AERZTE Steiermark 09 2026

ÆRZTE Steiermark || 09|2026 59 NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Fotos: Schiffer (2) organisatorische Maßnahmen nachweisen kann, um die Verarbeitung sensibler Daten nach DVSGO abzusichern. Eine hilfreiche Orientierung bietet die KI-Servicestelle der RTR, die kostenlose Informationen und Orientierungshilfen zum EU AI Act und DVSGO bereitstellt. Bilden Sie sich und Ihr Team fort. Sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihre Mitarbeiter:innen über grundlegende Kenntnisse im Umgang mit KI verfügen. Regelmäßige Schulungen zu Themen wie Datenschutz, sichere Nutzung und typische Fehlerquellen können dabei helfen, KI sicher und sinnvoll einzusetzen. Don‘ts: Typische Fehler und wie sie sich vermeiden lassen Geben Sie niemals Daten von Patient:innen in öffentliche Chatbots ein! Vermeiden Sie es unbedingt, Namen, Geburtsdaten, Adressen oder detaillierte Falldarstellungen, durch die eine Person erkennbar wird, in Tools wie ChatGPT, Claude oder ähnliche Anwendungen einzugeben. Dies ist datenschutzrechtlich unzulässig und sehr problematisch. Allgemeine medizinische Fragen, etwa zur Formulierung eines Arztbriefes zu einem bestimmten Krankheitsbild, sind davon zu unterscheiden und durchaus möglich. Übernehmen Sie niemals ungeprüfte KI-Texte. KI kann sprachlich überzeugende, aber inhaltlich falsche Aussagen liefern. Übernehmen Sie daher keine Texte in Ihre Dokumentation, ohne sie zuvor selbst geprüft und freigegeben zu haben. Vernachlässigen Sie nicht die zwischenmenschliche Ebene. KI kann administrative Aufgaben unterstützen, etwa bei der Terminplanung oder Dokumentation. Ihre klinische Einschätzung und das persönliche Gespräch mit den Patient:innen bleiben jedoch zentrale Bestandteile Ihrer Arbeit. Behandeln Sie zudem Gesundheitsdaten mit höchster Sorgfalt. Fragen Sie sich bei jedem Einsatz: „Würde ich diese Daten auch ohne den Einsatz von KI so weitergeben?“ Ihre Checkliste für den Einstieg Damit Sie KI wirksam und regelkonform in Ihrer Ordination nutzen können, sollten Sie folgende Schritte beachten: 1. Informieren Sie sich über die Grundlagen von KI in der Medizin. Die Kurzinfos der Österreichischen Ärztekammer bieten Ihnen hierzu wertvolle Hinweise. Nutzen Sie auch die Checklisten der RTR – der KI-Servicestelle der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, die kostenlose Informationen und Orientierungshilfen zum EU AI Act bereitstellt, um sich über geeignete Anbieter und die Anforderungen zu informieren. Benutzen Sie dafür folgenden Links: 2. Wählen Sie das passende Tool für Ihre Bedürfnisse aus. Für medizinische Texte sollten Sie ausschließlich zertifizierte Systeme verwenden. Für administrative Aufgaben wie die Terminplanung eignen sich hingegen etablierte Lösungen von Arztsoftwareherstellern oder anderen neuen Anbietern zu KI-Anwendungen. 3. Bilden Sie Ihr Team regelmäßig weiter beispielsweise zu den Themen Datenschutz, sichere Nutzung von KI, typische Fehlerquellen etc. 4. Führen Sie vor dem Einsatz einen Testlauf durch. Erproben Sie die ausgewählte KILösung zunächst mit fiktiven Daten. Prüfen Sie anschließend, ob die Ergebnisse Ihren Qualitätsstandards entsprechen. 5. Dokumentieren Sie Ihre Entscheidungen. Halten Sie fest, welche Lösung Sie nutzen und aus welchen Gründen. Dies kann im Falle einer rechtlichen Überprüfung hilfreich sein. Fazit: So nutzen Sie KI verantwortungsvoll KI kann helfen, Zeit zu sparen und Arbeitsabläufe zu erleichtern. Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich mit dem Thema beschäftigen und die KI bewusst und verantwortungsvoll einsetzen. Denken Sie daran: Prüfen Sie jedes von KI generierte Ergebnis selbst. Schützen Sie die Daten Ihrer Patient:innen konsequent. Bleiben Sie die hauptverantwortliche Person für Diagnosen und Therapieentscheidungen. eHEALTH UPDATE Alexander Moussa Mathias Reinhart https://www.rtr.at/rtr/startseite.de.html https://www.aerztekammer.at/ehealth

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