AERZTE Steiermark 02 2026

BEREICH VALENTINSTAG Zum Valentinstag dreht sich alles um Blumen, Pralinen und romantische Gesten. Doch hinter all den Zeichen der Zuneigung verbirgt sich ein medizinisch messbarer Effekt: Zärtlichkeit kann buchstäblich unter die Haut gehen – und dort die Heilung beschleunigen. Das zeigt eine neue, international beachtete Studie unter Leitung der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg, die kürzlich im Fachjournal JAMA Psychiatry veröffentlicht wurde. Studie der Uni Heidelberg Dass enge soziale Beziehungen gesundheitsfördernd sind, ist bekannt, jedoch nicht genau, wie sich Nähe, Zuwendung und Intimität auf unseren Körper auswirken. In einer großangelegten Untersuchung eines internationalen Forschungsteams der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg, sowie weiteren Wissenschaftler:innen aus Deutschland, der Schweiz und Chile wurde dies nun genauer unter die Lupe genommen. 80 junge Paare nahmen an der Studie teil, deren Ziel es war, das Zusammenspiel von sozialer Zuwendung, dem „Kuschelhormon“ Oxytocin und der Wundheilung zu untersuchen. Die Studienteilnehmenden – durchschnittlich 28 Jahre alt – erhielten über eine Woche hinweg entweder Oxytocin oder ein Placebo über ein Nasenspray. Zusätzlich wurde die Hälfte der Paare zu positiven Gesprächen angeregt, um den Austausch von Nähe zu fördern. Kombination aus Oxytocin und Zuwendung Das Ergebnis war eindeutig: Nur die Kombination aus Oxytocin und gelebter Zuwendung sowie körperlicher Nähe im Alltag hatte einen signifikanten Effekt: Die Paare wiesen eine schnellere Wundheilung sowie niedrigere Stresshormonwerte auf. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Zuwendung im Alltag messbare Effekte auf den Körper hat. Sie beschleunigt in Kombination mit Oxytocin sogar die Heilung kleiner Wunden. Das verdeutlicht, wie eng Verhalten und Hormonsystem zusammenarbeiten und wie stark dieses Zusammenspiel die körperliche Gesundheit in nahen, liebevollen Beziehungen beeinflussen kann“, so die Studienleiterin Beate Ditzen. Kein eigenständiges Heilmittel Die Studie stellt erstmals den Zusammenhang dar, dass Berührungen und körperliche Nähe sich nicht nur gut anfühlen, sondern biologische Heilungsprozesse beeinflussen können. Jedoch weisen die Forscher:innen darauf hin, dass es sich bei der Studie einerseits um gesunde, junge Proband:innen handelte und die Effekte moderat waren. Oxytocin sei also kein eigenständiges Heilmittel. Für klare klinische Empfehlungen brauche es größere Studien. Der Link zur Veröffentlichung im Fachjournal „JAMA Psychiatry“ von Schneider E, Hernández C, Brock R et al. Intranasal Oxytocin and Physical Intimacy for Dermatological Wound Healing and Neuroendocrine Stress: A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry: Gute Nachrichten passend zum Valentinstag am 14. Februar: Eine neue Studie der Universität Heidelberg zeigt, dass die Kombination aus Nähe und dem Hormon Oxytocin die Wundheilung bei Paaren fördert, kleine Hautwunden also schneller verheilen. Die Liebe hat heilsame Effekte Foto: envato/Polinalebed ÆRZTE Steiermark || 02|2026 15

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