AERZTE Steiermark 02 2026

COVER 10 ÆRZTE Steiermark || 02|2026 Für Kassenstelle die Karenz verkürzt Dass immer alles anders kommen kann, als „frau“ es sich gedacht hat, sieht man am Beispiel der Ärztin Katharina Reinbacher-Stering: „Mein Vater hatte eine Kassenarztstelle und ich habe bei ihm vertreten. Unser Plan war eine Nachfolge-Praxis“, erzählt die Allgemeinmedizinerin. Weil sie dann aber schwanger wurde und sich während dieser Karenz für eine andere Kassenstelle bewarb, um Punkte zu sammeln, kam alles ganz anders: „Alle haben mir gesagt, dass ich diese Kassenstelle sowieso nicht bekommen werde, deshalb war es eine riesige Überraschung, als ich nur 3 Monate nach der Geburt meines Kindes die Zusage bekam.“ Alles musste also kurzfristig und schnell organisiert werden. Der Partner von Katharina Reinbacher-Stering ging in Karenz, „damit ich in die Ordination konnte“. Denn die Ärztin nahm die Kassenstelle, die sich so überraschend ergeben hatte, an: „Eine Kassenstelle war immer mein Traum und ich habe mir gedacht, entweder nehme ich an oder ich verpasse meine Chance.“ Ein großes Danke gebühre ihrem Partner und den Eltern, sagt Katharina ReinbacherStering: „Sonst hätte ich das nicht durchziehen können; man braucht unbedingt ein gutes Netz. Es war insgesamt herausfordernd, aber ich bin auch unendlich froh über die Kassenstelle – für mich war es der richtige Weg!“ Eines betont die Allgemeinmedizinerin aber auch: „Ein zweites Kind geht sich mit der Kassenstelle nicht aus. Ich würde allen Ärztinnen, die eine Kassenstelle anstreben, raten, Kinder davor zu bekommen.“ Ein eigenes Modell, das eine Karenz auch während eines Kassenvertrags möglich mache, wäre deshalb wünschenswert, sagt sie. Eigene Modelle für Kassensystem gefordert „An den Beispielen sieht man, dass eine Karenz für viele Ärztinnen mit Praxis extrem schwierig zu organisieren ist. Es braucht definitiv eigene Modelle, vor allem im Kassensystem, damit Ärztinnen einfacher in Karenz gehen können. Die Attraktivierung der Kassenstellen ist – auch von Seiten der Politik – immer wieder Thema – und hier haben wir eine wichtige Stellschraube, mit der wir Kassenstellen für Ärztinnen attraktivieren können“, betont Michael Sacherer, Präsident der Ärztekammer für Steiermark. Im Angestellten-Verhältnis Im Vergleich zu den Ärztinnen, die eine eigene Kassen- oder Wahlarztpraxis haben, sind für angestellte Ärztinnen wie Birgit Wolff Mutterschutz und Karenz natürlich gesetzlich klar geregelt. Sie ist als Fachärztin für Gynäkologie am LKH Oststeiermark in Hartberg in Karenz gegangen, erzählt sie: „Im Angestellten-Verhältnis ist das für eine Ärztin ja verhältnismäßig unkompliziert – wie für andere Angestellte eben auch. Man macht die Meldung der Schwangerschaft, der Beginn Fotos: beigestellt, istock/fotostorm „Ein großes Danke an meinen Partner und meine Eltern. Sonst hätte ich das nicht durchziehen können; man braucht unbedingt ein gutes Netz.“ Katharina Reinbacher-Stering

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