AERZTE Steiermark 02 2026

BEREICH 8 ÆRZTE Steiermark || 02|2026 Fotos: envato/Artranq Kann man sich als Ärztin mit Praxis auf die „Auszeit“ während der Schwangerschaft und Karenz vorbereiten? „Nein, auch wenn man selbst Gynäkologin ist, weiß man ja nicht, wie die Schwangerschaft genau verlaufen wird“, schmunzelt Ina Suppan. Für ihre Wahlarztpraxis konnte sie zwar für ein paar Stunden eine Vertretung organisieren, jedoch nicht in vollem Umfang: „Es war sehr schwierig, überhaupt jemanden zu finden.“ Während der Schwangerschaft hat sie mit der Suche nach einer Vertretung begonnen, „aber man kann ja nicht vorhersagen, wie alles klappt, eine Schwangerschaft ist nicht gleich absehbar wie eine geplante Reise“. Patientinnen hat Suppan zum Glück keine verloren, sagt sie: „Manche mussten länger auf ihren Termin warten, aber es besteht zum Glück ein gutes und enges Vertrauensverhältnis. In manchen Fällen konnte eine Patientin auch zu einer der beiden Kolleginnen gehen, mit denen ich mir die Praxisräumlichkeiten teile.“ Kolleg:innen zu haben, die etwas abdecken können, sei wichtig, betont Suppan, die auf das Thema Brustkrebs spezialisiert ist. Die Wahlarztpraxis sollte weiterlaufen Eine Sprechstundenhilfe teilt sich die Gynäkologin ebenfalls mit den beiden Kolleginnen: „Sie war eine große Unterstützung und hat in der Zeit, in der ich nicht da war, sehr viel koordiniert, da sie die Patientinnen und uns gut kennt.“ Für die Ärztin waren das natürlich ebenso wie die Miete und die Vertretung laufende Kosten, die sie weiter tragen musste, obwohl gerade bei der Sprechstundenhilfe viele Minusstunden anfielen. Die Entscheidung, eine Wahlarztpraxis während der Karenz weiterlaufen zu lassen, müsse jeder selbst treffen: „Es ist finanziell vielleicht nicht perfekt, aber mir war es sehr wichtig, dass für die Patientinnen jemand erreichbar ist.“ Als angestellte Ärztin sei eine Karenz leichter zu organisieren, meint Suppan, doch sie kann auch von ihren Erfahrungen aus der Schweiz berichten: „Ich habe 8 Jahre lang in der Schweiz gearbeitet und dort gibt es keine Karenz im österreichischen Sinn, sondern 14 Wochen gesetzlichen Mutterschaftsurlaub – ich kannte das also nur so.“ Deshalb war Suppan auch überrascht, dass man in Österreich in der Kinderkrippe eher schief angeschaut wird, wenn man sein Kind mit 5 oder 6 Monaten in die Betreuung geben möchte. Das Organisationstalent von berufstätigen Müttern wird nicht umsonst oft mit „Erfahrung im gehobenen Management“ umschrieben. Wir haben nachgefragt, vor welchen Herausforderungen steirische Ärztinnen mit Wahlarzt- oder Kassenpraxis stehen und wie sie diese (für sich) gelöst haben. Und wir haben einen Blick auf Erfahrungen zu Karenz und Väterkarenz im angestellten Bereich geworfen. Für Ärztinnen mit Praxis gibt es kein eigenes Karenz-Modell COVER

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