AERZTE Steiermark 03 2026

ÆRZTE Steiermark || 03|2026 31 Foto: der Börsianer WIRTSCHAFT & ERFOLG ren wir z. B. keine Flat Tax ein?“ Vor diesem Hintergrund sieht Peter Brezinschek folgende Entwicklungen auf die Anleger:innen zukommen: „Der amerikanische Dollar ist durch Trump gegenüber dem Euro schwächer geworden. Ich gehe davon aus, dass sich das fortsetzen dürfte. Die Geldmarktzinsen sind durch die EZB-Senkungen nach unten gegangen, die Kapitalmarktrenditen könnten wiederum nach oben gehen. Weitere Zinssenkungen von der EZB sind kaum zu erwarten. Tendenziell dürften Anleiherenditen leicht nach oben gehen. Einerseits, weil die Inflation von der EZB, meiner Ansicht nach, schon eher zu niedrig eingeschätzt wird, und andererseits, weil die Budgetdefizite europaweit hohen Kapitalbedarf bewirken.“ Die Jänner-Zahlen zeigen klar, dass wir uns in Österreich 2026 deutlicher an die Inflationsrate in der Eurozone annähern, prognostiziert er. Staatsanleihen „Alle Staaten wollen mehr für Verteidigung und Infrastruktur ausgeben und müssen dafür Geld aufnehmen. Wer veranlagen will, wird eher mit Staatsanleihen auf 5 bis 7 Jahre gut beraten sein. Auf der Finanzierungsseite ist die variable Verzinsung wahrscheinlich attraktiver. Die Aktienmärkte hatten 2025 eine tolle Entwicklung. NASDAQ, DAX usw. sind zweistellig gestiegen, an der Spitze stand der heimische ATX mit satten 41 % – es war also ein starkes Börsenjahr. So hohe Gewinne sind 2026 nicht drinnen und gerade bei einzelnen Tech-Werten wird es Neubewertungen geben.“ Tendenziell rechnet Brezinschek damit, dass in den ersten Monaten des Jahres 2026 alle darauf schauen werden, wie sich Konjunktur sowohl in Europa als auch in den USA entwickelt. Ohne staatliche Investitionsprogramme werde es in Europa nur marginales Wachstum geben. „Für Anleger:innen heißt es weiter, regelmäßig ansparen und für eine breite Streuung in ETFs oder Indexzertifikate anlegen. Bei den Aktien verläuft die Entwicklung sowieso in Schüben. Auf längere Sicht ist es aber viel riskanter, nicht dabei zu sein, als besonders ausgefuchst zu agieren.“ Gold sieht Brezinschek weiterhin als Beimischfaktor: „Wenn der Dollar wie 2025 schwächer wird, wirkt das für den Goldpreis unterstützend, aber diese Entwicklung wird sich einbremsen.“ „NASDAQ, DAX usw. sind 2025 zweistellig gestiegen, der heimische ATX mit satten 41 % – es war ein starkes Börsenjahr. So hohe Gewinne sind 2026 nicht drinnen.“ Peter Brezinschek Eine Kooperation der Wirtschaftskammer Steiermark und der Ärztekammer Steiermark Finanzmarkttrends

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