AERZTE Steiermark 02 2026

Gesundheitsbildung gehört in die Lehrpläne GESUNDHEITSBILDUNG Gesundheitsbildung von Anfang an: Gesundheitskompetenz muss dringend bereits in Kindergarten und Schule vermittelt werden, wenn unser Gesundheitssystem nicht unfinanzierbar werden soll, fordert Daisy Kopera, Professorin an der Med Uni Graz. In einer Zeit, in der chronische Erkrankungen und ungesunder Lebensstil zunehmen, und ein Mangel an Gesund- heitsbewusstsein bereits bei jungen Menschen sichtbar werden, spricht sich die Ärztin Daisy Kopera eindringlich für eine flächendeckende Verankerung von Gesundheitsbildung in Bildungsplänen aus – beginnend im Kindergarten bis hin zur Oberstufe: „Gesundheit geht alle Altersstufen an! Je früher man beginnt, umso erfolgreicher und leichter ist das Ziel zu erreichen.“ Zuerst geht es darum, gesund „groß zu werden“ und in weiterer Folge auch gesund zu altern. „Ungesunde“ Generation? Wesentlich ist für sie, dass es dabei nicht um einen frommen Wunsch geht, sondern hier dringender Handlungsbedarf besteht. Denn insbesondere die Situation der jungen Erwachsenen ist laut Daisy Kopera besorgniserregend: „Eine ganz wichtige Gruppe sind die heute 20-Jährigen, denn sie hatten noch nie so etwas wie Gesundheitserziehung.“ Und gerade hier werde der ungesunde Lebensstil und das mangelnde Gesundheitsbewusstsein deutlich. Bei ihnen müsse man also genauso ansetzen und es sei auch „nie zu spät“, um mit Gesundheitsbildung zu beginnen, aber klar sei auch: „Anfangen muss man natürlich bei den Jüngsten.“ Bereits im Kindergarten könne man laut Daisy Kopera „grundlegende Inhalte spielerisch vermitteln“, in den ersten Schuljahren würden sich erste Zusammenhänge erschließen und ab dem zehnten Lebensjahr könne auch die Komplexität gesundheitsrelevanter Faktoren aufgegriffen werden. Was in die Lehrpläne gehört Doch welche Fähigkeiten fehlen, was genau muss überhaupt vermittelt werden? Gesundheitskompetenz ist, so Daisy Kopera, „ein Zustand, der angibt, dass eine Person die grundlegenden Voraussetzungen für eine gesunde Lebensweise kennt, diese im Tun beherzigt und sich entsprechend verhält. Im Fokus steht, möglichst ohne selbstverschuldete Krankheiten gesund alt zu werden, also vor allem vermeidbare Zivilisationskrankheiten wie Adipositas, daraus resultierend Diabetes mellitus, kardiovaskuläre Erkrankungen und Gelenksbeschwerden durch Übergewicht und Bewegungsmangel durch entsprechende Lebensführung zu minimieren.“ Gesundheitskompetenz sei also auch kein „Add-on“, sondern ein zentrales Element, sowohl für das Individuum als auch für die gesamte Gesellschaft. Foto: envato/LightFieldStudios 16 ÆRZTE Steiermark || 02|2026

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