AERZTE Steiermark 09 2026

NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Kassenverhandlungen 2026: Jetzt muss verhandelt werden Die steirische Ärzteschaft hat die ÖGK in der Steiermark klar zu Tarifverhandlungen aufgefordert. Die Bevölkerung beklagt sich immer lauter über die Versorgungslage, die Ärzteschaft ist am Limit. Immer weniger Kassenärzte stehen imner mehr anspruchsberechtigten Versicherten gegenüber. Die ÖGK kann sich nicht ihrer Verantwortung entziehen. Jetzt die Zeit für ernsthafte inhaltliche Gespräche. Gefragt ist eine substanzielle, zukunftsfähige Vereinbarung – kein Stückwerk und keine weitere Verzögerung. Die Ausgangslage ist eindeutig: Für 2025 kam in der Steiermark keine Einigung zustande, die Honorarautomatik trat in Kraft. Es besteht in der Steiermark bei der Inflationsabgeltung wie im Bundesländervergleich der Honorare massiver Aufholbedarf. Jetzt ist die ÖGK in der Steiermark gefordert, in substanzielle Verhandlungen einzutreten. „Wir haben die ÖGK unmissverständlich zu Verhandlungen aufgefordert. Jetzt erwarten wir, dass tatsächlich über Inhalte gesprochen und an einer tragfähigen Lösung gearbeitet wird. Es geht nicht um kosmetische Korrekturen, sondern um eine Vereinbarung, die den niedergelassenen Bereich stärkt und die wohnortnahe Versorgung langfristig absichert“, sagt Prof. Dietmar Bayer, Kurienobmann der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Im Mittelpunkt stehen eine angemessene Inflationsabgeltung sowie der Abbau von Limitierungen und Degressionen. Dazu kommen zeitgemäße Rahmenbedingungen: weniger Bewilligungspflichten, mehr Mittel für Strukturentwicklung, flexiblere Ordinationsmodelle, Starterordinationen, Job-Sharing, temporäre Versorgungsmodelle bei Engpässen, Telemedizin, Point-of-Care-Diagnostik und First-Line-Sonographie. Erstversorgungsordinationen und ein hausarztzentriertes System. Dafür braucht es die Bereitschaft, alte Denkmuster hinter sich zu lassen. Starre Abrechnungslogiken, unnötige Bürokratie und die isolierte Betrachtung von niedergelassenem und stationärem Bereich passen nicht zu einer modernen Gesundheitsversorgung. Neue Aufgaben müssen sich in Verträgen und Honorierung wiederfinden. „Wir gehen mit offenem Visier, klaren Vorstellungen und konkreten Lösungsvorschlägen in diese Verhandlungen. Wer die Versorgung in der Steiermark zukunftsfit machen will, muss bereit sein, Strukturen neu zu denken und substanzielle Schritte zu setzen“, betont Bayer. Das gilt auch für die Schnittstelle zu den Spitälern. Die steirische Ärzteschaft ist bereit, Leistungsverlagerungen aus dem stationären in den niedergelassenen Bereich gemeinsam zu begleiten, vorausgesetzt, diese werden abgegolten. Aufgaben zu verschieben, ohne Ressourcen anzupassen, löst keine Versorgungsprobleme. Die Ärzteschaft drängt auf einen raschen Verhandlungsstart ab September und will das Land Steiermark nicht aus der Pflicht lassen. Ziel ist nicht, einzelne Tarifpositionen zu reparieren, sondern eine tragfähige Grundlage für die ambulante Versorgung der kommenden Jahre zu schaffen. Jetzt ist die ÖGK in der Steiermark am Zug. ÆRZTE Steiermark || 09|2026 61 Foto: envato/Freedomtumz, Schiffer „Wer die Versorgung in der Steiermark zukunftsfit machen will, muss bereit sein, Strukturen neu zu denken und substanzielle Schritte zu setzen.“ Dietmar Bayer Obmann der Kurie Niedergelassene Ärzte

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