutrophilie (was bei Virus-Infektionen ungewöhnlich ist) und die Erhöhung der Nierenretentionsparameter. Geringerer Harn und Atemnot treten bei schwereren Verlaufsformen auf. „Wir haben dazu eine Studie gemacht: Lymphopenie und Atemnot waren indikativ für einen schweren Verlauf. Daher sollte man Patient:innen mit diesen Symptomen und bei erhöhten Nierenretentionsparametern sofort ins Krankenhaus überweisen“, streicht der Spezialist hervor. Puumala-Virus Hanta-Viren, das sind einsträngige RNA-Viren, sind erst seit den 1980er-Jahren bekannt und noch wenig erforscht. Bei uns in Mitteleuropa tritt fast ausschließlich ein Stamm auf: das Puumala-Virus, das über die Rötelmaus (eine Wühlmausart) übertragen wird. Jeder Hanta-Virus-Stamm ist mit einer bestimmten Nagetierart assoziiert, tritt also nur HANTA-VIRUS Hanta-Virus: Hinweise für einen schweren Verlauf Infektiologe Robert Krause über Hanta-Virus-Fälle in der Steiermark, Hinweise auf schwere Verläufe, die in Graz im Rahmen einer Studie untersucht wurden, und den aktuellen Stand der Forschung. Foto: envato/CreativeNature_nl 14 ÆRZTE Steiermark || 06|2026

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