RHEUMA Mit dem „2. Österreichischen Rheumatologie-Report“ legt die ÖGR eine umfassende Analyse zur aktuellen Versorgungslage, zur Verbreitung rheumatologischer Erkrankungen und zu den Herausforderungen für das Gesundheitssystem vor. Bis zu 300.000 Betroffene Österreichweit leiden bis zu 300.000 Menschen an einer entzündlich rheumatischen, autoimmun bedingten Erkrankung, ebenso viele an Gicht und anderen stoffwechselbedingten entzündlichen Erkrankungen. Weit verbreitet sind darüber hinaus auch Osteoporose sowie degenerative, nichtentzündliche Erkrankungen wie Arthrose. Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und das Sozialsystem sind erheblich: Mehr als 10 Millionen Krankenstandstage pro Jahr gehen auf muskuloskelettale Erkrankungen zurück, so die ÖGR. Damit sind sie der zweithäufigste Grund für Krankenstand in Österreich. Zudem stellen sie den zweithäufigsten Grund für Frühpensionierungen dar. Neue Therapien Dank intensiver Forschungsarbeit – auch unter führender Beteiligung österreichischer Forschender – wurden in den letzten Jahren bahnbrechende neue Therapien entwickelt. Diese haben die Behandlungsmöglichkeiten erheblich erweitert. Da die modernen Therapien in das Immunsystem eingreifen, sind die Patient:innen auf die Expertise von Fachärzt:innen für Rheumatologie angewiesen – dafür brauche es dringend genügend gut ausgebildete Fachärzt:innen und einen Ausbau des kassenmedizinischen Bereichs, so die ÖGR in ihrem Report. Versorgungslage Besonders gravierend sei der Umstand, dass es Regionen gibt, in denen keine fachspezifische Versorgung vorhanden ist, streicht der Report hervor. Der Großteil der Patient:innen werde in Spitalsambulanzen behandelt. Nur 32 Rheumatolog:innen in ganz Österreich verfügen derzeit über einen Kassenvertrag mit allen Kassen, die Mehrheit arbeitet als Wahlärzt:innen. Ein Hintergrund: Die komplexen und zeitaufwendigen Leistungen wie Beratung bei immunsuppressiver Therapie, regelmäßige Kontrolluntersuchungen oder Ultraschalluntersuchungen sind im aktuellen Kassensystem nicht ausreichend abgebildet. Die ÖGR fordert eine einheitliche Honorierung dieser Leistungen im Kassenbereich. Teilzeit-Thematik Schließlich zeichnet sich ein personeller Engpass ab, legt man im Report dar: Laut einer von der ÖGR im Juni 2025 durchgeführten OnlineUmfrage arbeiten aktuell 27 % der Rheumatolog:innen in Teilzeit – die Tendenz ist aber steigend. Einst ein „Frauen-Thema“ nimmt auch bei Männern der Wunsch nach Teilzeit kontinuierlich zu. In 5 Jahren wollen 48 % der befragten Ärzt:innen in Teilzeit arbeiten, gaben sie in der Umfrage an. Das müsse in der Bedarfsplanung berücksichtigt werden, so die ÖGR: Um den Bedarf abzudecken, wären schon heute mindestens 114 Fachärzt:innen nötig, um 100 Vollzeitäquivalente zu erreichen. In 5 Jahren werde dieser Wert auf mindestens 128 steigen. Zum „2. Österreichischen Rheumatologie-Report“: Die Österreichische Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation weist in ihrem „2. Rheumatologie-Report“ darauf hin, dass der Trend zur Teilzeittätigkeit in der Bedarfsplanung berücksichtigt werden muss, um dem Mangel an Rheumatolog:innen zu begegnen. Rheumatologie-Report 34 ÆRZTE Steiermark || 03|2026 Foto: envato/anatoliycherkas
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